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Berichte Wien 3

aus unserem Museum

Mittwoch, 04 Juni 2014 00:00

EIN VERSCHWUNDENES KLEINOD – DAS PALAIS MODENA

geschrieben von

Der letzte Besitzer des Palais Modena in der Beatrixgasse war Erzherzog Franz Ferdinand, der aber mit seiner Familie nicht hier lebte, sondern in dem eigens für ihn adaptierten  Oberen Belvedere. Wir zeigen in unserer Ausstellung das bekannte Foto vom 28. Juni 1914,  das bei der Abfahrt Franz Ferdinands und seiner Frau gemeinsam mit Militärpersonen von  der Philipovic-Kaserne in Sarajevo knapp vor dem tödlichen Attentat aufgenommen  wurde.
Das Palais Modena verfiel immer mehr, bis es schließlich 1916 demoliert wurde.
Zu erwähnen wäre noch, dass während des Ersten Weltkriegs in der Umgebung wohnhafte  Menschen im weitläufigen Park des Palais für den Eigengebrauch Gemüse pflanzten.

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2014/1 zu beziehen im Shop Genaustria

Anton Schmidgruber

Ich finde es traurig, dass gerade der Schöpfer eines der schönsten Kunstwerke, die unser Bezirk im öffentlichen Raum zu bieten hat – es führte jahrzehntelang einen Dornröschenschlaf und war nur Anrainern bekannt – in seinem Heimatbezirk so gut wie unbekannt ist.
Die Rede ist von dem jahrelang im Haus Seidlgasse 21 wohnhaft gewesenen Anton Schmidgruber und seinem Stiertor in der Viehmarktgasse.
Das „Historische Lexikon“ von Felix Czeike berichtet über ihn und seine Werke:
Studium an der Akademie der bildenden Künste (1859 Gesamtstudienpreis und Staatsstipendium für Dresden). Kehrte 1866 nach Wien zurück, wo er Auftragsarbeiten (Kleinplastiken, Fassadenschmuck) übernahm.
In der Ringstraßenzone schuf Schmidgruber unter anderem Maximilian I. und Maria Theresia für das Akademische Gymnasium, das Dürerdenkmal und eine Madonna mit Kind für das Künstlerhaus, Ludwig von Baden für die Ruhmeshalle des Arsenals, vier Standbilder für die Votivkirche (1869/70; darunter Jeremias und David), Dürer und Raffael für das Kunsthistorische sowie Vasco da Gama, Kolumbus und zwölf Kindergestalten für das Naturhistorische Museum (alle 1872), die beiden zur Ringstraße hin situierten Tritonen- und Najadenbrunnen am Maria-Theresien-Platz, Figurengruppen für das Rathaus, das Parlament und die Universität sowie zwei kolossale Stiergruppen für den Zentralviehmarkt; weitere Büsten für die Physiker Josef Loschmidt (1899) und Josef Stefan (1896) für den Arkadenhof der Universität, zahlreiche Porträtbüsten für private Auftraggeber, Grabdenkmäler für die Familie Gerold (Dornbacher Friedhof, 1888), A. Goettel (Zentralfriedhof, 1892) und Carl Schellein (Zentralfriedhof, 1889) sowie Liktoren für die Fassade des Michaelertrakts der Hofburg und den plastischen Schmuck für die Stephaniebrücke (=Salztorbrücke).
Schmidgruber war ein bedeutender, jedoch zu wenig gewürdigter Bildhauer der Ringstraßenära.
In der Pemmerschen Landstraßer Häuserchronik ist der Hinweis zu finden, dass der Künstler sein Atelier im ehemaligen Haus Strohgasse 18 hatte.

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2014/1 zu beziehen im Shop Genaustria

Donnerstag, 29 Mai 2014 00:00

VORSTELLUNG EINER WEITEREN INTERESSANTEN ANSICHTSKARTE

geschrieben von

Auf der Ansichtskarte aus dem Jahr 1900, die den Verlauf der Johannesgasse stadteinwärts vom Beginn der Salesianergasse zeigt, fehlt einiges, was wir in diesem Bereich kennen.

Dass an der linken Seite das Hotel Intercontinental fehlt, ist klar, weil dieses ja erst zwischen 1961 und 1964 erbaut wurde.
Davor befand sich dort das vom Baumeister Karl Stigler nach Plänen von Ludwig Baumann errichtete Kanzleigebäude des Wiener Eislaufvereins, aber auch dieses ist nicht sichtbar, da es erst seit 1902 bestand.

Kanzleigebäude des Wr Eislaufvereins
In der rechten Bildhälfte fehlen sowohl das 1907 nach Plänen des Architekten Josef Bittner erbaute Direktionsgebäude des Wiener Stadtgartenamtes, als auch der 1906 fertig gestellte Zugang zum Wien- flussportal, der nach Plänen von Friedrich Ohmann und Karl Hackhofer geschaffen wurde.
Beim Betrachten der Ansichtskarte fiel mir der Allerweltssatz „Mein Gott, wie die Zeit vergeht“ ein.

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2013/4 zu beziehen im Shop Genaustria

Montag, 26 Mai 2014 00:00

DAS TANZLOKAL „GOLDENER KEGEL“

geschrieben von

Die Weißgerber Kegelgasse wurde 1862 nach dem Schild des Tanzlokals „Zum goldenen Kegel“ benannt,  das unter der Anschrift Am Glacis 39 (heute Zollgasse / Hintere Zollamtsstraße) zu fi nden war.
Das Etablissement ist bereits im Jahr 1749 – der erste Besitzer hieß Josef Schrembs, der das Lokal bis 1752 führte – nachzuweisen und bestand als Gasthaus – der damalige Besitzer war Wolfgang Winkler – noch zur Zeit, als die drei Vorstädte vereinigt wurden.
In einer Zeitung aus dem Jahr 1792 kann man lesen:
Sonntag, den 8. Oktober wird der große und schöne Saal bei dem goldenen Kegel unter den Weißgerbern das erste Mal wieder geöffnet und eine wohlbesetzte Musik gehalten …. Der Weg vom Invalidenhaus bis dahin wird hinlänglich beleuchtet sein.
Aus dem Jahr 1796 ist wieder eine Erwähnung des Lokals erhalten:
Der Tanzsaal ist groß, schön ausgemalt, mit großen Spiegeln und Lustern versehen sowie dazu gehöriger Einrichtung.
Und an anderer Stelle heißt es:
Das Unternehmen hat ebener Erde drei Zimmer, eine Kammer, ein großes Lokal mit zwei Galerien und einem dabei befindlichen Speisezimmer, eine große Küche, einen großen Garten mit Kegelhütten und im ersten Stock sieben Zimmer mit separierten Eingängen, wovon einige für Gäste überlassen werden können.
Das Lokal hatte wegen der unmittelbaren Nähe zum benachbarten ehemaligen Ochsengries und nach Aufl assung desselben zum Hafen des Wiener Neustädter Kanals eine wunderbare Lage.
Neben diesem Etablissement befand sich mit der Anschrift Am Glacis 25 (heute Obere Viaduktgasse 38) von 1767 bis 1884 die Finanzwachkaserne.
Das Straßenniveau der sehr kurzen Zollgasse liegt bedeutend niedriger als das der benachbarten in der Hinteren Zollamtsstraße und der Oberen Viaduktgasse. Dieser Niveauunterschied entstand erst 1900, als der in der Nähe befindliche Abschnitt der Verbindungsbahn von einer Hoch- zu einer Tiefbahn umgebaut wurde.

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2013/4 zu beziehen im Shop Genaustria

Freitag, 23 Mai 2014 00:00

DER BIEDERMEIERSTAR THERESE KRONES 1801 - 1830 Empfehlung

geschrieben von
„Die Krones“ wurde 1801 als Tochter des ehemaligen Kürschnermeisters Franz Josef und seiner Frau Anna Theresia Krones in Bruntál (deutsch Freudenthal) im Nordosten der heutigen Tschechischen Republik – damals Österreichisch-Schlesien – geboren. Ihr Vater hatte sein Handwerk aufgegeben und eine Wanderschauspieltruppe gegründet. Es ist anzunehmen, dass zur Zeit Thereses Geburt das Ehepaar in Freudenthal ein Engagement hatte.Therese und ihr Bruder Josef waren richtige Theaterkinder, weshalb sie schon sehr früh gemeinsam mit ihren Eltern auf der Bühne standen.Schon 1811 wurde das Mädchen für Kinderrollen nach Brno (Brünn) engagiert und kam dann mit ihren Eltern über Temesvár nach Wien, wo sie am 22. Jänner 1812 im Leopoldstädter Theater gemeinsam mit ihrem Vater gastierte.Im Oktober desselben Jahres spielte die ganze Familie im Josefstädter…
Dienstag, 20 Mai 2014 00:00

DIE WEITGEHEND UNBEKANNTE TATSACHE DES GHETTOGELDES

geschrieben von

Ich erhielt von einem Museumsbesucher vor einiger Zeit vier Papiere, die sich als Originale von Reichsmark- Quittungen  herausstellten, die im Lodzer Ghetto –  die nationalsozialistischen Machthaber bezeichneten den Ort mit dem Namen Litzmannstadt – verwendet wurden.

Ghettogeld Rückseite
Weil ich über dieses Detail uninformiert war, bat ich meine Freunde im DÖW um Aufklärung, die ich umgehend  erhielt:
Am 24. Juni 1940 musste der Vorsitzende des Ältestenrates der Juden in Litzmannstadt, Chaim Rumkowski, bekannt geben, dass in allen Geschäften und Betrieben, die seiner Organisation unterstellt waren, ab dem 28. Juni 1940 nur mit den von ihm herausgegebenen Markquittungen bezahlt werden konnte.
Er forderte die Ghettobewohner auf, ihre Bestände von Reichsmark und Zloty sowie ihr Gold bei der Bankabteilung des „Ältesten der Juden“ umzutauschen.
Für die Ghettobewohner bedeutete dies, dass sie Barvermögen und Gold im Verhältnis 1:1 in ansonst wertlose Markquittungen umtauschen mussten, wenn sie das nötigste zum Leben im Ghetto kaufen wollten.
Allein in der Zeit vom 27. Juni bis 31. Juli 1940 brachte der „Älteste der Juden“ 1,48 Millionen Mark an Ghettogeld in Umlauf – d.h. für diesen Betrag wurden Reichsmark in Markquittungen gewechselt.
Dieser Umtausch setzte sich in etwa gleicher Intensität in den nächsten Monaten fort, sodass der Ghettoverwaltung auf diese Weise große Reichsmarkbeträge in die Hände fielen.
Hans Biebow, Leiter der nationalsozialistischen deutschen Verwaltung des Ghettos Litzmannstadt, zeigte sich über diese Art des Vermögensentzugs bei Juden begeistert und empfahl diese Methode auch in anderen Ghettos anzuwenden, sofern man Vorkehrungen über den Umlauf des Ghettogeldes treffe: „Praktisch ist mit diesen Scheinen außerhalb des Ghettos nichts anzufangen, da es sich hier nur um Gutscheine und keine staatlich anerkannten Zahlungsmittel handelt.“
Die eigentliche Kontrolle über das Ghetto übten die nationalsozialistischen Machthaber aus, die über die Ausgabe des Geldes verfügten. Es gab Geldscheine im Wert von 0,50, ein, zwei, fünf, zehn, zwanzig und fünfzig Mark. An Münzgeld wurden Stücke zu zehn Pfennig sowie fünf, zehn und zwanzig Mark aus Aluminium und Aluminium-Magnesium ausgegeben.
Aus: Klaus-Dietmar Henke (Hrsg.), Die Dresdner Bank im Dritten Reich. München 2006, Band 3:
Harald Wixforth, „Die Expansion der Dresdner Bank in Europa“, S. 591ff .

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2013/4 zu beziehen im Shop Genaustria

Samstag, 17 Mai 2014 00:00

DAS EHEMALIGE GASTHAUS „ZUM BRETZLBUAM“

geschrieben von

Im Eckhaus Invalidenstraße 17 / Ungargasse 1 befand sich während mehrerer Jahrzehnte ein Gasthaus, das den ungewöhnlichen Namen „Zum Bretzlbuam“ trug.

Mosaik am Haus Invalidenstrasse 19
Der Künstler H. Revy, der das Mosaik 1936 geschaffen hatte, versah das Bild mit der Jahreszahl 1792 und der Beschriftung „Invalidenhaus, Konvent der Elisabethinen und Gasthaus „Zum Bretzlbuam“.
Der Betrachter muss also glauben, dass das besprochene Lokal bereits 1792 existierte, was aber keineswegs stimmt.
Wohl befand sich an dieser Stelle schon im Vorgängerbau, der 1934 abgebrochen und assaniert wurde, bereits ein Gasthaus, das ursprünglich den Namen „Zur Glocke“ trug.

Im Jahr 1896 war das Lokal im Besitz von Karl Fischer, der ein begeisterter Anhänger des Trabrennfahrens war. Sein Falbhengst mit dem Namen „Bretzlbub“ gewann am 3. Mai 1896 gegen zwölf Konkurrenten das Rennen; die Gewinnquote betrug 2.444 : 5. Am Tag nach dem Rennen brach das Tier zusammen.
Karl Fischer war mit einem Schlag ein vermögender Mann und benannte sein Etablissement nun neu mit dem Namen „Zum Bretzlbuam“.
Auf unserem nächsten Bild aus dem Jahr 1937 erkennt man unschwer das damals noch florierende Lokal.

Das Gasthaus zum Bretzlbuam im alten Haus

Das Gasthaus zum Bretzlbuam im neuen Haus
In unserer ungastlichen und hektischen Zeit hatte das traditionelle Wirtshaus offenbar keine Chance.  Schade!

 

 

Rechts: Das assanierte Wohnhaus Invalidenstrasse 19 mit dem damals neuen Gasthaus „Zum Bretzlbuam“

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2013/4 zu beziehen im Shop Genaustria

Dienstag, 13 Mai 2014 00:00

DIE „WÜHLMÄUSE“

geschrieben von

von Dr. Michael Hann

Auf Anregung von Prof. Karl Hauer bildete sich vor knapp zwei Jahren ein Team unter dem Projektnamen „Unterirdische Landstraße“.
Aufgabe war die Erforschung und Dokumentation interessanter Keller, die vor dem Vergessen gerettet werden sollten. Durch zahlreiche Umbauten verschwinden immer mehr historisch interessante Gewölbe.
Eine umfassende Dokumentation war aus Gründen der Ausdehnung des Bezirks und der Unzugänglichkeit vieler Objekte nicht möglich, so dass sich die Arbeit auf einige ausgewählte beschränken musste. Die Teammitglieder erhielten von Prof. Hauer den Spitznamen die „Wühlmäuse“.

Die unterirdische Landstrasse - Kollektorgang unter dem Arsenal

Bisher wurden 17 Objekte besichtigt und per Protokoll und Fotos dokumentiert. Neben dem Beatrixbad (eigener Artikel) war sicherlich das weitverzweigte Stollensystem Baumgasse am spektakulärsten.
Die unterirdischen Hallen umfassen eine Fläche von 35.000 Quadratmetern. Ursprünglich ein Eiskeller der Brauerei Dreher, wurden dort in der Nazizeit von der Firma Siemens-Halske angeblich Flugzeugtriebwerke hergestellt. Heute wird ein kleiner Teil vom Sportschützenclub Wien genutzt. Der Großteil des Stollensystems ist nicht genutzt.
Interessant ist ein ausgebauter Keller auf zwei Etagen mit Nebenräumen im Halbstock der Petrus-Apotheke, Erdbergstraße 6/ Kundmanngasse 29, die seit 1888 im Besitz der Familie Kutiak ist. Das Haus wurde bereits 1788 erbaut. Der tiefste Raum wurde als Luftschutzkeller verwendet. Zwei Türen zum Luftschutzkeller sind noch sichtbar.
In der Landstraßer Hauptstraße 81, das Haus ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Familienbesitz, findet sich unter den gegenwärtigen Kellerräumen für die Mieter ein nicht mehr genutztes, etwa fünf Meter hohes Kellergewölbe, das im 19. Jahrhundert offensichtlich als Lagerraum für damals bestehende Einkehrgasthäuser für Fuhrleute diente.
Ein zwei Stock tiefer Keller mit Gewölben findet sich auch in der Ungargasse 34 im Gasthaus „Zum alten Heller“. Das Haus, seit den 60er Jahren im Besitz der Familie Fügert, wurde 1776 erbaut und beherbergte seit 1831 Gasthäuser. Zu den Kellern der Nachbarhäuser gab es Durchgänge, die heute zugemauert sind. Angeblich waren die Keller der Häuser bis zum Wienfluss durchgängig verbunden. Allerdings gibt es keinen Beleg dafür.
In der Matthäusgasse 8, 1901 von Architekt Anton Drexler erworben und im Jugendstil umgebaut, findet sich ein einstöckiger Keller mit einem weiß getünchten Ziegelgewölbe. Eine Waschküche ist noch original erhalten. Gleichfalls erhalten ist eine Heizung, die die Etagenwohnung Drexlers im ersten Stock beheizte. Die Hausbesitzerin Frau Huppmann hat überdies eine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte des Hauses und der vormaligen Eigentümer zusammengestellt.
Ebenso ausführlich dokumentiert ist die Geschichte des Hauses Salesianergasse 26 mit Bauplänen aus dem Errichtungsjahr 1842 und Konskriptionslisten der Bewohner. Das vierstöckige Haus, das 1999/2000 von der Familie Smutny renoviert wurde und als „Gustostück“ eine einseitig freischwingende Stiege aufweist, hat einen mehrstöckigen Keller mit einem schönen Gewölbe.
Darunter befindet sich ein über eine Leiter zugänglicher Eiskeller, der zu einem in vergangener Zeit existenten Gasthaus gehörte.

BESICHTIGTE OBJEKTE:

Baumgasse / Stollensystem: 12.3.2010 [Gerald Führer; Michael Hann; Albert Härtel; Gerhard Hertenberger; Thomas Keplinger; Fritz Luger; Christoph Timmermann]

Beatrixgasse 4: 22.6.2010 [Edith Hann; Thomas Keplinger (Fotos); Michael Strobach (Fotos)]

Beatrixgasse 14a / Münzgasse 5: 22.6.2010 2010 [Edith Hann; Thomas Keplinger (Fotos); Michael Strobach (Fotos)]

Beatrixgasse 14b / Linke Bahngasse 9 / Münzgasse (Beatrixbad): 21.9.2010 [Edith Hann; Michael Hann; Gerhard Hertenberger (Fotos); Fritz Luger; Thomas Keplinger (Fotos); Annegret Winter];
5.10.2010 [Arndt Bonitz (Fotos); Thomas Keplinger (Fotos); Christopher Timmermann]

Engelsberggasse 5: 25.08.2010 [Thomas Keplinger (Fotos)]

Erdbergstraße 6 / Kundmanngasse 29 (Petrus-Apotheke): 8. 1. 2010 [Edith Hann; Michael Hann; Gerhard Hertenberger (Fotos und Video); Fritz Luger]

Erdbergstrasse 10: (Bürogemeinschaft „Rochuspark“):
1. Begehung: 10.7.2010 [Gerhard Hertenberger (Fotos); Thomas Keplinger (Fotos)]
2. Begehung: 16.9.2010 [Gerhard Hertenberger (Fotos); Thomas Keplinger (Fotos); Michael Strobach, Christopher Timmermann, Annegret Winter; „Nicht-Landstrassen-Kellergruppen-Mitglieder“ Georg Demmer, Felix Frey, Lisa Unterweger]

Landstraßer Hauptstraße 81: 25.2.2010 [Edith Hann; Michael Hann; Gerhard Hertenberger (Fotos und Video)]

Landstraßer Hauptstraße 96: 8.7.2010 [Gerald Führer; Edith Hann; Michael Hann; Albert Härtel; Gerhard Hertenberger (Fotos); Thomas Keplinger (Fotos); Fritz Luger; Michael Strobach (Fotos); Christopher Timmermann (Fotos); Annegret Winter]

Matthäusgasse 8: 16.5.2012 (Edith Hann, Michael Hann, Albert Härtel (Fotos), Gerhard Hertenberger (Fotos), Thomas Keplinger (Fotos), Christopher Timmermann (Fotos)

Neulinggasse 13: 25.08.2010 [Thomas Keplinger (Fotos)]

Salesianergasse 26: 4.7.2011 [Thomas Baar, Edith Hann, Michael Hann, Gerhard Hertenberger (Fotos), Thomas Keplinger (Fotos), Annegret Winter]

Stanislausgasse 4: 25.08.2010 [Gerhard Hertenberger (Fotos); Thomas Keplinger (Fotos)]

Ungargasse 3: 31.5.2011 [Thomas Keplinger (Fotos)]

Ungargasse 5: 24. 2. 2010 [Michael Hann; Gerhard Hertenberger (Fotos und Video); Fritz Luger]

Ungargasse 34 („Zum alten Heller“): 27.4.2010 [Arndt Bonitz (Fotos); Gerald Eigner; Edith Hann; Michael Hann; Karl Hauer; Thomas Keplinger (Fotos); Michael Strobach; Christopher Timmermann (Fotos); Annegret Winter]

Weyrgasse 5/Geusaugasse 13: 22.3.2010 [Edith Hann; Michael Hann; Gerhard Hertenberger (Fotos); Thomas Keplinger (Fotos)]

weiterlesen im Museumsheft 2013/03 zu beziehen im Shop Genaustria

Freitag, 02 Mai 2014 00:00

EIN KRIMINALISTISCHER NACHTRAG ZUM KONZERTHAUS

geschrieben von

Über die verschiedenen Nutzungen dieses Musentempels habe ich ja bereits berichtet.
Dass aber jemals ein Mord in diesem ehrwürdigen Haus verübt wurde, ist weitgehend unbekannt.
Im Buch Tatort Wien, Band 2 von Harald Seyrl, ( zu beziehen in unserem Shop Genaustria ) dem Initiator und Leiter des Wiener Kriminalmuseums im 2. Bezirk ist folgender Artikel zu finden, den ich Ihnen auszugsweise zu wissen bringe:

MORD IM KONZERTHAUS
Der Fall Felix Gartner


„Am 3. November 1928 war das Konzerthaus der Schauplatz einer furchtbaren Bluttat. Ein zahlreiches Publikum füllte die Räume der Kunststätte, um den Klängen des Violinvirtuosen Vasa Pryhoda zu lauschen.“
Als mit diesen Worten am 8. Juni 1929 die Anklageschrift gegen Felix Baron Gartner im Schwurgerichtssaal des Wiener Landesgerichtes verlesen war, wurde der Schlussstrich unter ein Verbrechen gezogen, welches einige Monate zuvor in Wien größtes Aufsehen verursacht hatte ...

Djidji Mouheb PaschaSchon zu Beginn des Konzertes war den Besuchern eine überaus attraktive und elegante, dunkelhaarige Dame in einer Loge aufgefallen, und man raunte sich zu, dass es sich bei der schönen Frau um eine ägyptische Prinzessin handeln würde … Erst in der großen Pause … stand die schöne Ägypterin (wieder) im Zentrum des Interesses.
Diese schien jedoch ihre Umgebung nicht zu beachten, sie war in ein offensichtlich erregtes Gespräch mit einem Herrn der Wiener Gesellschaft verwickelt. Auch dieser Gesprächspartner der Prinzessin war nicht unbekannt. Felix Baron Gartner war sein Name, ehemaliger Dragonerrittmeister und Gutsbesitzer aus Oberösterreich, der seit vielen Jahren in Wien lebte und zu einem fixen Bestandteil der Gesellschaft geworden war.
Nach den Klingelzeichen, die das Ende der großen Pause ankündigten, begab man sich wieder in den Konzertsaal.
Eine Loge war jedoch leer – die Loge Nr. 2 der schönen Ägypterin. Sie stand zu diesem Zeitpunkt, wie ein Zeuge später aussagen sollte, immer noch im Foyer, verwickelt in das heftige Gespräch mit Baron Gartner …
Ein Augenzeuge, der Logenschließer Josef Oberwasser, berichtete später: „Prinzessin Djidji Mouheb Pascha war bis nach dem dritten Klingelton mit Baron Gartner in eine immer heftiger werdende Diskussion verstrickt.
Nach dem letzten Läuten wandte sich die Prinzessin brüsk von ihrem Gesprächspartner ab, um sich in ihre in der Nähe liegende Loge zu begeben.
In diesem Moment griff Gartner in die Tasche, zog eine Pistole und gab in rascher Reihenfolge mehrere Schüsse auf die Prinzessin ab. Diese stürzte zu Boden und blieb regungslos liegen.
Gartner jedoch lief dem Ausgang entgegen und rief  laut „aufhalten, aufhalten“, so als wollte er selbst einen Täter verfolgen ...“
Der Logenschließer … konnte diesen noch vor Erreichen des Ausganges festhalten. Die beim Konzert anwesenden Polizeibeamten waren inzwischen ebenfalls zur Stelle und Gartner wurde … in das nächstliegende Wachzimmer gebracht. Beim Opfer, der ägyptischen Prinzessin Wegjiha, genannt Djidji, Mouheb Pascha, kam jedoch jede Hilfe zu spät – der Arzt konnte nur mehr den Tod konstatieren.
Gartner war einer der entwurzelten Offiziere, die nach dem Kriegsende im Zivilleben Schiff bruch erlitten.
Er hatte zwar eine Gutsbesitzerin geheiratet, aber sein aufwändiger Lebensstil brachte nicht nur den Verlust des Gutes sondern auch das Ende dieser Ehe.
Schließlich traf er die junge Ägypterin, die eine Tochter des in Wien lebenden reichen Mouheb Pascha war. Er hoffte, seine finanziellen Schwierigkeiten durch eine Eheschließung mit der schönen jungen Frau beheben zu können. Sowohl deren Vater als auch Djidji wollten aber davon nichts wissen.
Gartner hatte erfahren, dass die Prinzessin das Pryhoda-Konzert besuchen werde, weshalb auch er sich eine Eintrittskarte besorgte. Bei der Aussprache erfuhr er, dass Djidji nicht ihn sondern den arabischen Prinzen Omar Halim heiraten werde. Diese Abfuhr und die Verzweiflung wegen seiner zerrütteten Finanzlage ließen ihn die junge Frau erschießen.

Gartners Einlieferung ins Wiener Landesgericht
Felix Gartner wurde des vorsätzlichen Mordes für schuldig befunden und zu einer Strafe von 12 Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Wohl wurde er vor Ablauf der Strafdauer wegen guter Führung … vorzeitig entlassen, doch war sein Leben zerstört …
1937 endete sein Leben: er starb völlig verarmt in einem Sammelkrankensaal des Krankenhauses in Wels.

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2013/2 zu beziehen im Shop Genaustria

Dienstag, 29 April 2014 00:00

DIE OPERNBÄLLCHEN DES PATER DEBRAY

geschrieben von

Die Dame, der ich diese Geschichte verdanke, ist eine treue Museumsbesucherin. Als sie eines Tages das „Opernbällchen“ im Gespräch erwähnte, wusste ich, dass das wieder einmal ein Beitrag für meine treuen Leser sein wird.
Bitte, lassen Sie sich von mir jetzt ein wenig in die Vergangenheit entführen, als es noch keine Galleria auf der Landstraße gab. Erinnern Sie sich noch an den Schwechater Hof?
Meine zweite Hilfe zur Erinnerung betrifft die Person des Salesianerpaters Friedrich Debray. Er war bei allen Don Bosco-Freunden in Erdberg als rühriger Jugendseelsorger bekannt. Ich erinnere hier daran, dass er das legendäre Wagenrad in der Dietrichgasse gründete, wo er eine Heimstätte für Jugendliche einrichtete.
Kurz nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages verwirklichte er seine Idee, für die jungen Menschen, aber auch deren Eltern, im Fasching im Schwechater Hof eine Ballveranstaltung zu veranstalten, der er den Namen Opernbällchen gab.

Einzug der Paare 1974    Jungkomitee trägt Barockkostüme

Wie beim großen Opernball gab es ein Jungdamen- und Herrenkomitee, das nach dem feierlichen Einzug die Tanzveranstaltung mit einer festlichen Polonaise eröffnete.
Nun lassen wir aber Frau Eva-Maria Liska zu Wort kommen:
Pater Debray (1909 – 2002), Seelsorger im Salesianum in der Hagenmüllergasse und Religionsprofessor im nahen GRG III leitete den Club Wagenrad in der Dietrichgasse, der damals noch kein eingetragener Verein war.
Neben vielen anderen Aktivitäten für und mit Jugendliche(n) rief er 1956 das Opernbällchen ins Leben, nachdem 1955 zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg der Wiener Opernball über die Bühne tanzte.
Debrays Veranstaltung fand jeweils im Fasching im Schwechater Hof an der Landstraßer Hauptstraße bis zu dessen Schließung , danach einige Male im Sondergastraum des Westbahnhofes statt und ging später im Schulball des GRG III auf.
In den Jahren 2005 und 2006 gab es wieder das Opernbällchen im Don-Bosco-Saal des Salesianums. Organisiert wurde die Veranstaltung früher – außer von Pater Debray – unter anderem von OSTR Mag. Haid, MR Mag. Lowak, Herrn Schiebendrein und dem Ehepaar Pfaffenbichler.
In den Jahren von 1972 bis 1974 durfte auch ich das Opernbällchen mit eröffnen. Wie es dazu kam, weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich wurden per Anschlag oder im GO-IN, der Veranstaltungszeitschrift des Wagenrads, junge Leute dafür gesucht. Insgesamt waren wir nicht mehr als acht Paare. Mein Tanzpartner war der spätere Journalist Joachim R. Unser Tanzmeister war Herr Kukula, der für die Choreographie zuständig war, aber einen anderen Zivilberuf hatte. Er schaffte es jedes Mal, mit einem nicht besonders begabten Haufen junger Leute eine würdige Eröffnung zu gestalten.
Durch das Spalier, das wir bildeten, zogen Pater Debray und die Ehrengäste ein.
Wir tanzten nach den Klängen der Fächerpolonaise von Carl Michael Ziehrer. Während der Eröffnung gab es auch Gesangeinlagen; wenn ich mich recht erinnere, handelte es sich dabei um Operettenarien.
Nachdem alles glücklich überstanden war, erhob sich Pater Debray zu einer kurzen Ansprache und begrüßte die anwesenden Ehrengäste, die an einem Tisch ganz vorne bei ihm saßen. Sicher waren das die Mitorganisatorinnen und -organisatoren, einige Lehrerinnen und Lehrer der Schule Hagenmüllergasse und wahrscheinlich befanden sich darunter auch die beiden bereits verstorbenen Lehrer Frau Prof. Mor und Herr Prof. Sabler.
Musikkapelle gab es aus Kostengründen keine, Herr Kukula legte Schallplatten auf. Alle notwendigen Dienste, auch den Verkauf der Eintrittskarten an der Abendkassa, leisteten ehrenamtliche Helfer.
Pater Debray rekrutierte Freiwillige, wo er ihrer habhaft werden konnte; wahrscheinlich gehörte auch die Sängerin dazu.
Es wurde natürlich sehr viel getanzt. Nur Pater Debray tanzte nie; er wurde zwar per Damenwahl von uns Mädchen immer wieder dazu aufgefordert, lehnte aber immer dankend ab.
Auch meine Eltern nahmen zumindest einmal an einem Opernbällchen teil. Die Gäste waren vermutlich hauptsächlich Schüler der Oberstufe der Hagenmüllergasse samt Familien und Angehörige des Clubs Wagenrad.
Der Ballraum im Schwechater Hof war mit Girlanden geschmückt, aber meiner Erinnerung nach täuschte all die Festlichkeit nicht über die Schäbigkeit des Saales hinweg. Ich glaube, dass die Veranstaltung jeweils am Faschingsonntag stattfand; der Beginn war, wenn ich mich recht erinnere, um 20:00 Uhr, und um 24:00 Uhr war das Fest zu Ende. ........


weiterlesen im Museumsheft 2012/4

Ein Auszug aus dem Museumsheft 2012/4 zu beziehen im Shop Genaustria

Montag, 21 April 2014 15:12

Unsere Plakate zum Tag der Wiener Bezirksmuseen 2014

geschrieben von

Jährlich veranstalten die Wiener Bezirksmuseen einen Besuchstag mit Geschichten zu besonderen Themen, jeder Bezirk für sich mit seinen Schwerpunkten. Ich wollte hier einmal die Plakate der letzten 7 Jahre vorstellen, die mit besonderem Aufwand hergestellt wurden.

Hier die Plakate vom Jahr 2014 - Thema    Wien 1914

 

Donnerstag, 17 April 2014 00:00

EIN HISTORISCHES DOKUMENT ZUR SCHLUSSSTEINLEGUNG

geschrieben von

Im Haus-, Hof- und Staatsarchiv findet man nicht nur die von Kaiser Franz Joseph unterzeichnete Originalurkunde, die aus diesem Anlass verfasst wurde, sondern auch das Ceremoniel-Protokoll, dessen Wortlaut ich Ihnen nicht vorenthalten will.

DONNERSTAG, DEN 8. MAI 1856
SCHLUSSSTEINLEGUNG IM K. K. ARSENALE

Vormittags um 11 Uhr geruhten Seine Majestät der Kaiser, im Beiseyn Ihrer Majestät der Kaiserin und der sämtlichen in Wien anwesenden durchlauchtigsten Familienmitglieder die Schlußsteinlegung im k.k. Arsenale vorzunehmen, welche Funktion in nachfolgender Art vor sich ging:
Ihre k.k. Majestäten, Allerhöchst welche von Laxenburg nach Wien in die Hofburg gekommen waren, fuhren zur bestimmten Stunde (die Livree en campagne) von der Hofburg beim Burgthor hinaus, über die Elisabethbrücke (ehemalige Wienflussbrücke an der Stelle der heutigen Kreuzung Lothringerstraße-Schwarzenbergplatz), durch die Heugasse (Prinz-Eugen-Straße), bei der Belvedere-Linie hinaus in das Arsenal.
Allerhöchst dieselben wurden bei der Ankunft im Hofe des Commandantenhauses von den dort versammelten Herren Erzherzogen, dem Arsenal-Commandanten, dem Armee – und Armeecorps- Commandanten zu Pferde empfangen.
Seine Majestät geruhten Sich hier zu Pferde zu setzen und die im Inneren des Arsenals aufgestellten Truppen, von den Genannten und Allerhöchst ihrer Adjutantur gefolgt, abzureiten. Ihre Majestät die Kaiserin mit Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Frau Erzherzogin Sophie verliessen den Wagen, mit welchem Allerhöchst und Höchst dieselben aus der Stadt gekommen waren, bestiegen einen bereitstehenden Phaeton (Kutsche) und folgten seiner Majestät. Die Obersthofmeisterin I. M. und die dienstthuende Hofdame der Frau Erzherzogin fuhren in einem offenen Wagen hinten nach.
Die übrigen durchlauchtigsten Frauen Erzherzoginnen, dann die Herren Erzherzoge Ludwig Viktor und Ludwig Joseph, der Herzog und die Herzogin von Coburg und Prinz v. Württemberg versammelten Sich unmittelbar im Hofzelte und erwarteten die Ankunft Ihrer Majestäten.
Das Hofzelt war auf dem Hofraume vor der Kirche aufgestellt. In der Mitte desselben war ein Knieschämmel und zwei reiche Armlehnsessel zu beiden Seiten, jedoch etwas rückwärts waren Kniebänke und Armsesseln für die übrigen höchsten Personen und hinter diesen Stühle für die Damen der Begleitung aufgestellt. Vor dem Bethschämmel Ihrer Majestäten stand rechts ein Tisch mit Samtüberzug, worauf die Pölster mit der Urkunde, mit der Tasse, auf welcher die Münzen sich befanden, und Hammer und Kelle aufgelegt waren. Auf der linken Seite stand ein ähnlicher mit dem Schreibzeuge zur Unterfertigung der Urkunde. Hinter diesem Tische ward ein reicher Armlehnsessel gestellt. Rückwärts und zu beiden Seiten des Zeltes waren sechs Arcierenleibgarden von außen als Doppelposten aufgestellt.
Die Generalität und das Offizierskorps der Garnison füllten den Raum rück- und seitwärts des Hofzeltes aus.
Nach Besichtigung der Truppen wurde vor dem Zelte abgestiegen. Die Reitpferde wurden als nunmehr entbehrlich weggeführt, die Wagen hingegen auf ihren Aufstellungsplatz gewiesen, in welcher Zwischenzeit auch das Lauftuch vom Orte der Schlußsteinlegung gegen das Hofzelt aufgerollt und befestigt wurde.
Sobald Ihre Majestäten im Zelte Platz genommen hatten, trat der Arsenals-Commandant G. M. Brantten vor und las die Urkunde laut ab. Seine Majestät geruhten sodann dieselbe zu unterfertigen (Ihre Majestät die Kaiserin, die durchlauchtigsten Familienmitglieder und die sonst zur Unterzeichnung berufenen Personen haben dies bereits früher gethan).
Die Urkunde wurde sodann in die Glasröhre und diese in einen Metallzylinder geschoben und nachdem auch der Grundriss und die Münzen in diesen Zylinder gegeben worden waren, wurde derselbe verschraubt.
Nun begab sich der pontifizirende Kardinal-Fürsterzbischof mit der Assistenz aus der Kirche, wo derselbe bis zu diesem Zeitpunkte verweilte, an die Stelle der Schlußsteinlegung und nahm die Weihung derselben vor.
Am Schlusse dieses kirchlichen Aktes verfügten Ihre Majestäten und die durchlauchtigsten Personen Sich zum Schlußsteine. Die Urkunde wurde durch den Baumeister Mayr dahin vorgetragen.
Der Metall-Zylinder wurde von Seiner Majestät in den in einer unterhalb der Feldkanzel der Kirche befindlichen Nische vorgerichteten Stein deponirt, welcher dann mit einer Platte geschlossen wurde.
Allerhöchst dieselben geruhten nun, mit der Kelle etwas Mörtel auf die Steinplatte aufzutragen und einen drauf gelegten Ziegel mit drei Hammerschlägen zu befestigen, welch letztere (die Hammerschläge) von Ihrer Majestät der Kaiserin, allen anwesenden Gliedern der allerhöchsten Familie, dann den zur Mitunterfertigung der Urkunde befehligten Personen wiederholt wurden.
Der Kardinal-Fürsterzbischof begab sich mit der Assistenz in die Kirche und erwartete am Portal Ihre Majestäten, Allerhöchstwelche von den durchlauchtigsten Personen begleitet, Sich ebenfalls in die vom Eingange gegen das Presbyterium mit Trabantengarden und Garde-Gendarmen besetzte Kirche verfügten, worauf der Pontifi kant das Te Deum anstimmte, welches von der Hofmusikkapelle abgesungen wurde.
Im Momente der Schlußsteinlegung gaben die ausgerückten Truppen das erste und während des Te Deums das zweite und dritte Salve, deren jedes von der außerhalb des Arsenals aufgestellten Batterie erwidert wurde.
Nach dem Te Deum begaben sich Ihre Majestäten und die höchsten Herrschaften wieder in das Zelt zurück, worauf der Pontifikant von der Feldkanzel den Segen ertheilte.
Zum Schlusse geruhten Seine Majestät die ausgerückten Truppen defi lieren zu lassen.
Nach geschehener Defi lierung bestiegen Ihre Majestäten die mittlerweile vorgeführten Wagen und fuhren nun in die Stadt zurück.
Die Adjustierung aller bei dieser Funktion erschienenen Militärs war en parade mit Feldbinden ohne Ordensbänder der Großkreuze; die im Dienste befindlichen Beamten waren in Uniform, alles übrige in Zivil.
Zum Zusehen waren seitwärts und rückwärts des Hofzeltes Tribünen errichtet. Auf den dem Hofzelte näher stehenden, 1.514 Personen fassenden Tribünen war der geladene Adel, das diplomatische Korps und sonstige Honoratioren placirt. Für die beiden weiter stehenden Tribünen wurden 1.314 Karten an das Publikum vertheilt.
Für den dermaligen hier tagenden Episkopat waren zu beiden Seiten der Kirche Estraden errichtet, woselbst für die drei Kardinäle ausgezeichnete Plätze vorgerichtet waren.
Sämtliche Tribünen waren zum Sitzen vorgerichtet und gedeckt; die Einladungen und die Vertheilung der Karten an das Publikum geschahen von Seite der General-Artillerie-Direktion. Derselben wurden zu diesem Ende die hierortigen Listen als Behelf übergeben.
Zur Erhaltung der Ordnung hat die Polizei-Direktion wieder eine eigene Fahrordnung kundgemacht.
Bei der Zufahrt konnten die Wägen in so lange beim Hauptthor hinein und der rechten Flanke des Arsenals entlang bis zum Thore zwischen dem Depot Nr. VI und der Kaserne Nr. VII fahren, bis die Abfahrt Ihrer Majestäten aus der Hofburg signalisirt wurde; von da an durfte kein Wagen mehr im Inneren des Arsenals fahren, sondern konnten die später Kommenden nur außerhalb des Arsenals bis zum Thore nächst der Kaserne Nr. VII fahren.
Die leeren Wägen stellten sich auf dem freien Platze hinter dem Arsenale auf.
Bei der Abfahrt durften alle Wägen bei dem Thore nächst der Kaserne Nr. VII herein und durch das Arsenal, jedoch nur auf der linken Flanke fahren.
Die Ordnung im Inneren wurde durch die Hoffouriere, von außen durch die Polizei erhalten. Vom Saaldienste waren beordert: 1 Kammerfourier, 1 Kammerdiener, 1 Thürhüter in der Kirche, dann 1 Kammerdiener und 2 Thürhüter im Hofzelte und zwar in Gala.

Ein Auszug aus dem Museumsheft 2012/3 zu beziehen im Shop Genaustria

Montag, 14 April 2014 00:00

Unsere Plakate zum Tag der Wiener Bezirksmuseen 2013

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Jährlich veranstalten die Wiener Bezirksmuseen einen Besuchstag mit Geschichten zu besonderen Themen, jeder Bezirk für sich mit seinen Schwerpunkten. Ich wollte hier einmal die Plakate der letzten 7 Jahre vorstellen, die mit besonderem Aufwand hergestellt wurden.

Hier die Plakate vom Jahr 2013 - Thema    Die Wiener Feuerwehr

 

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