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                  Palais Harrach 

An der Stelle des heutigen Schulzentrums Ungargasse 67-69 ließ  Aloys Thomas Raimund Graf Harrach, Vizekönig von Neapel (1669-1742) zwischen 1727 und 1735 von Lukas v. Hildebrandt in zwei Bauabschnitten ein prächtiges Palais mit zwei Ehrenhöfen und einer dem hlg. Januarius geweihten Kapelle erbauen. Der geniale Kupferstecher Salomon Kleiner schuf einige Asichten es Harrachschen Palais, die sich im Archiv unseres Museums befinden. 

Das Palais Harrach (Januariuskapelle li im Bild) , Salomon Kleiner

Zu Ende des 18. Jahrhunderts wurden bedauerliche bauliche Umgestaltungen durchgeführt, die den Barockcharakter der Anlage zum Verschwinden brachten.

Das k. k. Militär-Reitlehrer-Institut zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Der riesige Garten wurde in barocker  Manier mit Lustbauten versehen.
Das Palais Harrach an der Ungargasse mit dem dahinter befindlichen Garten (Repro nach Salomon Kleiner, 1738)

Die Enkel des Bauherrn verkauften das Palais 1791 an Leopold II. Unter Franz II. wurde der Garten mit Obstbäumen bepflanzt, weshalb dieser als Kaisergarten bezeichnet wurde (Kaisergartengasse). Unter Ferdiand I. und Franz Joseph I. ließ man den Garten splitten; auf einem Teil desselben wurden 1860 bis 1865 die Krankenanstalt Rudolfstiftung und 1895 bis 1898 die Landwehr-Kadettenschule errichtet.
Das Palais wurde nun als Kaserne genutzt: Von 1839 bis 1849 war hier die Lombardo-venezianische Garde untergebracht, und von 1850 bis 1918 beheimatete es das K. k. Militär-Reitlehrer-Institut .
Während der Ersten Republik beherbergte das inzwichen nicht mehr gut im Schuss befindliche Gebäude eine Zeitlang ein Mädchenheim. Zu Ende des Zweiten Weltkrieges fiel es einem Bombenangriff zum Opfer, wobei aber die Januariuskapelle zum Teil erhalten blieb.
1985 bis 1987 wurden das Schulzentrum errichtet und die Januariuskapelle renoviert.