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Bezirksmuseum Wien3 Blog

Hier berichten wir über das Geschehen aus dem Bezirksmuseum Landstraße, gemeinsam mit Freunden unseres Museums

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der Nobelpreisträger aus der Messenhausergasse

 

Der Nationalökonom und Vertreter des Neoliberalismus Friedrich August Hayek (1899-1992) wurde im Haus Messenhausergasse 14 geboren. Er studierte an der Wiener Universität Jus (Dr. jur. 1921) und Staatswissenschaften (Dr. rer. pol. 1923). Hayek stand 1921 bis 1926 im Staatsdienst und war 1927 bis 1931 Direktor des von ihm begründeten "Österreichischen Instituts für Konjunkturforschung".
1931 emigrierte Hayek nach London - ab 1938 britischer Staatsbürger - wo er bis 1950 als Professor für Nationalökonomie tätig war. 1950 bis 1962 wirkte er als Professor für Sozial- und Moralwissenschaften an der Universität in Chicago, 1962 bis 1968 als Professor für Wirtschaftspolitik in Freiburg/Breisgau. 1970 bis 1974 war Hayek Gastprofessor für Nationalökonomie an der juridischen Fakultät in Salzburg, 1977 kehrte er nach Freiburg zurück.
1974 erhielt er gemeinsam mit Gunnar Myrdal den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Friedrich August Hayek veröffentlichte mehr als 50 wissenschaftliche Arbeiten, die durchwegs vom Neoliberalismus geprägt sind, darunter "Geldtheorie und Konjunkturtheorie" (1929), "Preise und Produktion" (1931), "Der Weg zur Knechtschaft" (1945), "Individualismus und wirtschaftliche Ordnung" (1952), "Die Verfassung der Freiheit" (1960) und "Theorie komplexer Phänomene" (1972).

 

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von Ingeborg Steyer
Sonnenuhr-im-inneren-Burghof-zu-Wien
Sonnenuhren jeder Art haben mich immer fasziniert.
Wurde ich einer ansichtig, beobachtete ich neugierig den wandernden Schatten auf dem dargestellten Ziffernblatt und staunte über die stimmende Zeitangabe der Stunden.
Als naiver Laie konnte ich mir natürlich keinen Reim auf die Wirkungsweise machen, dachte aber auch nicht weiter darüber nach.
Bei einer Besichtigung des Straßburger Münsters bestaunte ich die Technik sowie die Ausführung seiner astronomischen Uhr mit der präzisen Zeitangabe und Planetendarstellung.
In Wien begann 1766 David Ruetschmann alias Frater a Sancto Cajetano (1726-1796) im Hofkloster der Augustiner Barfüßer die Arbeit an der astronomischen Kunstuhr, die er am 21. März 1769 fertigstellte. Sie kann im Uhrenmuseum der Stadt Wien besichtigt werden.

Frater-David-a-Sancto-Cajetano_Astrouhren
Sensationelle Genauig- und Richtigkeit wurde der Uhr Cajetanos in allen zeitgenössischen Publikationen bescheinigt, der das Uhrmacherhandwerk nie erlernt hatte, sondern gelernter Schreiner war.
1774 arbeitete Cajetano auch an der Reparatur
der kopernikanischen Planetenmaschine, die heute im Naturhistorischen Museum aufbewahrt wird.

Skeptisch, die Sterndeutung betreffend, entdeckte
ich 1968 zufällig ein kleines Büchlein mit
dem Titel „Sternenbahnen – Menschenwege“,
nach dessen Lektüre ich das Metier Astrologie
nicht mehr ablehnend bewertete, sondern zu
folgendem Schluss kam:

 

 

Astronomische-Kunstuhr-des-Frater-Cajetano


Wenn die Grundlage der Astrologie die
anerkannten Wissenschaften Astronomie und Mathematik sind, kann das Argument „Aberglaube“ nicht standhalten, zumal die von Astronomen berechneten und in Gestirnstandstabellen, den so genannten Ephemeriden, abzulesenden Planetenstände mit ihren Zeitabläufen als Fundament für Zeitaussagen dienen.

 

Beschreibung-einer-astronomischen-Uhr-Titelblatt

 

 

 

 

 

 

 



Nun konnte ich auch die Wirkungsweise von Sonnen- und astronomischen Kunstuhren endlich verstehen.
Im übrigen pflegte Kaiser Joseph II. persönlichen Kontakt zu Cajetano und schätzte dessen Arbeit.
Für weitere Informationen stehe ich während der Ausstellung gerne zur Verfügung. In diesem Sinne folgender Hinweis:

Die Sterne künden
uns nur die Zeitqualität
verursachen nicht!

Postscriptum: In Österreich gewerblich tätige Astrologen müssen Mitglied der WKÖ (= Wirtschaftskammer
Österreichs) sein und eine Ethikerklärung unterschreiben.

Ein Auszug aus dem Museumsheft 2013/1 zu beziehen im Shop Genaustria

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Tag der Wiener Bezirksmuseen

Jährlich veranstalten die Wiener Bezirksmuseen einen Besuchstag mit Geschichten zu besonderen Themen, jeder Bezirk für sich mit seinen Schwerpunkten. Ich wollte hier einmal die Plakate der letzten 7 Jahre vorstellen, die mit besonderem Aufwand hergestellt wurden.

Sehen Sie alle diese Plakete aus dem Bezirksmuseum Landstraße 2008 bis 2014 in unserer Homepage hier auf DasMuseenNet
unter http://dasmuseen.net/berichte.html

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Ihr Karl Hauer

Beispiele hier als Vorschaubilder :

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von Marianne Senftleben

Kloeppelspitzen
EINE SINNVOLLE FREIZEITBESCHÄFTIGUNG
Geklöppeltes, wie Spitzen und Deckchen, faszinierten mich schon immer.
Obwohl ich als Werklehrerin mit den verschiedensten Handarbeitstechniken vertraut war, schien mir die Kunst zu klöppeln als sehr kompliziert. Zudem ist Klöppeln im Werkunterricht nicht vorgesehen.
Seit wann es die Klöppelspitze gibt, und wo sie entstand, ist nicht sicher belegt. Nachweisbar ist sie seit dem 16. Jahrhundert in Italien und hier vor allem in Genua. Nach und nach ist die Klöppelspitze auch in Spanien, in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland zu fi nden, ehe sie auch in den slawischen Ländern bekannt wurde. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts kam die Kunst des Klöppelns ins Erzgebirge, wo es bis heute noch sehr gepfl egt wird, und wo es auch eigene Klöppelschulen gibt.
Und ein Besuch im Erzgebirge war schlussendlich der Anlass, dass ich mit dem Klöppeln angefangen habe.

Kloeppel_Weihnacht
Bei einem Schauklöppeln konnte ich sehen, welch schöne und dekorative Stücke entstehen, wenn man wusste, wie die einzelnen Klöppel zu handhaben sind. Ab nun stand für mich fest: „Ich lerne Klöppeln!“
Meine ersten Klöppelschritte absolvierte ich in einem Kurs in der Volkshochschule.
Fachausdrücke, die die Arbeitsweise näher beschreiben, wie „drehen“, „kreuzen“,  sowie „Schläge“ – zum Beispiel „Leinenschlag“, „Halbschlag“ und so weiter – sind anfangs kompliziert, und ich musste lernen, diese in die Praxis umzusetzen. Ebenso ist das Lesen der Klöppelbriefe nicht ganz einfach und eine große Umstellung zu anderen Handarbeitstechniken.
Kurse beim Österreichischen Klöppelverein folgten. Weiterbildung habe ich außerdem in der Fachliteratur und durch den Erfahrungsaustausch bei Besuchen von Klöppelrunden gefunden.
Kloeppel_Maedchen.jpg
„Kein Preis ohne Fleiß“, und so musste ich viel üben, damit sich erste Erfolgserlebnisse einstellten.
Für das Klöppeln sind verschiedene Utensilien notwendig:
• Der KLÖPPELPOLSTER, der fest gestopft sein muss, damit beim Klöppeln die zu steckenden Nadeln
guten Halt haben.
• Der KLÖPPELSTÄNDER, auf dem der Klöppelpolster liegt.
• Die KLÖPPEL, auf denen das Garn aufgewickelt wird.
• GARNE, die aus verschiedenen Materialien sein können
(Leinen, Baumwolle, Seide, …).
• Rostfreie STECKNADELN zum Befestigen der Arbeit.
• Der KLÖPPELBRIEF, auf dem das Muster gezeichnet
ist.
• Eine transparente Folie zum Verstärken des Klöppelbriefes sowie
• eine Schere und eine Häkelnadel.
Ich klöpple gerne kleine Werkstücke, die für die Dekoration der Wohnung dienen und auch der Jahreszeit entsprechen: Für Ostern sind es die kleinen Häschen, Küken, Ostereier usw. in den verschiedensten Varianten und Farben. Als Weihnachtsmotive, worunter es viele Möglichkeiten gibt, mache ich gerne Sterne und Glocken als Christbaumschmuck, Engel, Krippendarstellungen, Madonnen und anderes. Motive aus dem Tier- und Pflanzenreich, zum Beispiel Schmetterlinge, Katzen, Bäume Blumen usw. sind ebenso traumhaft wie unerschöpfl ich.
Ich selbst verwende für meine Klöppelarbeiten je nach Motivvorgabe Baumwollgarn oder auch Leinengarn, Seide und synthetische Eff ektgarne. Mehrere Klöppelrollen habe ich mit verschiedenen Klöppelmotiven aufgesteckt und arbeite, da ich
in Pension bin, je nach körperlicher Verfassung tagsüber oder abends.

In der Ausstellung zeige ich einen kleinen Überblick über die vielen Gestaltungsmöglichkeiten des Klöppelns, das oftmals nur mit Spitzen und Deckchen in Verbindung gebracht wird, wie es auch meine Ansicht früher gewesen war.

b2ap3_thumbnail_Klppel_Blume.jpgOhne zu klöppeln würde mir etwas fehlen, und ich bin froh, dass ich den Schritt, die Klöppelkunst zu erlernen,
gemacht habe, denn „ich klöpple für mein Leben gern“.
Während der Öff nungszeiten werde ich im Bezirksmuseum klöppeln, wobei mir Interessenten zusehen können.

Ein Auszug aus dem Museumsheft 2012/4 zu beziehen im Shop Genaustria

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Harfenist-Baumann-in-der-Steingasse_1905_Engelhart
Im 17. Jahrhundert spielten Dudelsackpfeifer in Gasthäusern zur Unterhaltung auf. Sowohl die Sage um den „Lieben Augustin“ als auch die historisch belegte Person des Dudelsackpfeifers Marx Augustin (1643–1685), der auf der Landstraße daheim gewesen war, sind in unserer Erinnerung.
Im 18. Jahrhundert übernahmen die Harfenisten, die zu ihren gezupften Melodien sangen, die Unterhaltung der Wirtshausgäste. Einige von ihnen sind uns dem Namen nach noch bekannt wie Leopold Bürger (1771–1833), der als „blinder Poldl“ in ganz Wien bekannt war, oder der ebenfalls blinde Karl Perfetta (1810?-1870), der von dem aus England stammenden und auf dem St. Marxer Friedhof beerdigten Elias Parish Alvars (1808-1849) ausgebildet worden war und vornehmlich auf dem Wasserglacis – heutiger Stadtpark – die Gäste unterhielt.

 

 

Blinde-Hofmusikanten_1932_Engelhart
Diese Musiker zogen meist als gering geschätzte Alleinunterhalter durch die Gasthäuser und bestritten ihren Lebens-unterhalt durch „Absammeln“ von milden Gaben.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen die Volkssänger auf dem Plan; die ersten traten im Narrenkostüm gemeinsam mit Harfenisten auf und fristeten
ihr Leben ebenso mühsam wie diese. Einige von ihnen waren, weil sie in keinem Lokal beschäftigt wurden, darauf angewiesen ihr Dasein als Hofsänger zu fristen.




Erst Johann Baptist Moser, sein bürgerlicher Name war Müller (1799-1863), der übrigens in der
Landstraßer Hauptstraße wohnte, machte das Volkssängertum salonfähig. Er komponierte Couplets
und gründete eine Gesellschaft von Sängern und Komikern, die im Frack auftraten und nun zu Klaviermusik sangen; um seine fix terminisierten Vorstellungen besuchen zu können, mussten die Besucher einen Eintrittspreis bezahlen, womit das Absammeln mit dem Hut ein Ende hatte.
Seinem Vorbild folgten bald auch andere Volkssängergesellschaften, unter denen man die Namen Edmund Guschelbauer (1839-1912), der das heute noch beliebte Wienerlied vom „oidn Drahrer“ bekannt machte, Fanny Hornischer (1845-1911), Emilie Turecek, verehelichte Demel, die in ganz Wien als „Fiakermilli“ (1848-1889) bekannt war, Antonie Mansfeld (1835-1875) und den Fasanviertler Carl Lorens (1851-1909) findet.

Alle diese Künstler wurden für ihre Auftritte von Gastwirten, die entweder in ihrem Lokal über einen Saal mit Bühne oder für sommerliche Auftritte einen entsprechend großen Garten verfügten, engagiert
Diese Gewohnheit versuchte Johann Fürst (1825-1882) zu ändern, der sein eigenes Fürst-Theater im Prater gründete.
Damit begann die Wiener Tradition des Unterhaltungstheaters, die mit noch heute bekannten Namen wie Hermann Leopoldi (1888-1959), Karl Farkas (1893-1971), Fritz Grünbaum (1880-1941 Dachau), Fritz Löhner-Beda (1883-1942 Auschwitz), Ernst Arnold (1892-1962), Fritz Imhof (1891-1961) und vielen anderen hier nicht Genannten verbunden ist.
Aber kehren wir zu den Unterhaltungsstätten im dritten Bezirk zurück, wo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Volkssänger die Menschen unterhielten.
Es war die Zeit, als der Gast solcher Lokale seine Alltagssorgen vergessen wollte und ein Gefühl der Geborgenheit vor allem Unangenehmen, das die Welt dort draußen bot, suchte. Ein Vierzeiler sagt alles dazu aus:

Bei mir z‘haus
bin i nia z‘haus.
Aber im Wirtshaus
bin i wia z‘haus.

Beginnen wir mit unserer Wanderung durch die ehemaligen Landstraßer Wirtshäuser am ehemaligen Glacis. Etwa an der heutigen Anschrift Marokkanergasse 3 befand sich das beliebte Lokal „Zu den zwei Täuberln“, das der in der Nähe wohnende Peter Fendi in einem reizenden Stich verewigte. Hier waren schon in früherer Zeit die Harfenisten daheim gewesen. 1826 trat hier der junge Johann Strauss (Vater) mit einer kleinen Musikergruppe auf und brachte als Einstand sein Opus 1, den Täuberl-Walzer, zu Gehör.
Im „Neulingschen Brauhaus“ (Ungargasse / Ecke Neulinggasse) und dem angeschlossenen Garten traten sowohl Johann Baptist Moser als auch Edmund Guschelbauer auf.
Im Garten der „Goldspinne“ (Ecke Ungargasse / Linke Bahngasse) konzertierten die Kapelle Kirchmayer
und das Terzett D‘Gumpendorfer.
An der Ecke der Beatrixgasse zur Landstraßer Hauptstraße befand sich das Volkssängerlokal
„Zum schwarzen Bock“. Hier trat die Gesellschaft des unweit von hier wohnenden Johann Baptist Moser einige Zeit allwöchentlich auf; 1843 hatte hier das Mitglied der Moser-Gesellschaft Johann Kwapil (1822-1907) sein Debut.
Wenige Schritte weiter – Landstraßer Hauptstraße 31 – gab es die „Goldene Birn“ des Ehepaares Johann Evangelist und Anna Stipperger. Das Lokal galt jahrzehntelang als vornehmes Tanzetablissement, wo Vater und Sohn Johann Strauss ebenso wie Josef Lanner und viele andere damals beliebte Tanzorchester aufspielten. Im Gasthaus ließ es sich Ludwig van Beethoven schmecken, und im angeschlossenen Gasthof wohnten Alexander Ypsilanti und Honoré de Balzac.
Schräg gegenüber finden wir das Lokal „Zum roten Hahn“, wo nicht nur die närrische Gesellschaft um Franz Schubert ihre Zusammenkünfte hatte, sondern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch der berühmte Stammtisch der bildenden Künstler Robert Russ, Hans Canon, Carl Moll und Emil Jakob Schindler tagte.
Im Garten des Gasthauses „Zum guten Hirten“ (Gasthaus Metzger, Landstraßer Hauptstraße 55) ist das Auftreten Guschelbauers und Fanny Hornischers verbürgt.
Schräg gegenüber vom Metzger gab es an der Ecke zur Rochusgasse über Jahrzehnte das Gasthaus „Zum eisernen Hut“, das von Studenten bevorzugt wurde und wo es häufi g hoch her ging; der 1848er-Revolutionär Hans Kudlich (1823-1917) – er wohnte übrigens zu dieser Zeit im Gasthof „Zur goldenen Birn“ – erinnerte sich daran in seinem Buch „Rückblicke und Erinnerungen“.
Ein Stück stadtauswärts gab es das Gasthaus „Zum schwarzen Tor“ (Landstraße Hauptstraße 73), wo schon zu Ende des 18. Jahrhunderts zum Tanz aufgespielt wurde. 1791 wurde den Lesern der Wiener Zeitung berichtet, „ ... dasz Sonntag den 25. September wie gewöhnlich Musik beim „Schwarzen Tor“ ist ... Herr Stratzer hat zu Ehren des schönen Geschlechtes zwölf neue Menuetts und zwölf Langaus
verfasset, womit er sich hören lassen wird“.
Der Landstraßer Stipperger-Sohn Bernhard mit Vornamen unterhielt sein erstes Lokal „Zur schönen
Sklavin“ in der Erdbergstraße (heute Nr. 10), von wo er in die Innenstadt wechselte, wo er das Schild „Zum goldenen Ochsen“ bald durch die imponierende Aufschrift „Zur Stadt Frankfurt“ ersetzte. Hier war Franz Grillparzer einer seiner Stammgäste, und es ist bekannt, dass Stipperger einer der ersten war, die nach dem Tod des Dichters einen bedeutenden Betrag für die Errichtung eines Denkmals  zeichneten.
Der zweite Stipperger-Sohn namens Johann betrieb in der Weißgerber-Vorstadt das Lokal „Zum guten Hirten“ in der dortigen Hauptstraße (heute Obere Weißgerberstraße 18), das er in der Tradition seiner Eltern sowohl als Gasthaus als auch als Tanzetablissement führte. Das Lokal erfreute sich offenbar eines guten Rufes, was man einem Gedicht entnimmt:

Doch mehr zufrieden ist man bei der Schenke
Zum guten Hirten, denn der Wirt
versorgt mit guten Speisen und Getränken
die Schafe wie ein guter Hirt.

In Erdberg sind der „Schwarze Adler“ in der Petrusgasse (heute Nr. 2), die „Ungarische Krone“ in der
Schimmelgasse (heute Nr. 2) und der „Weinstock“ in der Schlachthausgasse (heute Nummer 14) als
Volkssängerlokale zu nennen, wo sich die Gäste ohne jeden Standesunterschied – vom Handwerker
bis zum Herrn Lehrer und vom Fiaker bis zum G‘studierten – unterhalten ließen.
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Am äußeren Rennweg (Ecke Grasbergergasse) befand sich das beliebte Gasthaus „Zum ewigen
Leben“, das bis 1874, als der St. Marxer Friedhof geschlossen wurde, gerne von Trauergästen zum
Leichenschmaus besucht wurde. Schon zu dieser Zeit, aber auch noch bis in die ersten Jahre
des 20. Jahrhunderts gab es allwöchentlich am Samstag große Vorstellung. Hier trat häufi g die
Gesellschaft Emmerich Zillner, Komponist des bekannten Liedes „Es steht ein alter Nussbaum
drausst in Heiligenstadt“, auf und Paul Meneghini konnte in seiner Posse „Der Herr Vetter aus
Krems“ bewundert werden.
Heute werden solche Veranstaltungen nur noch von wenigen „Feinschmeckern“ besucht, wodurch
die Pflege des Wienerliedes aber auch der Geselligkeit leiden.

 Auszug aus dem Museumsheft 2012/1 zu beziehen im Shop.genaustria.at

 

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Landstraßer / innen, über die man auch heute noch (manchmal) spricht.

Der TenorDer gebürtige Slowene debutierte 1934 im siebenbürgischen Cluj (Klausenburg). 1936 holte ihn der Dirigent Otto Walter an die Wiener Staatsoper, der er mit Ausnahme von Gastspielen in England (London), Frankreich (Paris), Italien (Rom und Neapel), Argentinien (Buenos Aires), Konzertreisen durch Australien, die Tschechoslowakei und Ungarn sowie Auftritten bei den Salzburger Festspielen sein ganzes Leben lang treu blieb.

Er war über Jahrzehnte in Wien einer der beliebtesten Darsteller des Florestan in Beethoven Fidelio und der Inbegriff des lyrischen Tenors in Mozartopern an der Seite von Irmgard Seefried, Elisabeth Schwarzkopf, Sena 

          

          Jrinac und Ljuba Welitsch.Don Giovanni

Ich durfte Anton Dermota an vielen Abenden auf der Bühne des Theaters an der Wien - Ausweichquartier der Wiener Staatsoper von 1945 bis 1955 - in der Partie des Zinngießermeister Balthasar Zorn erleben.

Zu seinem siebzigsten Geburtstag sang er noch einmal in der Staatsoper den Tamino in Mozarts Zauberflöte. In der Presse hieß es damals, dass seine Stimme so wie gewohnt unverändert und frisch klang.

An seinem Wohnhaus in der Landstraßer Hauptstraße gibt es (noch) keine Gedenktafel für den großen Sänger.

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Der OperettenkomponistNur wenige Jahre wohnte der Operettenkomponist in der Nähe des Arenbergparks, aber Spaziergänger werden vergebens nach einer Gedenktafel suchen.
Der Lebenslauf des Mannes, der bis 1908 auf die Vornamen Rudolph Josef Frantisek hörte, ist imponierend: Berufsoffizier (mit 23 Jahren wurde Leutnant Benatzky krankheitshalber in den Ruhestand versetzt), Germanistik-, Philosophiestudium in Prag, Doktor der Philosophie (zur selben Zeit studierte er bei Antonin Dvorák Musik), Schlagerkomponist seit 1908, Theater- direktor und seit 1910 Operettenkomponist.
Die Liste seiner Werke ist so lang, dass dafür hier der Platz fehlt; ich möchte nur einige, die auch heute noch bekannt sind, nennen:

"Axel an der Himmelstür", "Bezauberndes Fräulein", "Meine Schwester und ich" und natürlich "Im weißen Rössl"

Böse Zungen meinten in den Vorkriegsjahren, als Ralph Benatzky den Höhepunkt seines Erfolges und seiner Popularität erreicht hatte, dass er seinen Namen in "Benutzky" ändern müsse, weil er in seinen Operetten immer wieder Musiknummern verwendete, die von anderen Komponisten stammten, wie beispielsweise "Zuaschau'n kann i net" (Bruno Granichstaedten), "Was kann der Sigismund dafür ..." (Robert Gilbert) sowie " Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" und "Die ganze Welt ist himmelblau" (Robert Stolz) in der Erfolgsoperette "Im weißen Rössl".
Benatzky emigrierte 1940 endgültig in die USA, nachdem er bereits 1938 versucht hatte, in Hollywood Fuß zu fassen. 1948 kehrte er nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod in Zürich.
Während seines Aufenthalts in den USA war er sowohl musikalisch tätig aber auch als Übersetzer tätig (Text des Musicals "Porgy and Bess" und William Somerset Maughams Memoiren "Rückblick auf mein Leben" - Originaltitel: The Summing Up). Auf eigenen Wunsch wurde er in Sankt Wolfgang, am Spielort seiner Operette "Im weißen Rössl", beerdigt.

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Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht

Dieser Beitrag liegt mir besonders am Herzen, weil er in dieser Reihe erstmalig  einer Frau gedenkt und weil es sich bei dieser um eine waschechte Landstraßerin handelt.

Regina Leopoldine Blau - später änderte sie ihren Vornamen auf Tina - kam als Tochter des jüdischen Militärarztes Simon Blau in der ehemaligen Heumarktkaserne zur Welt. Wie aufgeschlossen ihr Vater offenbar war, zeigt sich an der Tatsache, dass er ihr schon im Alter von 13 Jahren ein Kunststudium ermöglichte. Sie studierte in Wien in den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts bei August Schaeffer. 1867 stellte sie im Wiener Kunstverein zum erstenmal ihre Landschaftsbilder aus, und ein Jahr später war sie mit einem ihrer Bilder bei der Eröffnung des Wiener Künstlerhauses vertreten.

Mit dem Erlös zweier verkaufter Bilder konnte sie es sich leisten ins damalige "Malermekka" München zu übersiedeln, wo sie bei Wilhelm Lindenschmit

studierte, aber auch ihren späteren Ehemann, den Pferde- und Schlachtenmaler Heinrich Lang kennen lernte. 1869 wurde sie bei einer Ausstellung im Münchner Glapalast mit der damals "neuen" französischen Malerei, dem Impressionismus, konfrontiert. Bis zu ihrem Tod blieb sie dieser Kunstrichtung treu und war damit die erste österreichische Imprssionistin.

Als sie 1875 nach Wien zurückkehrte, ging sie mit Emil Jakob Schindler eine Künstlergemeinschaft ein, die bis zu dessen Heirat 1878 hielt. Er hatte die bereits im dritten Monat schwangere Sängerin Anna Sofie Bergen geheiratet. Ihre Tochter ist uns auch noch heute als Alma Mahler-Werfel bekannt.

Die gekränkte Tina Blau ging wieder nach München, wo sie einerseits zur Evangelischen Kirche konvertierte und bald darauf Heinrich Lang heiratete. Beide waren künstlerisch überaus produktiv - Tina Blau-Lang unterrichtete an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins und zeigte während einer Ausstellung im Münchner Kunstverein mehr als 60 Landschaftsbilder.

Nachdem Heinrich Lang 1891 starb, begab sie sich zuerst auf Reisen, kehrte aber bald darauf nach Wien zurück, weil ihre Mutter schwer erkrankt war. Sie siedelte sich im Weißgerberviertel an, von wo sie ihren geliebten Prater in wenigen Minuten zu Fuß erreichen konnte. Ihre Wohnadressen waren Rasumofskygasse 2 und später Erdberger Lände 16; ein Atelier betrieb sie im Haus Kegelgasse 24.

1897 gründete sie gemeinsam mit Olga Prager, Rosa Mayreder und Karl Federn die Wiener Kunstschule für Frauen und Mädchen, an der sie bis zu ihrem Tod unterrichtete.

Im 3. Bezirk erinnert leider keine Gedenktafel an diese bedeutende Künstlerin; 1930 wurde im 14. Bezirk ein Weg nach ihr benannt, der allerdings wegen ihrer jüdischen Abstammung zwischen 1938 und 1947 einen anderen Namen trug.

Im Jahr 2006 zeigten wir im Bezirksmuseum Landstraße die Ausstellung Tina Blau-Lang, wohnhaft Wien III. Lesen Sie weiter auf unserer Museumsseite

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Gedenktafel Musil, Rasumofskigasse 20

Immer wieder fragen Schüler, Studenten und historisch interessierte Besucher nach einer namentlichen Zusammenstellung prominenter Personen, die irgendwann im Bezirksgebiet daheim waren. Diese Liste enthält nur die Namen der Personen, deren Beruf und den Vermerk GT, sofern eine Gedenktafel besteht. Nähere Angaben erfragen Sie, bitte, bei uns. Ich habe begonnen eine solche anzulegen; sollten Sie die/den eine(n) oder andere(n) vermissen, teilen Sie uns, bitte, den fehlenden Namen über diesen Blog oder mittels E-Mail mit. Danke!

+ neben dem Namen bedeutet, dass diese Person bereits Mittelpunkt einer Ausstellung war

# neben dem Namen bedeutet, dass es zu dieser Person eine Homepage-Seite gibt. Adelpoller Franz, Politiker und Widerstandskämpfer, GT  Agricola Karl, Maler und Kupferstecher Aichinger Ilse, Schriftstellerin Angerer Paul, Komponist, # Aslan Raoul, Schauspieler Augustin Max, Dudelsackpfeifer

Bach de Christoph sen, Kunstreiter Bach de Christoph jun, Kunstreiter Bachmann Ingeborg, Schriftstellerin, GT (s. Museumsheft 1996/3; 2002/3; 2003/4) Bahr Hermann, Schriftsteller Balzac de Honore, Schriftsteller, GT (s. Museumsheft 2001/4 ) Bauernfeld Eduard, Bühnenautor, Schriftsteller Baumann Ludwig, Architekt Bayros Franz, Maler, GT Bäuerle Adolf, Schriftsteller, Journalist (s. Museumsheft 2003/4) Beethoven van Karl, Offizier (s. Museumsheft 1998/5) Beethoven van Ludwig + #, Komponist, 2 GT (s. Museumsheft 1998/5) Benatzky Ralph, Komponist Berg Alban, Komponist Bernstein Leonard, Komponist, GT Bing Rudolf, Theatermanager Birago von Karl, Festungsbaumeister

Die komplette Liste finden Sie auf der Museumsseite

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Finden Sie hier periodisch einige Auszüge aus dem Buch, veröffentlicht vom Bezirksmuseum Landstrasse, Wien 3

Beginnen wir mit Kapitel 1: PRÄHISTORISCHE UND RÖMISCHE FUNDE (Stand 2007)

13-15, 17, 36 Gerlgasse 8, 12 Göschlgasse 12, 14
Hafengasse 2, 13 Hegergasse 13 Hohlweggasse 1 bis 19, 2 bis 6, 10, 12
Jacquingasse 18 Keilgasse 2 bis 6, 7, 9, 12 Kleistgasse 2, 12 Klimschgase 12 bis 18, 19, 21, 40
Landstraßer Gürtel 27 Landstraßer Hauptstraße 10, 13, 21, 39, 75-77, 137, 146-148, 169, 171, 173
Mechelgasse 1 bis 5 Metternichgasse 11
Oberzellergasse 14 bis 20 Prätoriusgasse Prinz-Eugen-Straße 1
Rechte Bahngasse 50 Reisnerstraße 59, 61 Rennweg 6, 11, 12A, 13, 14 bis 26, 21, 31 bis 33A, 34-36, 44, 49, 54, 58 bis 64, 63, 81, 87, 95, 96, 97, 102
Rennweg / Ungargasse Rudolfstiftung (Garten) Schlachthausgasse 52, 54
Schützengasse 1, 2, 12, 24 Siegelgasse Stanislausgasse 1, 2, 4, 11 Steingasse 21 bis 27, 30, 33 bis 37, 36 bis 40 Strohgasse 1 Stubenbrücke Schweizer Garten Ungargasse 64
Viehmarktgasse Zollamtsstraße, Vordere

Damit haben Sie einen ersten Überblick über diese Funde im Bezirk, lesen Sie bitte die weiteren kommenden Buchauszüge - der nächste wird sein: Ein Bericht über die "Frühgeschichte", oder beschaffen Sie sich das Buch bei einem Besuch im Bezirksmuseum in der Sechskrügelgasse 11; oder Sie bestellen es Online hier.

 

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Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (21).

Thonet

Neben dem Grabstein für Katharina Waldmüller weist eine kleine Erinnerungstafel darauf hin, dass sich hier die Grabstelle des 1888 exhumierten und in die Familiengruft im Zentralfriedhof überführten Michael Thonet befunden hatte, der infolge seiner Erfindung der Holzbiegetechnik und die Entwicklung des Bausatz-Prinzips als ein Pionier des Möbeldesigns gilt.
1819 machte sich Thonet im rheinländischen Boppard als Bau- und Möbeltischler selbständig. Bereits ab 1830 stellte er Möbel aus verleimten und gebogenen Holzleisten her.
1841 wurde der damalige österreichische Außenminister Metternich auf ihn aufmerksam, als er Thonets Möbel auf der Koblenzer Gewerbe-ausstellung sah.
Thonet folgte mit seiner Frau und den fünf Söhnen Metternichs Einladung nach Wien zu kommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten begann schließlich ab 1850 der steile Aufstieg des Unternehmens Gebrüder Thonet, in dem aber der Vater Michael nach wie vor die oberste Leitung beibehielt.Thonet erkannte, dass das große Geschäft nicht mit exklusiven Möbeln gemacht werden kann, sondern mit der Massenerzeugung. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts gründete die Familie nach und nach 22 Erzeugungsbetriebe innerhalb der Monarchie und acht Verkaufsstellen in europäischen Großstädten. Eine der ersten Erzeugungsstätten der Firma Thonet befand sich in der Unteren Weißgerberstraße. Es gibt hier keine Gedenktafel. Ein Beispiel für das von der Firma entwickelte Bausatz-Prinzip ist der Stuhl Nr. 14: Er besteht aus sechs Teilen sowie zehn Schrauben und zwei Muttern.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof liegt nun mit einem beigefügten Orientierungsplan für Interessenten vor.
Sie können diesen entweder im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Einer der Schwerpunkte unserer Präsentationen ist die Dauerausstellung über den Sport in unserem Bezirk. Hier wird sowohl die Geschichte des EislaufenEislaufens auf der Landstraße - Schleifen auf dem gefrorenen Hafenbecken des Wiener Neustädter Kanals im 18. Jahrhundert, die Aktivitäten des Wiener Eislaufvereins im 19. Jahrhundert auf seinem ersten Platz im Bereich der heutigen Vorderen Zollamtsstraße und schließlich das Eislaufen auf dem zweiten Platz in der Johannesgasse bzw.

 

Lothringerstraße - in vielen Bildern, als auch Fotos von Landstraßer Eislaufgrößen vergangener Jahre gezeigt. In der Ausstellung wird auch an Landstraßer Radsportler, Gewichtheber, Boxer und Leichtathleten, die es zu inter-nationalem Ruhm brachten, erinnert.

 

 

b2ap3_thumbnail_Eislaufen2_882-300x203.jpgAlles in allem eine Schau, die dem Besucher immer wieder den Gedanken vermittelt: "Jö, schau, an die/den erinnerne ich mich noch gut."

Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Museumsseite hier und auch hier. Weitere historische Bilder präsentieren wir in unserer online Bilderdatebank]

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Landstraßer / innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht.

Deutsch Ernst Deutsch als Baron Kurz in "Der Dritte Mann"

Der in einer jüdischen Prager Kaufmannsfamilie  geborene Ernst Deutsch entwickelte sich als Schauspieler, nachdem er schon 1916 in Hasenclevers Drama Der Sohn am Dresdner Alberttheater die Titelrolle mit großem Erfolg gespielt hatte, zum expressio- nistischen Darsteller und im Verlauf seiner Karriere immer mehr zum Darsteller dämonischer Charaktere wie beispielsweise in seiner Darstellung des Baron Kurtz in Carol Reeds Film Der dritte Mann.

Bis 1933 - in diesem Jahr verließ er Deutschland und übersiedelte nach Wien - war Ernst Deutsch haupt- sächlich an Berliner Theatern tätig, spielte aber auch in einer großen Anzahl von Stummfilmen.

1938 emigrierte er in die USA und stellte in zahlreichen Hollywoodfilmen unter dem Pseudonym Ernest Dorian Nazis und deutsche Offiziere dar. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte er über Paris und die Schweiz nach Wien zurück und wurde Ensemblemitglied des Burgtheaters.

Ernst Deutsch in der Rolle des Nathan, Burgtheater, 1967

Mehr als eintausendmal verkörperte Ernst Deutsch während seines Lebens die Titelrolle in Lessings Nathan der Weise. Seine Darstellung dieser Figur war über Jahrzehnte Vorbild für andere Schauspieler, als ob diese Figur ihm auf den Leib geschrieben worden wäre.

Ernst Deutsch war nicht nur ein großer und überaus talentierter Schauspieler; es war ihm aber auch bewusst, dass nur viel Einsatz und Engagement gemäß dem ihm zugeschriebenen Ausspruch Wer vom Glück nur träumt, darf sich nicht wundern, wenn er es verschläft zum Erfolg führt.

An seinem Wohnhaus in der Landstraßer Hauptstraße erinnert leider keine Gedenktafel an diesen großen Charakterdarsteller.

Weitere Bilder von Persönlichkeiten, Portraits, präsentieren wir in der History Online-Datenbank

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Seit 1990 beschäftige ich mich damit, die jüdischen Landstraßer, die im März 1938 infolge der Okkupation unserer Heimat durch Nazideutschland plötzlich zu ausgegrenzten und rechtlosen Unpersonen wurden, in einer Datei zusammenzufassen.

In mühevoller Kleinarbeit suchten wir die Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Berufe und Schicksale dieser Menschen.

Dann gab es im Mai 1995 die Ausstellung Unsere vergessenen Nachbarn. Ich wählte diesen Titel damals mit voller Absicht, weil diese Menschen in unserer Gesellschaft bis dahin tatsächlich vergessen waren. Niemand von den älteren Menschen sprach von ihnen, und Auskünfte erhielt ich immer nur nach beharrlichem Fragen.

Erst einige Jahre danach gab es dann die offiziellen Gedenkveranstaltungen wie beispielsweise A letter to the stars. In unserem Bezirksmuseum erinnert ein Gedenkraum seit 1995 an diese ehemaligen Mitbürger, wo auch ein Erinnerungsbuch aufliegt.

Immer wieder versuche ich seither, das Gedenken auch in der Öffentlichkeit durch Anbringung von Gedenktafeln wach zu halten; bei dieser Tätigkeit unterstützt mich dankenswerterweise der Landstraßer Verein Steine des Gedenkens, der sich bemüht, jedes Jahr zu Beginn des Monats November anlässlich der so genannten Kristallnacht neue Erinnerungstafeln für Personen oder Institutionen im Gehsteig anbringen zu lassen. Der Vorstellung des Buches war anlässlich unserer Ausstellungseröffnung am 11. November 2011.

Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer alten Homepage

Detaillierte Daten auf der Internetseite Juden in Wien 3 Das Buch ist im Museum und auch online zu erwerben

und http://www.steinedesgedenkens.at

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Der Erfinder des Hatschi Bratschi und des über die Tapete reisenden Florian.

Ginzkey

K. u. k. Offizier, Kartograph, Dichter und Schriftsteller: das alles war dieser Mann, den ich   noch heute verehre, obwohl er sich mit den Machthabern des Dritten Reiches arrangierte,  indem er 1942 Mitglied der NSDAP wurde. Aber, wer weiß, wodurch er vielleicht dazu gezwungen war. Schon als jungen Menschen zogen mich seine Verse eigentümlich an, und ich erinnere mich mit Freude an die Lektüre seiner Novellen wie zum Beispiel Magie des Schicksals. Er wohnte während einiger Jahre in einem Haus der Mohsgasse, wo es aber natürlich keine Gedenktafel gibt: Schließlich und endlich, wer erinnert sich heute schon noch an den Ginzkey? Seine Ballade Der schlafende Wagen, in der er den greisen, schlummernden Prinzen Eugen mitsamt seinen alten, schlafenden Dienern in seiner Kutsche vor dem Tor des Belvedere schildert, bringt mich immer wieder beim Lesen zum Schmunzeln.

Sieh, da naht sich leise, leise auf den Zehn das Volk im Kreise, sorgend, dass kein Lärm bestehle seines Lieblings Heldenschlaf. Stumm umstand das Volk der Wiener Prinz Eugen und seine Diener. Bis ein Schusterbube lachend auf zwei Fingern schrillend pfiff. Er bekam zwar eine Schelle, doch sie tönte also helle, dass der alte Held erwachend jäh nach seinem Degen griff. ............. Mit Gequietsche und Gerutsche schob sich schnell die alte Kutsche durchs Portal. Ein freundlich Winken, und der Prinz verschwunden war.

Ich kaufte meinen beiden Buben - Geburtsjahr 1965 und 1967 - Ginzkeys Kinderbücher und sehe es noch vor mir, wie der Jüngere mit vier Jahren, als sein älterer Bruder den Hatschi Bratschi und den Florian bereits selbst lesen konnte, beim Ansehen des Buches wichtig dreinschauend die Verse laut deklamierte und die Seiten an der richtigen Stelle umblätterte.

War das eine schöne Zeit! Karl Hauer

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Im vergangenen Sommer habe ich, wie schon in den letzten fünf Jahren, während meines Urlaubs in Kärnten ein Buch "verbrochen". Es trägt den nichtssagenden Titel SO WAR DAS, und damit die möglichen Leser ein wenig neugieriger werden, habe ich mich für den Untertitel DER ENKEL EINES WIENER DIENSTMANNS ERINNERT SICH entschieden.

Die Entstehungsgeschichte ist ähnlich wie die der fünf Sachbücher. Immer hat irgendwann irgendjemand zu mir gesagt: "Sagen Sie" bzw. "Sag einmal" - "wo kann man das nachlesen?" Und dann musste ich immer antworten: "Tut mir Leid, das wurde nirgends aufgeschrieben; alles das sitzt in meinem Kopf".

Und so war das auch, wenn ich aus meinem Leben erzählte und in meinen Erinnerungen kramte: Erster Gehversuch im Kleinkindalter mit neun Monaten verbunden mit einer Blutvergiftung an der linken Hand, die beinahe zur Amputation des Unterarms geführt hätte. An meine Freundschaft im Kleinkindalter mit unserem Nachbarn, dem Schuhmachermeister Josef Hrad, der mich Liedchen gelehrt hatte, die ich noch heute kenne, erinnere ich mich gerne; allerdings hatte er auch ein Sprücherl verfasst, das mich schon damals begeisterte; für das Aufsagen desselben vor meinen Eltern gab es Ohrfeigen von meinem Vater.

Schuster, scheißt er und hust' er,

scheißt er nicht, dann hust' er,

hust' er nicht, dann scheißt er.

Scheißt er nicht und hust' er nicht,

dann ist er auch auch kein Schuster nicht.

Mein mütterlicher Großvater Leopold Brunner, der Dienstmann und Nachtwächter am Tandelmarkt in der Rossau war, seine von mir geliebte Lebensgefährtin Henriette "Jettinko" Tabak, der Nazifreund meines Vaters - auch "der Vati" war illegales Mitglied der NSDAP schon seit meinem Geburtsjahr 1931 - Joschi Milaberski, der in den Putsch des Jahres 1934 verwickelt war, die jüdischen Freunde meiner Mutter in der Leopoldstadt - sie pflegte diese Freundschaften trotz der ständigen Proteste meines antisemitisch gesinnten Vaters - und in der Brigittenau, meine Garser väterliche Großmutter, die Schuldienerin Fanny Hauer und natürlich die ganze Verwandtschaft rundherum schildere ich so färbig wie möglich.

Ich erzähle aber auch meine Erlebnisse in der Nazizeit, als unsere Familie von heute auf morgen als "politisch unzuverlässig" eingestuft, und ich deshalb aus der Oberschule für Knaben geschmissen wurde. Meine inhomogene  Entwicklungsperiode nach 1945 - Mitglied der FÖJ, Schauspieleleve, Schlagzeugspieler (heute heißt das Drummer), Chorsänger im Theater an der Wien, dem Ausweichquartier der Wiener Staatsoper, meine ständigen Liebschaften und die Zeit, als ich dreimal wöchentlich beim "Thumser draußen in Neulerchenfeld" verkehrte - sind ebenso Inhalt des Buches, wie auch mein Beruf als Lehrer, die abenteuerlichen Reisen durch Europa, nach Amerika und Südostasien, die ich mit meiner geliebten vierten Ehefrau Veronika unternehmen durfte und die Tätigkeit in "meinem" Bezirksmuseum. Na ja, in 81 Jahren kommt schon einiges an Erinnerungen zusammen.

Alle, die es interessiert, sind zu meiner Lesung am Dienstag, 23. Oktober 2012 ab 18:00 Uhr im Bezirksmuseum Landstraße eingeladen. Um in etwa zu wissen, mit wie vielen Zuhörern ich rechnen darf, bitte ich mich zuvor unter (01)4000-03127 oder 069910679094 anzurufen.

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Die alte Rotundenbrücke (Sophienbrücke) Ansicht gegen den Prater

Die alte Rotundenbrücke (damals noch Sophienbrücke): 1776 wurde hier eine Brücke aus Eichenholz gebaut, um den Bewohnern der Vorstädte Landstraße und Weißgerber das Erreichen der Vergnügungsstätte "Altes Landgut" (damals zwischen der heutigen Stadtgutgasse und der Ausstellungsstraße) zu erleichtern. Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert ließ Fürst Rasumofsky hier eine neue Holzbrücke erbauen, die jedoch 1809 durch einen Eisstoß zerstört wurde, sodaß er sie 1809/10 durch eine Steinbrücke ersetzte.
Schon 1819 mußte diese abgetragen werden, da sie wieder durch Hochwasser und Eis beschädigt worden war. Weil Rasumofsky inzwischen verarmt war, wurde ein "Aktienverein zum Bau der Ersten Wiener Kettenbrücke" gegründet, mit deren Mitteln 1825 eine für Fußgänger und Reiter vorgesehene 71 Meter lange Brücke errichtet wurde.

       Die Sofienbrücke (heute an Stelle Rotundenbrücke) etwa 1890

Sie wurde nach der Erzherzogin Sophie benannt (unser Bild). Ein interessantes Detail ist, daß ihr Geländer aus alten Flinten angefertigt war. 1872/72 wurde sie durch eine massive Fahrkettenbrücke ersetzt, über deren Landjochen die Gebäude für die Mauteinheber - jeder Benutzer mußte 1 Kreuzer Maut bezahlen - gebaut wurden. Erst nach 40 Jahren wurde die Einhebung der Maut abgeschafft. Im Jahr 1919 wurde der Name auf Rotundenbrücke geändert. Dieser Name erinnert an die 1872/73 für die damalige Weltausstellung im Prater errichtete Rotunde, die am 17. Sep- tember 1937 abbrannte. Da ab 1902 eine Straßenbahnlinie über die Brücke führen sollte, musste sie verstärkt werden. Wegen des starken Verkehrsaufkommens war es notwendig eine neue Brücke zu bauen, die 1936 eröffnet wurde. Dieser Neubau dauerte 16 Monate! Im April 1945 wurde dieser Übergang ebenso wie alle anderen Donaukanalbrücken von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Pioniere der Roten Armee erbauten schon bald eine Notbrücke. 1954/55 erfolgte dann der Neubau der noch heute be- stehenden Rotundenbrücke als Trägerrostkonstruktion mit rahmenartigen Hauptträgern. Sie ist 62 Meter lang, 24,7 Meter breit, von denen 16 Meter für die Fahrbahn zur Verfügung stehen.

Lesen Sie weitere Details in unseren Bezirksnachrichten im Shop und besuchen Sie unsere Bilderdatenbank mit Brücken hier

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Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht.

 

INGE KONRADI (1924-2002), eine unvergessliche Schauspielerin

Heute ist mir nach Theater bzw. Schauspielern zumute. Wenn ich die große Anzahl von Landstraßer Mimen vor meinem geistigen Auge Revue passieren lasse, fällt mir halt immer wieder als erste die unvergessliche Inge Konradi ein. Schon im letzten Jahr ihres Studiums - 1941 - am Max-Reinhardt-Seminar trat sie im Volkstheater auf.
Ab 1942 war sie dann in diesem Haus - Direktion Walter Bruno Iltz - fix engagiert. Ihre Antrittsrolle war die Franziska in Lessings "Minna von Barnhelm". In den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sie sich zur unvergleichlichen Darstellerin in Stücken von Ödön von Horvath (beispielsweise "Geschichten aus dem Wiener Wald"), Ferdinand Raimund (z. B. "Die gefesselte Phantasie" und "Der Bauer als Millionär") und insbesondere Johann Nestroy (z. B. "Kampl", "Zu ebener Erde und erster Stock", "Der Talisman" und unvergesslich als Christopherl  in "Einen Jux will er sich machen" zusammen mit Josef Meinrad). Ab 1947 wirkte Inge Konradi immer wieder in Spielfilmen mit.

OmamaDie Liste ist lang; zuletzt war sie in der köstlichen Rolle der Omama in den beiden Xaver-Schwarzenberger-Filmen "Single Bells" und "O Palmenbaum" zu sehen.

Ab 1951 war Frau Konradi Mitglied des Burgtheaters, das sie 1992 zum Ehrenmitglied ernannte. Schon seit 1988 unterrichtete sie am Max-Reinhardt-Seminar.
An der Fassade des Hauses, in dem Inge Konradi über viele Jahre daheim war - Landstraßer Hauptstraße 2C - erinnert keine Gedenktafel an sie.

Weitere Bilder von Persönlichkeiten, Portraits, präsentieren wir in der History Online-Datenbank 

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Als ich vor mehr als 30 Jahren die Leitung des Museums übernehmen durfte, fand ich bereits eine reiche Sammlung von Plänen, die das Bezirksgebiet sowohl aktuell als auch in der Vergangenheit zeigen. Einer der für unsere beinahe tägliche Arbeit am wertvollsten ist ein Plan aus der Zeit kurz nach 1862, auf dem die damals bestandenen Grundstücke sowohl mit der alten Conscriptionsnummer – solche gab es für jede der drei Vorstädte LANDSTRASSE, ERDBERG und UNTER DEN WEISSGERBERN -, als auch mit der zu dieser Zeit eingeführten Durchnummerierung in den jeweiligen Verkehrsflächen. Besonders interessant sind die drei Vorstadtpläne des Lithographen Anton  Ziegler aus den Jahren ab 1826, der zu dieser Zeit nach und nach für alle 34 Wiener Vorstädte – sie wurden ab 1862 zu den acht, die Innenstadt umgebenden neuen Bezirke zusammengefasst -  Pläne veröffentlicht.

Bild: Erdberg

Erdberg Plan aus 1826

 

Bild 3: Weißgerber

Besuchen Sie mich im Museum (ab September) und begutachten Sie diese historisch wertvollen Dokumente.

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mautnersche-brauerei-vogelschau

 

Schon zur Zeit des St. Marxer Bürgerspitals gab es hier eine kleine Brauerei. Der Erlös trug zur Erhaltung des Spitals wesentlich bei. Adolf Ignaz Mautner kam 1840 nach Wien und pachtete bald darauf die St. Marxer Brauerei. Nachdem das Bürgerspital aufgelöst worden war, kaufte Mautner 1857 die gesamte Anlage, die er schließlich 1861 durch den Ankauf von benachbarten Grundstücken vergrößerte. Ein Vogelschaubild zeigt den damaligen Brauereibetrieb. Bekannt wurde sein Betrieb durch die Erfindung der Kühlmaschine für sein Bier, was es ihm ermöglichte, Kühlhäuser unter dem Patentnamen "Normal-Bierlagerkeller System Mautner" einzurichten. Dadurch konnte er das damals beliebte untergärige Lagerbier während des ganzen Jahres anbieten.

Wasserbüffel, um 1900

Der innerbetriebliche Transport der riesigen Bierfässer wurde durch von jeweils zwei Wasserbüffeln gezogenen Wagen bewerkstelligt.

 

Ein interessantes Foto aus unserem Archiv zeigt das Einfahrtstor in der Landstraßer Hauptstraße, über dem sich ein Bild des heiligen Markus befand.

 

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Der Scchweizer GartenJa, als er 1905/06 angelegt wurde, hieß er noch Marie-Josefa-Parkund war nach der Mutter des späteren Kaiser Karl, Maria Josefa, benannt. Zum Schweizergarten wurde er 1920, als die Stadt Wien beschloss, dieser Gartenanlage zum Dank für die großzügige Schweizer Hilfe, die damals hauptsächlich unterernährten und kranken Kindern zugute kam, diesen neuen Namen zu geben.

Ich hege ja den Verdacht, dass damals den Stadtvätern jeder neue Name genehm gewesen wäre, wenn er nur nichts mit den Habsburgern zu tun gehabt hätte. Für die Fasanviertler allerdings hat sich nichts geändert, hier heißt er nach wie vor "Mizzi-Pepi-Park". Die Anlage war im Stil eines englischen Landschaftgartens angelegt und enthielt mehrere Teiche...

Die ursprüngliche Ausstattung der Parkanlagewurde durch Kriegseinwirkungen während des Zweiten Weltkrieges zum größten Teil zerstört.Der Schweizergartenbrunnen Gegen den Einschnitt der Schnellbahn hat sich ein Stück des ehemaligen Linienwalles erhalten; übrigens besteht ein zweiter Rest in der Helmut-Qualtinger-Gasse.

Im Schweizergarten fallen dem Besucher zwei Denkmäler auf: das Staatsgründungsdenkmal, das vom Bildhauer Heinrich Deutsch und dem Architekten Berthold Gabriel geschaffen wurde und die Begründung der österreichischen Republik 1918 sowie die Wiedererstehung 1945 symbolisiert...

Lesen Sie ausführlich weiter: hier

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Heinz SandauerSein Name wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren jeden Tag im Radio bei Musiksendungen genannt: Am Klavier Heinz Sandauer, Komponist Heinz Sandauer oder Orchester unter der Leitung von Heinz Sandauer. Nach seinem Musikstudium in Wien begann er als Arrangeur für die großen Operettenkomponisten Franz Lehár, Emmerich Kalmán und Robert Stolz.
Zur selben Zeit arbeitete er für die RAVAG - heute Österreichischer Rundfunk - und wurde bald darauf Dirigent des Wiener Rundfunkorchesters. Die von ihm geschaffene Unterhaltungsmusik ging ins Ohr; er komponierte die Musik für rund 30 Filme - darunter "Feldherrnhügel", "Ernte", "Der eingebildete Kranke", "Schäm Dich, Brigitte", "Reisebekanntschaft", "Anton, der Letzte" und viele andere Streifen, an die sich heute niemand mehr erinnert - aber auch Wienerlieder und Schlager (Texter war häufig Erich Meder) - ich nenne einen davon, den heute auch niemand mehr kennt "So ein Regenwurm hat's gut".

Ich erinnere mich aber noch gut daran, dass man dieses harmlose Liedchen vor dem März des Schicksalsjahres 1938 tagtäglich trällern oder summen gehört hat, quasi als Eigentherapie gegen das damals so gar nicht leichte Leben - um es vorwegzunehmen, damals war das Leben wegen der herrschenden Arbeitslosigkeit schwierig, nach dem März 1938 wurde es wegen der politischen Situation unerträglich: Da muss ich resümieren Lieber schwierig als unerträglich! Im Juni 1950 lernte ich Sandauer über Empfehlung unseres Familienfreundes Fredl Herzer kennen, weil der "große" Orchesterleiter wegen plötzlicher Erkrankung seines Schlagzeugers einen Ersatz für seine Sommertournee suchte. Ich spielte ihm vor, und beim Abschied an der Wohnungstüre fragte er: "Sie haben ja einen Smoking?" Natürlich hatte ich den nicht, und so wurde aus meinem Engagement bei Heinz Sandauer eben nichts. Schade?

Am Wohnhaus Mohsgasse 4 gibt es keine Gedenktafel für Heinz Sandauer.

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Hier ein Buchauszug aus dem Museumsheft 2009-01 welches Sie im Bezirksmuseum erwerben können

Landstrasser Fusswege und Durchgänge

DI Rudolf Zabrana, Bezirksvorsteher-Stellvertreter

Geschichtliche Entwicklung

Auf der Landstraße mit einem historisch gewachsenem und sehr großmaschigen Straßennetz hat es zur Verkürzung der Wegdistanzen neben „normalen“ Fusswegen auch eine besondere Spezialität, das „Durchhaus“ gegeben. Das sind langgestreckte Hofparzellen mit Zugängen an den Kopfenden (Straßen), die auch zur Erschließung der Handwerksgewölbe, Gasthäuser, Lager und Stiegenhäuser dienten. Das bekannteste Landstraßer Durchhaus ist wohl der „Sünnhof“ (LH26/Ungargasse 13). Weitere Durchhäuser waren das Wirtshaus „Zum schwarzen Tor“ (LH 73/Hainburgerstraße 18), das heute durch den Durchgang Landstraßer Hauptstraße 71 zum Rochuspark/U3/Erdbergstraße und Kundmanngasse ersetzt ist. Auch der Durchgang beim „Schwechater Hof“ LH 97 zur Hainburgerstraße 36 existiert noch in sehr eingeschränkter Form (durch die Galleria und den C&A). Am Rennweg 59 zur Schützengasse 26 gibt es noch einen kümmerlichen Nachfolger durch den „Sozialbau“. Die Durchgänge Löwengasse 19 zur Krieglergasse 3 und Löwengase 33 zur Adamsgasse 30 sind nicht mehr benutzbar. Aktueller Stand Das Prinzip der Landstraßer Durchhäuser wurde in den 80er Jahren in Wiens ersten Bezirksentwicklungsplan aufgenommen, fortgeführt, und in über 25 Jahren ausgebaut und umgesetzt. Die planliche Darstellung zeigt den Stand und die mögliche Entwicklung – vor allem in Stadterweiterungsgebieten wie St. Marx und Euro-Gate. Bedeutung der Fusswege Zu Fuß gehen als „sanfteste“ und umweltfreundlichste Art der Fortbewegung – verbraucht die bereits zugeführte Energie und steigert als einzige Fortbewegungsart die persönliche Fitness und damit die Gesundheit – braucht den wenigsten Platz – und ist die städtebauliche Rahmenbedingung aus dem die Urbanität erwächst. Weitere positive Effekte: • Entlastung der Straßen vor allem vom Autoverkehr • teilweise Trennung und wieder Zusammenführung der Verkehrsarten (MIV – Fußgänger) • Vermeidung von „Verschattungszonen“ d.h. Verödung von Straßenzügen und Gebieten (in Anlehnung an Jane Jacobs’ „Tod und Leben amerikanischer Städte“, 1960) • Verbesserung der Umweltqualität durch ruhige Grünwege • verbesserte Sicherheit durch die Vermeidung von Sackgassen und stärkere soziale Kontrolle • Einprägung und Kennenlernen unverwechselbarer Situationen und damit bessere Identifikation mit dem Stadtviertel (Viertelsbezogenheit) • Steigerung der „Urbanität“ und damit der Lebens- und Umweltqualität Wie kann dieser Nutzen gemessen werden ? Erstens durch einen signifikant höheren Anteil im „modal split“ der Verkehrsarten: etwa 35% der Wege werden zu Fuß erledigt (Schnitt der Bezirke 1-9+20: 30%). Ein weiterer Maßstab ist die Wohnqualität: gemeinsam mit dem 19. Bezirk ist die Landstraße Wiens beliebtester Wohnbezirk! Elemente des Fusswegenetzes Es gibt eine Vielzahl an Elementen eines Fußwegenetzes, die in der Landstraße vorkommen: • klassische „Durchhäuser“ • Durchgänge und Fusswege • „Offene“ Wohnhausanlagen vor allem der Stadt Wien („Gemeindebauten“) • Durchlässe bei Viadukten und Bahndämmen • Grünwege in Parkanlagen oder Blockinnenparks • überbreite, baumbestandene Gehsteige • Fußgängerbereiche • Promenadenwege entlang von Gewässern (Treppelwege, Vorkaianlagen) • Fußgängerbrücken und –stege • Unterführungen • Passagen in Bauwerken Umsetzung Wesentlich ist das langfristige Planen, dann in den Rechtsbestand überführen (Flächenwidmungs- und Bebauungspläne) und bei der Umsetzung von Bauprojekten „mitnehmen“ – entweder durch das Baurecht oder „bargaining“ (Abtausch mit anderen Wünschen). Weitere Entwicklung Die Verknüpfung zu einem dichten Netz ist eine immerwährende Planungsaufgabe und kann immer attraktiver gemacht werden.So gesehen ist ein Grundnetz im Entstehen und muss weiter geführt werden. In diesem Sinne ist es notwendig, diese Aufgabenstellung den nachfolgenden Planergenerationen nahezubringen und die Kontinuität zu wahren. In diesem Sinn ist der Mobilitätspreis Anerkennung für das bisher Geleistete und Auftrag an uns und unsere Nachfolger, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Durchhäuser im 3. Bezirk Das sogenannte Durchhaus war in der Wiener Altstadt und den Vorstädten eine lokale Spezialität. Man versteht darunter in der Regel ein Haus, das zwischen zwei parallel verlaufenden Straßen liegt und von beiden Seiten betreten werden kann. Zum Teil verfüg(t)en diese Baulichkeiten über einen oder mehrere Innenhöfe, in denen Lagerräume, Geschäftslokale und Gaststätten untergebracht sind (waren). Köstlich ist die Kennzeichnung „Freiwillig gestatteter Durchgang“, die ursprünglich als überbautes Wegerecht bezeichnet wurde. Die Benützung dieser Durchhäuser ersparen jedenfalls zeitraubende Umwege. In der einschlägigen Literatur sind auf der Landstraße folgende Örtlichkeiten angeführt: 1. Landstraßer Hauptstraße 28/Ungargasse 13 (Sünnhof) 2. Landstraßer Hauptstraße 40/Ungar........ Ende Buch-Auszug

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Beatrixbad1

Seit einigen Jahren beschäftigt sich eine am Untergrund des dritten Bezirks interessierte Gruppe - Fotografen, Kunst- historiker, Journalisten und Helfer, die ich als Wühlmäuse bezeichne, mit der Erforschung von Kellern und dergleichen (s. Blogbeiträge Untergrund Landstraße und Der Untergrund des dritten Bezirks). Unter anderen Projekten waren sie bereits in den Kellern des ehe- maligen Brauhauses St. Marx im Erdberger Mais und an anderen Stellen tätig. Das spannendste Ergebnis ihrer Forschungsarbeit gelang ihnen an der Anschrift Linke Bahngasse 9 / Beatrixgasse 14B, wo sie das ehemalige Beatrixbad untersuchten. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert prangte eine Werbeaufschrift für das Bad an der damals bestehenden Brücke der Verbindungsbahn im Bereich der Ungargasse (s. unser Foto des Blamauer-Aquarells).

 

In der Tageszeitung Die Presse erschien am 23. Juli 2011 der Artikel

Brücke

Comeback des ältesten Wiener Bades, dem zu entnehmen ist, dass die derzeitigen Hausbesitzer nach der schwierigen Tätigkeit von Thomas Keplinger und seinen Forscherfreunden planen, dieses Kleinod bis zum Herbst 2012 zu reaktivieren. Eines der Fotos, die von der Gruppe während ihrer Arbeit gemacht wurde, zeigt den Zustand des lange Zeit vergessenen Bades.

Zum Schluss drei historische Anmerkungen: 1) Bis 1856 bestand an der Stelle des späteren Beatrixbades die so genannte Stuckbohrerei, in der die roh gegossenen Kanonenrohre gebohrt wurden; die dazu notwendigen Maschinen wurden mit Wasserkraft betrieben (s. unser Beitrag Landstraßer Wassernutzung am Wiener Neustädter Kanal, 1822). 2) Im Gebäude Linke Bahngasse 9 / Betraixgasse 14B, das 1888 vom Architekten Josef von Wieser - übrigens war er auch für die Planung der Elisabethkapelle in der Kleingasse verantwortlich - erbaut wurde, hatte die Süßwarenfabrik Heller ihre erste Erzeugungsstelle; sie betrieb ihre Maschinen mit dem Dampf des Bades. 3) Im Beatrixbad trainierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts der jüdische Schwimmverein Hakkoah

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Noch bis 1862 bestanden auf unserem heutigen Bezirksgebiet drei Vorstädte. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts gab es keine wesentlichen Unterschiede für das Leben der arbeitenden Bevölkerung: In den drei Siedlungsgebieten lebten die Menschen von ihrer Tätigkeit als Gärtner und Bauern; nur im Weißgerbergebiet siedelten darüber hinaus Gerber, Lederer, Kürschner und eine auffallend große Anzahl von Menschen, die mit der Fleischverarbeitung im weitesten Sinn ihr Brot verdienten. Während der Regierungszeit Maria Theresias kamen englische Kleinunternehmer nach Erdberg, wo sie die ersten Manufakturen einrichteten, womit die Zeit der lohnabhängigen Arbeiterschaft begann. Einhundert Jahre später wandelten sich nach und nach die Lebensumstände der Bewohner: In der Vorstadt Landstraße waren mehrere Adelspaläste entstanden, in denen "Leute vom Grund" Beschäftigung fanden, und Beamte schätzten diese Wohngegend. Im in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstehenden Fasanviertel siedelten sich sehr viele aus Böhmen und Mähren eingewanderte Arbeiter an. Im Weißgerberviertel wohnten hauptsächlich Beamte und Kaufleute, und ab 1870 siedelten sich hier sehr viele jüdische Familien, die aus den Kronländern gekommen waren, an.

kapskutscher
Standplatz der Erdberger Kapskutscher um 1900

In Erdberg entstanden ab den Vierzigerjahren des 19. Jahrhunderts Industriebetriebe (z. B. Ditmar und Siemens-Schuckert), wodurch sowohl Facharbeiter, aber in der Mehrzahl ungelernte Arbeitskräfte angezogen wurden. Zur selben Zeit entstand hier auch das Kapsgewerbe, das den Transport von Schüttgut (Erde, Schotter u. dgl.) für das Bauwirtschaft übernahm. Die Kapskutscher hatten ihren Standplatz vor der Erdberger Pfarrkirche. Ab den Achtzigerjahren wechselten viele von ihnen ins Fiakergewerbe. Darüber hinaus muss erwähnt werden,dass in allen drei ehemaligen Vorstädten natürlich das nahversorgende Handwerk vertreten war. Die Mehrzahl der Arbeiter waren Analphabeten oder konnten gerade noch ihren Namen schreiben. Im Juni des Revolutionsjahres 1848 wurde deshalb vom Buchbindergesellen Friedrich Sander im Gasthaus Fürstenhof (heute etwa Beatrixgasse 19) der erste Allgemeine Arbeiterverein gegründet, dessen Programm lautete: Belehrung durch leichtfassliche Vorträge, Förderung der Bildung durch eine Bibliothek, Förderung der Geselligkeit durch einen Gesangsverein und Deklamationen. Schon im Oktober wurde der Verein von der Staatsmacht verboten und aufgelöst. Der Hunger nach Bildung unter den Arbeitern ließ sich aber nicht auf die Dauer verbieten, und in den Sechzigerjahren entstanden schließlich überall in Wien Arbeiterbildungsvereine, die heute als Vorläufer der Sozialdemokratie angesehen werden können.

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St. Marx1986 verfasste ich ein Museumsheft mit dem Schwerpunkt St. Marx. (Siehe Shop) Weil sich inzwischen dort einiges verändert hat, möchte ich in der nächsten Zeit - ich schrieb diesen Text im Frühjahr 2007 - eine umfassende Ausstellung über diesen Teil unseres Bezirksgebietes gestalten.

Warum dieser Bezirksteil diesen Namen trägt, wird auf der Seite St. Marxer Versorgungshaus erzählt. Dort sind auch einige historische Fotos zu finden.

Auch über das als "Bauch von Wien" bezeichnete ehemalige Schlachthaus St. Marxberichte in in unserer Homepage. Hier ist allerdings inzwischen nachzutragen, dass der Rinderschlachthof, der nach Informationen aus den Reihen der Bezirkspolitiker möglicherweise bald als Oldtimer-Ausstellungsort mit angeschlossenem Gastronomiebereich genutzt werden wird, bereits in neuem Glanz erstrahlt. Das Innere der Halle besticht durch seine Schönheit und klaren Formen

In unmittelbarer Nähe der Rinderhalle wurde vor einigen Jahren an der linken Seite des Rennwegs das T-mobile-Center mit der Anschrift Rennweg 97-99 errichtet.

Lesen Sie hier weiter auf unserer Museumswebseite

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Franz Schubert wohnte im Sommer 1816 einige Wochen bei einigen seiner Freunde im Wohnturm des Hauses Erdbergstraße 17, das dem Ehepaar Watteroth gehörte. Watteroths Studenten bestellten bei ihm die Komposition einer Kantate anlässlich des bevorstehenden Namenstagsfestes ihres Professors am 13. Juli. Der junge Komponist führte zu dieser Zeit ein Tagebuch und er schrieib:

17. Juny 1816 An diesem Tag componirte ich das erste Mahl für Geld. Nähmlich eine Cantate für die Nahmensfeyer des Hr. Professors Wattrot von Dräxler. Das Honorar ist 100 fl. W. W.

Im Jahr 1923 wurde vom Schubertbund an der Fassade des ehemaligen Alt-Wiener-Hauses Erdbergstraße 17 diese Gedenktafel angebracht, die, nachdem das Haus 1944 durch Bombentreffer zerstört war, am Wohnturm befestigt wurde.

Da sie schon sehr verwittert ist, geben wir Ihnen hier den Text:

FRANZ SCHUBERT wohnte im Jahre 1816 in diesem Hause. Am 24. Juni 1816 wurde hier im Garten seine Kantate PROMETHEUS aufgeführt. Gestiftet vom Wiener Schubertbund 1923

Das Haus erlitt im Zweiten Weltkrieg einen Bombenschaden, an seiner Stelle schloss jahrelang eine Mauer das Grundstück gegen die Erdbergstraße ab.

Anfang Dezember 2006 war es dann so weit: Nachdem das Grundstück, auf dem der Schubertturm steht, verkauft worden war, wurde mit dem Abbruch desselben begonnen. Auf Intervention der Bezirksvorstehung wurden die Arbeiten eingestellt, und ... lesen sie hier weiter

 

 

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Ich hab hier im Museum einen Bezirksplan aus den 30er Jahren, in den ich seinerzeit die Vorstadtgrenzen eingezeichnet habe, um den Besuchern zeigen zu können, was zu der Vorstadt LANDSTRASSE (= ursprünglich St. Nikolai), zu ERDBERG und zu UNTER DEN WEISSGERBERN gehörte.

Interessant ist dabei, natürlich hautpsächlich für die Landstraßer, dass ab der beim "Platzl" (heute Rochusmarkt) beginnenden Erdbergstraße (während der Zeit der Vorstädte Erdberger Hauptstraße) die erste Häuserreihe - damals jeweils mit einem größeren oder kleineren Garten an der Hinterseite - entlang der Landstraßer Hauptstraße an der linken Straßenseite (also heute die ungeraden Hausnummern) zur Vorstadt LANDSTRASSE gehörten; aber bereits hinter diesen Gärten begann die Vorstadt ERDBERG, die ja bis hinunter zum "Wasser", in alter Zeit die Donau, später nach der Flussregulierung der Donaukanal, reichte. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, den Plan im Original genauer betrachten wollen, so besuchen Sie mich doch. Wir haben eine ansehnliche Sammlung an Plänen im Hause. Siehe auch andere hier

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DIE TURMBEKRÖNUNG DER ST. OTHMARKIRCHE AUF DEM KOLONITZPLATZ IM WEISSGERBERVIERTEL

Leider halten sich falsche Deutungen sehr lange hartnäckig in den Köpfen unserer Mitmenschen. Und so ist es halt auch mit dieser Turmbekrönung, die aus einem Halbmond und einem Stern besteht.
Im Weißgerberviertel hört man immer wieder, dass dieser Schmuck 1869 zur Erinnerung an die beiden Türkenbelagerungen Wiens 1529 und 1683 gewählt wurde. Warum hätte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts irgendjemand auf diesen Gedanken kommen sollen? Meine seinerzeitige Recherche im Diözesanmuseum ergab, dass es sich sowohl beim Halbmond als auch beim Stern um ein Mariensymbol handelt. Der Halbmond war in vorchristlicher Zeit das Symbol der Fruchtbarkeits- göttin Astarte, die mit diesem als Kopfschmuck dargestellt wurde; Maria wurde auf dem Halbmond stehend dargestellt, um zum Ausdruck zu bringen, sie sei "stärker" als Astarte. Der Stern erinnert an die Darstellung der Immaculata im Sternenkranz. Hoffentlich lesen recht viele Weißgerber diesen Beitrag.

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Besuchen Sie doch unser Museum:

Gedenkraum,  Erinnerungsbuch und Bezirksplan mit der Eintragung der jüdischen Holocaust-Opfer

und Bewohner des 3. Bezirks Unser Gedenkraum1995 gestalteten wir eine große Ausstellung mit dem Titel Unsere vergesse- nen Nachbarn - die Landstraßer Juden, nachdem wir zuvor über vier Jahre die Namen, Wohnorte, Daten und Schicksale der ehemaligen jüdischen Bewohner unseres Bezirks zu recherchieren versuchten. Aus der Einwohnerstatistik, basierend auf Informationen im Jahr 1937, wussten wir, dass es sich dabei um mindestens 12.947 Menschen handeln musste. Da nach den Nürnberger Rassengesetze aber auch Personen als jüdisch galten, die schon vor 1938  ihre Religionszugehörigkeit gewechselt hatten, mussten wir damit rechnen, mehr als diese vorgegebene Zahl annehmen zu müssen. Sehr bald war uns klar, dass das sogenannte Weißgerberviertel rund um die Löwengasse und die Radetzkystraße eine besonders dichte jüdische Besiedlung hatte; hier allein wohnten vor dem 12. März 1938 mehr als 4.800 jüdische Mitbürger, von denen mehr als 3.200 zu Opfern des Rassenwahns der Nazis wurden. Das ist der Grund dafür, dass hier besonders viele jüdische Institutionen bestanden hatten.

Derzeit stehen wir in unserer Datei bei 13.243 Eintragungen (Stand vom 13. Jänner 2008), und sind davon überzeugt, noch immer nicht alle diese ab 1938 ausgegrenzten Menschen gefunden zu haben. Davon fanden nach einer nun endlich abgeschlossenen Recherche über die zu Tode gekommenen Personen, die nach Theresienstadt aber auch in die Vernichtungslager wie beispielweise Maly Trostinec bei Kiew deportiert wurden, 6.568 Menschen, also mehr als die Hälfte der erhobenen Juden, zwischen dem 13. März 1938 und dem Kriegsende am 9. Mai 1945 den Tod.

Das hier angekündigt gewesene Buch Die Landstraßer Juden ist inzwischen fertig und wird bei unserer Eröffnung am 11. November 2011 dem Publikum vorgestellt. Ab sofort können es Interessenten erwerben (€ 15,-).

Lesen Sie hier den ganzen Artikel

Die Datenbank im Internet, Stand 31. 3. 2011

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Woher kommt der Name Nottendorfer Gasse?

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts berief Albrecht III. eine Kolonie flämischer Gärtner zur Rodung des Auwaldes und Wollfärber, um sie in der Nachbarschaft des damaligen Erdberg anzusiedeln.


Sie bezeichneten ihr Siedlungsgebiet als Nottendorf (niederdtsch. Dorf der Genossen), weil sich die Kolonisten eine genossenschaftliche Dorf-verfassung gegeben hatten.1389 wurde die Siedlung mit 13 Häusern, die sich vom heutigen Kardinal-Nagl-Platz bis hinüber zur heutigen Leonhardgasse erstreckte, erstmals erwähnt.
Während der 1. Türkenbelagerung 1529 wurde das Dorf vollständig zerstört und danach nicht wieder als eigenständige Siedlung errichtet.
1899 wurde der noch heute bestehende Verkehrsweg in Erinnerung an diese historische Gegebenheit benannt.

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Pestkreuz bei der Baumgasse - Bild Aquarell von Adolf Albin Blamauer

 

PESTKREUZ BEI DER BAUMGASSE Dort, wo die Baumgasse von der Landstraßer Hauptstraße abzweigt - seit kurzem ist der kleine Platz nach dem Gründer der Pfadfinderbewegung Emmerich Teuber benannt - steht eine Säule, die an das Pestjahr 1713 erinnert.
Sie ist das Beispiel eines typischen barocken Bildstockes, die häufig an Wegkreuzungen errichtet wurden. Die Halbreliefs an den vier Seiten sind noch gut zu erkennen.
An der Vorderseite sieht man eine Darstellung der Kreuzigung Christi.

 

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Landstrasser Sportgrößen der Vergangenheit

Einer der Schwerpunkte unserer Präsentationen ist die Dauerausstellung über den Sport in unserem Bezirk. Hier wird sowohl die Geschichte des Eislaufens auf der Landstraße - Schleifen auf dem gefrorenen Hafenbecken des Wiener Neustädter Kanals im 18. Jahrhundert, die Aktivitäten des Wiener Eislaufvereins im 19. Jahrhundert auf seinem ersten Platz im Bereich der heutigen Vorderen Zollamtsstraße und schließlich das Eislaufen auf dem zweiten Platz in der Johannesgasse bzw. Lothringerstraße - in vielen Bildern, als auch Fotos von Landstraßer Eislaufgrößen vergangener Jahre gezeigt.

In der Ausstellung wird auch an Landstraßer Radsportler, Gewichtheber, Boxer und Leichtathleten, die es zu internationalem Ruhm brachten, erinnert. Alles in allem eine Schau, die dem Besucher immer wieder den Gedanken vermittelt: "Jö, schau, an die/den erinnerne ich mich noch gut."

Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Museumsseite hier und auch hier.
Weitere historische Bilder präsentieren wir in unserer online Bilderdatebank

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b2ap3_thumbnail_Blog ehem karolinenbrücke im stadtpark.jpg 

Diese nicht mehr bestehende Brücke verband ebenso wie der heutige Übergang die beiden Stadtparkteile als Brücke über den Wienfluss und wurde nach Karoline-Auguste, der vierten Ehefrau des österreichischen Kaiser Franz I. benannt.
1855 wurde die auf dem Foto gezeigte Eisenkonstruktion nach dem System Neville mit einer Spannweite von 37 Metern und einer Breite von 5,8 Metern erbaut.
1900 erfolgte ein Umbau, 1920 die Abänderung des Namens in Stadtparkbrücke. 1945 wurde sie von den deutschen Truppen gesprengt. erst 1949 konnte an dieser Stelle eine Holzkonstruktion als Provisorium errichtet werden.
Lesen Sie weitere Details in unseren Bezirksnachrichten im Shop und besuchen Sie unsere Bilderdatenbank mit Brücken hier

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Ehemaliger Kleiststeg

Ehem Kleiststeg: dieser im Jahre 1903 über die ehemalige Verbindungsbahn im Verlauf der Kleistgasse errichtete Fußgängersteg als Eisenkonstruktion wurde ebenso wie die gleichnamige Gasse nach dem deutschen Dichter Heinrich von Kleist benannt. Übrigens hieß die Kleistgasse bis 1877 Tegetthoffgasse.

1944/45 wurde der Steg zerstört, aber schon bald nach Kriegsende gab es einen behelfsmäßigen Übergang. Dann ab 1962 eine neue Konstuktion , die aber 1968 durch die auf dem Foto sichtbare Stahlbetonkonstruktion ausgetauscht wurde. Anlässlich der Tieflegung der Schnellbahn in diesem Bereich verschwand der Steg.

Lesen Sie weitere Details in unseren Bezirksnachrichten im Shop und besuchen Sie unsere Bilderdatenbank mit Brücken hier

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Diese Bezeichnung für die Straßenzüge zwischen Marokkanergasse und Reisnerstraße nördlich des Rennwegs hat sich während der letzten 130 Jahre bei uns eingebürgert. Der Besitzer dieser Areals Richard Fürst Metternich ließ seinen ehema- ligen Garten, der bis zur Neulinggasse reichte, 1870 parzellieren. Nach und nach erwarben reiche Bauherrn aber auch ausländische Mächte die Baugründe. Der erste in der Reihe war der Großhändler Israel Simon, der an der heu- tigen Anschrift Jaursgasse 4 / Reisnerstraße 47 vom Architekten Alois Wurm ein respektables Stadtplais mit Garten erbauen ließ. Schon bald - 1873 - verkaufte er es an Herzog Adolf von Nassau, von dessen Erben das Kaiserreich Russland die Liegenschaft erwarb, um hier ihre Botschaft einzurichten.


                                Jauresgasse 8, ehem. Palais d. Englischen Botschaft

1873 erwarb das Königreich Großbritannien das Grundstück mit der heutigen Anschrift Jauresgasse 10 / Metternichgasse 6, wo von Victor Rumpelmayer das Gebäude der Königlich Britischen Botschaft errichtet wurde, das seit 1949 als Palais des jeweiligen Botschafters genutzt wird.

1877 kaufte das Deutsche Kaiserreich die Liegenschaft an den heutigen Adressen Jauresgasse 6-8 / Metternichgasse 3 / Reisnerstraße 44, wo ebenfalls Victor Rumpelmayer als Architekt tätig wurde.

In den folgenden Jahren entstanden weitere repräsentative Bauten wie

beispielsweise Palais Redlich (Jauresgasse 3), Palais Sigray St. Marsan (Jauresgasse 9 / Reisnerstraße 49), Palais Bratman (Metternichgasse 4), Palais Seybel (Reisnerstraße 50), die Palais Bourgoing (Metternichgasse 8 und 12) und schließlich die russisch orthodoxe Kathedrale (Jauresgasse 2).

Es lohnt sich, hier einen Spaziergang zu unternehmen.

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Der Kneippbrunnen im Stadtpark

Im Landstraßer Teil des Stadtparks steht seit 1912 ein wenig beachteter Brunnen, der zur Erinnerung an den bayrischen naturheilkundigen Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) 1912 errichtet wurde.
Nach der Behebung der Schäden durch die Vereinigten Metallwerke, die im 2. Weltkrieg entstanden waren, wurde das Denkmal 1951 wieder aufgestellt.

Der Stadtpfarrer von Wörishofen entwickelte ein Heilverfahren zur Vorbeugung und Behandlung von Herz- und Gefäßerkrankungen, vegetativ-nervalen Funktionsstörungen und sogenannter Zivilisationskrankheiten.
Die von ihm empfohlenen Kneipp-Kuren sind heute in der physikalischen Therapie verankert. Bild: ©: Georg Kiss

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Die ursprüngliche soziale Einrichtung an dieser Stelle - ich spreche vom Gebiet um die heutige städtische Wohnhausanlage Landstraßer Hauptstraße 173-175 - wurde schon 1270 als Siechenhaus St. Lazar erwähnt. Im selben Jahr begann der 7. Kreuzzug! Der im Mittelalter gegründete Lazarus-Ritterorden richtete zu dieser Zeit an Einfallstraßen Spitäler ein, in denen Kranke sowohl zur Heilung als auch vorbeugend aufgenommen wurden, um zu vermeiden, dass sie ihre Erkrankung in die nahe gelegene Stadt einschleppen.
Natürlich gab es hier auch eine dem heiligen Lazarus geweihte Kapelle. Um 1370 wurde der heilige Markus Schutzpatron der Kapelle, den priesterlichen Beistand leisteten Kapläne des Himmelpfortklosters.
1376 finden wir die Anstalt erstmals als "Haus zu St. Marx, das man zu St. Lazar nennt" erwähnt. Während der ersten Türkenbelagerung wurde sowohl die gesamte Anstalt zerstört als auch alle Insassen getötet. Bereits 1540 findet man in Chroniken die Erwähnung des wieder errichteten Krankenhauses, und zwei Jahre später wurde der Einrichtung das Tafernrecht verliehen, das sowohl mit dem Brau- und Brennrecht sowie der Backgerechtigkeit verbunden war.  

Allerdings durften die Gäste beim Konsumieren nicht sitzen! 1547 besuchte Wolfgang Schmeltzl Wien und berichtete, dass 190 Patienten im St. Marxer Spital Aufnahme gefunden hatten. Auch 1683 wurden die Gebäude und die Kirche wieder zerstört, die Kranken ermordet, die Felder verwüstet und das Vieh gestohlen. Davon konnte sich das Spital nicht mehr erholen und wurde 1706 dem Bürgerspital einverleibt, welches das Spital vergrößerte und neue Fachabteilungen einrichtete. So erfolgte im St. Marxer Gebärhaus beispielsweise ab 1754 die Ausbildung der Wiener Hebammen. Als das von Joseph II. geschaffene Allgemeine Krankenhaus eröffnet worden war, wurden 1784 alle Kranken aus St. Marx in das neue Spital gebracht.

Ausführlicher Bericht im Museumsheft hier bestellen

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Das verschwundene Schloessl

An der heutigen Anschrift Erdbergstraße 29 - heute befindet sich dort die Firma Henkel-Austria - stand bis 1868 ein ansehnlicher Schlossbau. In unserem Bildarchiv befindet sich seit Jahrzehnten das bei- gefügte Bild. Ich erwähnte das Gebäude nur anlässlich von Führungen, wenn ich mit einer Gruppe dort vorbeikam. Sonst war es für mich bisher nicht weiter von Interesse.

Im Sommer 2012 erhielt ich aus England ein Mail mit der Anfrage bezüglich der näheren Umstände des Verkaufs der Liegenschaft durch die Witwe des Fürsten Andrej Rasumofsky Konstantine, geborene Gräfin Thürheim im Jahr 1838. Der Nachricht war die Abbildung der in englischer Sprache verfassten Versteigerungsankündigung

beigefügt.Urkunde Rasumovsky

Nun wurde es interessant, weil ich bisher der Meinung war, dass der Käufer des Palais Rasumofsky Fürst Alois Liechtenstein den gesamten Besitz um den Preis von 190.000 Gulden und eine jährliche Leibrente von 12.000 Gulden von der Witwe erworben hatte. Das war aber nicht geschehen, weil mir in dem Mail mitgeteilt wurde, dass die Verkäuferin diesen Teil des Erbes mit einem Ausrufpreis von 180.000 Gulden zur Versteigerung angeboten hatte.

Nun versuchte ich, die Angelegenheit zu klären und entdeckte folgendes. Schon 1765 hatte Graf Zeno Montecuccoli hier ein Gartengebäude errichten lassen, das 1785 durch Daniel Tschida erweitert wurde. 1807 erwarb es Rasumofsky, der hier seinen Gartenarchitekten Konrad Rosenthal - nach ihm wurden die späteren  Rosenthalschen Gründe an der äußeren Landstraßer Hauptstraße benannt - für die Dauer der Gartengestaltung einquartierte.

Bei der Versteigerung im Jahr 1838 ging der Besitz an einen Herrn namens Franz Huber, der ihn noch im selben Jahr an einen Grafen D'Orsay verkaufte. 1868 erwarb dann Josef von Baechle das Gebäude und den Garten, und 1869 wurde durch den Baumeister Schneider hier ein zweistöckiger Neubau errichtet.

Noch zwei Anmerkungen: Der ursprüngliche Rasumofskysche Besitz hatte sich von der heutigen Rasumofskygasse bis zur Schwalbengasse und hinunter bis zum Donaukanal erstreckt. Und die im Vasquez-Plan von 1830 eingezeichnete ehemalige Donaugasse wurde 1838 zur D'Orsaygasse und schließlich 1862 zur Wassergasse.

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Das Staatsgründungsdenkmal

Ich erhielt einen Anruf des Redakteurs der BZ (Bezirkszeitung) Stefan Inführ, der mich  zum Staatsgründungsdenkmal im Schweizergarten befragte.
Ich erzählte ihm, dass es 1966 nach einem Entwurf des Architekten Berthold Gabriel vom Bildhauer Heinrich Deutsch geschaffen wurde und sowohl an die Gründung der Ersten wie auch der Zweiten Republik sowie an  Karl Renner erinnern soll, der wesentlich mit diesen beiden Eckpfeilern unserer Demokratie verbunden ist.
Wir verabredeten uns im Schweizergarten, wo mich Herr Inführ sowohl zu diesem Denkmal wie auch zum Befreiungsdenkmal amSchwarzenbergplatz interviewte. Auf seine Frage, ob ich mir vorstellen könne, dass das Befreiungsdenkmal irgendwann auf Initiative einer österreichischen Rechtspartei abgebrochen werden könnte, antwortete ich ihm, dass ich mich zu jeder Zeit vehement gegen solche Pläne wenden würde.

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Rudolf-Steiner-Denkmal Für den weltbekannten Anthroposophen Rudolf Steiner gibt es im Schweizergarten ein Denkmal. Er wurde 1861 in Kroatien geboren, studierte von 1879 bis 1882 an der Wiener Technik Mathematik, Chemie, Physik und Biologie. Daneben unterzog er sich einem Literatur-, Geschichts- und Philosophiestudium.

Rudolf Steiner Denkmal Wien3

Von 1882 bis 1890 arbeitete Dr. Steiner freiberuflich als Privatlehrer, Redakteur und Herausgeber von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften.
Von 1890 bis 1897 war Dr. Steiner fester Mitarbeiter am Goethe-Schiller-Archiv in Weimar; anschließend war er in Berlin als Journalist und Redakteur tätig.
Während dieser Zeit findet man ihn auch als Vortragenden an der von Wilhelm Liebknecht gegründeten Arbeiter-Bildungsschule.
1902 wurde er Mitglied der Deutschen Theosophischen Gesellschaft. In den Jahren zwischen 1910 und 1913 wurden seine vier "Mysteriendramen" in München uraufgeführt.
1913 trennte sich Steiner von der Theosophischen Gesellschaft, um selbst die "Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft" zu gründen, deren Kult- und Lehrstätte das "Goetheanum" in Dornach/Schweiz wurde.
1919 übernahm Dr. Rudolf Steiner die Leitung der Stuttgarter Waldorfschule. Der Industrielle Waldorf beauftragte ihn mit der Unterrichtung der Kinder seiner Mitarbeiter in der "Werks-Schule", nach seiner neuen antoprosophischen, damals revolutionären, Lehre.
1925 starb der Wissenschafter in Dornach. Siehe weitere Beschreibung auf der Museumsseite

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Haus zum Goldenen Sattel

Hausnamen und Hauszeichen bildeten bis zur Einführung der Konskriptionsnummern unter der Regierung Maria Theresias im Jahr 1771 die einzige Möglichkeit zur Auffindung von Häusern.

Vielfach blieben diese inzwischen lieb gewordenen Bezeichnungen aber auch danach noch erhalten. Im dritten Bezirk gibt es noch einige Hauszeichen zu sehen, wie zum Beispiel das Haus Zum Kopf (Sünnhof, Landstraßer Hauptstraße 28), das Haus Zum roten Apfel (Landstraßer Hauptstraße 70), das Haus Zum Bodensee (Landstraßer Hauptstraße 110) und das Haus Zum Kometstern (Landstraßer Hauptstraße 112). Bis in unsere Zeit haben sich Hausnamen bei Apotheken und Gasthäusern erhalten.

Sehen Sie hier weitere Bilder.

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Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht.

 

Der Autor Anton Kuh

Der an der Weißgerber Anschrift Matthäusgasse 5 geborene Kaffeehausliterat Anton Kuh entstammte einer Prager Journalistenfamilie, der seine Artikel - Satiren und Prosastücke, in denen er sich als Pazifist und Demokrat kritisch mit seiner Zeit auseinandersetzte - nicht nur unter seinem Namen sondern auch unter dem Pseudonym Yorick veröffentlichte. Er würdigte als einer der ersten die Bedeutung seines Zeitgenossen Franz Kafka und warnte schon in den Zwanzigerjahren seherisch vor dem Mitteleuropa drohenden rechten Faschismus.

Seine Stegreifreden, die von vielen seiner Bewunderer gestürmt wurden - unter anderem hielt er im Jahre 1926 im Wiener Konzerthaus die denkwürdige Rede Der Affe Zarathustra, in der er sich polemisch mit Karl Kraus, dessen Eitelkeit und Publikumsverachtung auseinandersetzte - veranlassten Kurt Tucholsky ihn als Sprechsteller zu bezeichnen. Zwei Wochen vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich - dem so genannten Anschluss - fragte er in seiner letzten Veranstaltung : “Sind die Juden intelligent?” und setzte fort: “Wenn ja, rettet Euch. Es ist höchste Zeit!”

Kuh lebte 1928 bis 1933 in Berlin, nach der Machtübernahme durch die Nazis wechselte er zwischen Prag und Wien, wo er im ehemaligen Hotel Beatrix - Landstraßer Hauptstraße 10 - ein Dauerzimmer gemietet hatte.

1938 emigrierte Anton Kuh in die USA - die Nazis bezeichneten ihn als Kulturbolschewik - und starb er in New York.

Es gibt leider keine Gedenktafel für den bedeutenden Literaten in unserem Bezirk; seit 2002 erinnert wenigstens der Anton-Kuh-Weg an ihn.

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Bereits im Dezember 1935 begannen Vorarbeiten, die darauf hinzielten, im dritten Bezirk ein Heimatmuseum einzurichten. Ein Personenkomitee, dem einige Lehrer aber auch der akademische Maler und Bildhauer Josef Engelhart angehörten, gründete den Verein "Bezirks- kunde Landstraße", dem als Grundstock einer Objektsammlung etwa 200 Aquarelle des Malers Adolf Albin Blamauer, die noch heute in unserem Besitz sind, zur Verfügung stand. Im Herbst 1937 wurden diese Aquarelle Blamauers  in einer ersten Ausstellung des Landstraßer Heimatmuseums in den Räumen der ehemaligen Haupt- schule Hainburger Straße 40 ausgestellt. Im Dezember 1938 - inzwischen hatte Österreich seine Unabhängigkeit ver- loren und war zur Ostmark des Großdeutschen Reiches degradiert worden - wurde der 1935 gegründete Verein vom Reichskommissar für die Wiederver- einigung Österreichs mit dem Deutschen Reich aufgelöst. Nach Kriegsende konstituierte sich im Februar 1949 der "Verein zur Erhaltung und Förderung des Landstraßer Heimatmuseums", dem abermals mehrere Lehrer angehörten, die bereits 1935 "mit von der Partie" gewesen waren. Am 19. Juni 1949 wurde im neuen Landstraßer Heimatmuseum, dessen Leitung Hans Pemmer, der Retter des St. Marxer Friedhofes, übernommen hatte, in der damaligen Mädchen-Hauptschule Rochusgasse 16 die erste Sonder- ausstellung mit alten und neuen Ansichten des Bezirks eröffnet.

Seit 1. Dezember 1956 befindet sich das Bezirksmuseum Landstraße an seinem nunmehrigen Standort Sechskrügelgasse 11.

Im Erdgeschoß stehen dem Museum neun Räume zur Verfügung, von denen vier für wechselnde Ausstellungen, die wir viermal pro Jahr ändern, verwendet werden. Dazu erscheint jeweils eine Nummer unserer Zeitschrift Bezirksmuseum Landstraße-Nachrichten,diean unsere Museumsvereins- mitglieder - der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 10,- € - kostenlos als Einladung verschickt wird (Restexemplare können im Museum erworben werden). Als Rest unserer 1995 durchgeführten Ausstellung Unsere vergessenen Nachbarn, die Landstraßer Juden besteht ein Gedenkraum, in dem auch ein Gedenkbuch aufliegt (s. Beitrag UNSERE VERGESSENEN NACHBARN). Seit 2009 haben wir in einer Koje einen Gedenkraum für den im Haus Seidlgasse 27 geborenen Komponisten Bruno Granichstaedten eingerichtet, dessen Operetten in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts richtige "Renner" waren. Sein "Orlow" brachte es im Theater an der Wien auf 800 En-suite-Aufführungen; Zeitgenossen erzählten, dass sich die Menschen täglich in einer dreireihigen Schlange, die vom Theater bis zur Ecke Getreidemarkt reichte, um Karten anstellten. Die Österreichische Mediathek stellte uns Originalaufnahmen von Melodien des Komponisten, die auf einer CD gespeichert sind, zum Abspielen während der Öffnungszeiten kostenlos zur Verfügung (s. Beitrag BRUNO GRANICHSTAEDTEN GEDENKRAUM). Ein Raum des Museums ist dem Thema Sport bzw. Landstraßer Sportgrößen gewidmet (s. Beitrag LANDSTRASSER SPORTGRÖSSEN DER VERGANGENHEIT). Seit September 2010 besitzen wir drei digitale Bilderrahmen, die wir wechselnd mit verschiedenen bezirksbezogenen Bildern "füttern". Einer von diesen zeigt mehr als 800 Fotos von Aquarellen, Ölgemälden, Stichen und anderen Kunstwerken, die bildende Künstler der Landstraße unserem Bezirksmuseum in der Vergangenheit zur Verfügung stellten. Unsere Öffnungszeiten sind an jedem Mittwoch von 16:00 bis 18:00, sowie an Sonntagen von 10:00 bis 12:00 Uhr. Nach telefonischer Rücksprache stehen wir Ihnen auch zu anderen Zeiten zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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heute aus unserer Internet-Bilderdatenbank.  Sie sehen hier 3 Beispiele des ehemaligen sog. Hetztheaters als Voransicht.

Brand des Hetztheaters1796Hetzgasse 02 Ehem Hetztheater Aquarellierter Stich

 

 

Hetzgasse 02 Hetztheater Detailszene Bild Unbekannt

Erbaut wurde es von Lefraine, existierte zwischen 1755 und 1796, und wurde durch einen Brand zerstört.

Sie finden viele andere Bilder zum Theater in der Photo Galerie unter "Wien 3 Kunstwerke".
Mit der Suche-Funktion (Lupensymbol) können Sie sich Ihre eigene Sammlung zusammenstellen. Einfach einen oder mehrere Begriffe eingeben und damit werden alle vorhandenen Galerien durchsucht.

Wir freuen uns über Ihren Besuch. Es sind bereits mehr als 8.500 Bilder aus unserem Bezirksarchiv veröffentlicht.

Mit dem Kauf eines Bildes (im integrierten Online-Shop) unterstützen Sie unser Museum bei der laufenden Arbeit. Hier der Link zum Album

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Schnorpfeil Karl, Postbeamter und Maler (1875-1937)

Unserem Museum wurden 1957 von Frau Rosa Schnorpfeil, der Witwe des 1937 verstorbenen Malers Karl Schnorpfeil mehrere Aquarelle und Tuschezeichnungen ihres Mannes mit Motiven aus unserem Bezirk übergeben, die seither bei uns archiviert sind.
Karl Schnorpfeil war gebürtiger Wiener und erlernte das Kammmachergewerbe. 1905 trat er als Schalterbeamter in den Postdienst ein und war über viele Jahre im Postamt Hafengasse tätig.

Trotz seines Alters wurde er 1916 noch als 41-Jähriger zum Kriegsdienst eingezogen; knapp vor Ende des Krieges wurde ihm eine hohe Tapferkeitsmedaille verliehen, auf die er während seines weiteren Lebens stolz war.

Sehen sie weitere Bilder auf unserer Museumshomepage sowie auf unserer online Bilderdatenbank.

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Im April 1900 wurde in der Kübeckgasse dem aus Tschechien stammenden Ehepaar Vinzenz und Henriette, geborene Dluhos, Vesely endlich nach zwei Mädchen ein Bub geboren. Der elterliche Plan sah vor, dass Raimund Friedrich nach seiner Matura im Realgymnasium Bergbau studieren werde, um so eine solide Grundlage für eine Beamtenkarriere zu haben. Aber es kam anders: Die Eltern starben während des Ersten Weltkrieges, und Raimund Friedrich machte eine Banklehre, nachdem er zuvor die Handelsakademie besucht hatte. Schon während seiner Schulzeit spielte der Jüngling sehr gut Klavier und spielte auch manchmal in der Öffentlichkeit. Aber, was das Wichtigste war, er begann zu komponieren. Im Jahr 1923 lernte er Fritz Grünbaum kennen, dem er einige seiner Lieder vorspielte. Grünbaum war begeistert und ermutigte den jungen Mann weiterhin zu komponieren.

1925 entstand Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren, es folgten In einer kleinen Konditorei, Ich hab' das Fräul'n Helen' baden seh'n, Ich reiß mir eine Wimper aus, Und die Musik spielt dazu und viele andere Schlagermelodien.
Längst nannte sich Herr Vesely Fred Raymond und 1937 glückte ihm sein großer Wurf mit der Operette Die Maske in Blau, der ein Jahr später Saison in Salzburg folgte.
Dann kam der Zweite Weltkrieg; wegen seiner Herzschwäche wurde er einer Propagandakompanie zugeteilt, die den Militärsender Belgrad betrieb.
1942 entstand die Melodie für das Durchhaltelied Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei mit einem Text von Max Wallner und Kurt Feltz. Sehr bald wurde der Text der zweiten Zeile des Refrains ... nach jedem Dezember kommt wieder ein Mai allgemein durch ... zerscht geht der Hitler und dann die Partei ersetzt.
Nach Kriegsende übersiedelte der Komponist nach einem kurzen Zwischenspiel beim Salzburger Rundfunk nach Hamburg, wo er seine beiden letzten Operetten Flieder aus Wien (1949) und Geliebte Manuela (1951) komponierte. In diesem Jahr bezog er mit seiner jungen Gattin ein neues Haus in Überlingen am Bodensee. Noch vor der Geburt seines Sohnes Thomas starb der erfolgreiche Komponist 1954 an Herzversagen. Unvergessen sind seine Schlager Ja, das Temperament, Wenn der Toni mit der Vroni, Am Rio Negro und Die Julischka aus Buda Buda Budapest.

In der Kübeckgasse erinnert keine Gedenktafel an den Komponisten.

 

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(in Arbeit) Bitte um Ihre Vorschläge und Bilder zur Ergänzung

Ährenträgerin-Statue (Margaretha Hanusch), Schlachthausgasse 3

Baumsetzer, Bronzeplastik (Franz Fischer) 1960, Fiakerplatz
Befreiungsdenkmal, Grünanlage Schwarzenbergplatz
Brunnen mit Haustiergruppe (Gertrude Conrad), Kleingasse 6-18
Brunnen mit zwei Kindern (Hans Knesl), Gestettengasse 6-8
Bukowski Gejza, Hansalgasse 3

Christus-Statue in Ketten, Elisabethinenkirche, Landstraßer Hauptstraße 4 a
Cyrill- und Method-Denkmal, Parkgasse 18

Deportationen, Grünanlage Aspangstraße vor ONR 2 (s. Es war einmal: Aspangbahnhof)
Die Lauschenden (Siegfried Charoux), Am Modenapark 8-9
Donauweibchen-Brunnen (Fellinger), Stadtpark
Drachenweibchen (Rudolf Bacher), Steingasse 15
Dreifaltigkeitssäule am Beginn der Radetzkystraße

Eminescu Mihail, rumänischer Dichter, Dianagasse 8, Kollergasse 3, Gärtnergasse 5
Erste-Dampfkraftanlage-Gedenktafel, Prinz-Eugen-Straße 15

Familie (Margaretha Hanusch), Landstraßer Hauptstraße 94/Neulinggasse 3
Fiakerdenkmal (Josef Engelhart), Fiakerplatz
Fiakerdörfl-Mosaik (Otto Trubel), Hainburger Straße 70
Frühling-Statue, Landstraßer Hauptstraße 18
Fürstenhof-Gedenktafel, Beatrixgasse 19 a

Gänseweide, Reliefplastik Kegelgasse 44
Gnadenstuhl, Reliefplastik, Landstraßer Hauptstraße 4
Gutenberg, Sgraffitis, Tongasse 12

Hanak-Skulpturen, Radetzkystraße 2
Hanusch-Denkmal (Rudolf Schmidt), Ludwig-Kößler-Platz 1
Hochstrahlbrunnen, Grünanlage Schwarzenbergplatz

Johannes-Nepomuk-Statue, Erdbergstraße 60
Johannes-Nepomuk-Statue, Rennweg 2
Johannes-Paul-Denkmal, Rennweg 5 a
Josef-Statue, Ungargasse 42

Karadzic, Vuk Stefanovic-Büste, Rasumofskygasse 22
Kardinal-Nagl-Mosaik, Erdbergstraße 92
Karl-Borromäus-Brunnen, Karl-Borromäus-Platz vor dem Amtshaus
Kinderrutsche (Josef Hanusch), Rabenhof
Kneipp-Denkmal, Stadtpark
Kollar, Jan, Ungargasse 5 / Beatrixgasse 8
Kollek, Teddy, Landstraßer Hauptstraße 147

Landstraßer Bezirkswappen und Plan, Beatrixgasse 25
Landwirtschaft, Fresko, Eslarngasse 18

Madersperger, Josef, Landstraßer Hauptstraße 173
Marienkrönung, Reliefplastik, Landstraßer Hauptstraße 13
Marokkanischer Brunnen, Traungasse / Marokkanergasse
Mautner-Markhofsches Kinderspital, Baumgasse 75
Mohs'sche Härteskala, Hohlweggasse 31
Mosaik zur Töpferei, Fassade Tongasse 9
Moser, Koloman "Kolo", Landstraßer Hauptstraße 138
Mozart-Gedenkstätte, Bronzerelief (Margaretha Hanusch), Landstr.Hptstr.75-77
Mundy, Jaromir, Denkmal, Radetzkystraße 1
Musizierende Kinder (Margaretha Hanusch), Rabenhof, Hainburgerstraße 68
Muttergottes, Landstraßer Hauptstraße 47-49

Nepomukstatue vor der Erdberger Kirche
Nikolaus-Statue, Landstraßer Hauptstraße 11

Obelisk "10 Jahre Wohnpark", Landstraßer Hauptstraße zwischen 146 und 148
Obelisk,"150 Jahre Landstraße", vor der VHS Hainburgerstraße 25-31
Ochsengries-Mosaik, Invalidenstraße 19

Pferdemosaik (Giselbert Hocke), Durchgang vom Fiakerplatz zum Hainburger Weg

Reithalle der ehemaligen Krimsky-Kaserne, Baumgasse 24

Pestkreuz, Landstraßer Hauptstraße /Baumgasse (1750 "Steinerne Creutz Säulle")
Petrusstatue, Kundmanngasse 29
Petrusstatue, Petrusgasse 10
Pfadfindergründung, Apostelgasse 5
Pferdebändiger-Gruppe, Grünanlage Ungargasse 60
Pflügender Bauer, Terrakottarelief (Alfons Riedel), Wildganshof

Sallinger, Rudolf-Büste, Rudolf-Sallinger-Platz
Salvator-Statue, Ungargasse 28
Scharlachrennen, Mohsgasse 37
Scherzo-Bronzeplastik (Josef Müllner), Modenapark
Schlachthof-Toranlage "Stiere" (Anton Schmidgruber), Viehmarktgasse
Singende Knaben (Siegfried Charoux), Hofmannsthalgasse 12-24
Skulptur (Rudi Wach), Ungargasse 33
Staatsgründungs-Denkmal, Schweizer Garten
Steiner, Rudolf-Denkmal, Schweizer Garten
Steinskulptur, Grünanlage vor Reisnerstraße 53
Suess, Eduard-Büste, Grünanlage Schwarzenbergplatz
Svetlinsche Nervenklinik, Leonhardgasse 3-5

Tänzerin, Bronzestatue (Walter Leitner), Rochusgasse 3-5 (Durchgang)
Tell-Wilhelm-Statue, Reisnerstraße 7
Tierhetztheater 1790, Mosaik, Landstraßer Gürtel 33
Türkenkriege, Reliefplastik, Untere Weißgerberstraße 38

Umlaufbahnen, Stahlguss (Karl Anton Wolf), Gigergasse vor ONR 10
Unbefleckte Empfängnis, Landstraßer Hauptstraße 64

Vogelflug, Plastik, Barthgasse 13-17

Wehende Fahnen, Edelstahlplastik (Gero Schwanberg), Vord. Zollamtsstraße 1
Wiener-Geserah-Gedenktafel, Kegelgasse 40 (s. Geschichte)
Wiener-Männer-Gesangverein-Gedenktafel, Am Heumarkt 13
Wilczek, Josef-Büste, Radetzkystraße 1
Wildgans-Büste (Alfons Riedel), Wildganshof
Wilhelm-Tell-Statue, Reisnerstraße 7

Hauszeichen
Zum Bodensee, Landstraßer Hauptstraße 110
Zum Fasan, Fasangasse 2
Zum Goldenen Karpfen, Marxergasse 33
zum Grünen Baum, Gärtnergasse 5
Zum Grünen Kranz, Landstraßer Hauptstraße 30
Zum Kometstern, Landstraßer Hauptstraße 112
Zum Phönix, Rochusgasse 7
Zum Roten Apfel, Landstraßer Hauptstraße 70

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Hetzgasse 1 ehem hetztheater programmzettelDer Name der Hetzgasse im 3. Bezirk erinnert an das ehemalige Hetztheater. Eine weitere Erinnerung daran ist die Wiener Redewendung Dös is a Hetz. Schon vor 1743 gab es in Wiener Vorstädten solche Einrichtungen.
1720 errichtete Galli-Bibiena und Corradini ein k.k. priv. Hetzamphitheater, das auch die Namen Hetzhaus führte, am heutigen Heumarkt. Nachdem dieses Etablissement 1743 geschlossen wurde, bewarb sich der Franzose Carl Defraine um das Privileg zur Veranstaltung von Tierhetzen, das ihm 1755 verliehen wurde. Er ließ am Glacis etwa an der Stelle, wo die heutige Hetzgasse bei der Hinteren Zollamtsstraße beginnt, eine schmucklose, kreisrunde, dreistöckige Arena aus Holz, wo sich die Besucherlogen befanden, mit einem gemauerten Erdgeschoß, wo die Tierzwinger untergebracht waren, und einem Portalvorbau errichten.
Aus zeitgenössischen Berichten erfährt man, dass die Anlage einen Fassungsraum für 3000 Besucher hatte. In der Mitte der dachlosen Arena stand ein hoher Steigbaum, auf den sich die Hetzmeister retten konnten, wenn ihnen die Tiere zu sehr an den Leib gingen (zit. Czeike "Historisches Lexikon Wien").
Die Vorstellungen fanden von März bis November an Sonn- und Feiertagen und dem Annentag - 26. Juli - statt und waren, wie berichtet wird, immer aus- verkauft. Vom Hetzmeister und Hetzknechten sowie von Hunden wurden Auer- ochsen, Bären, Hirsche, Luchse, Löwen, Stiere, Wildschweine, Wölfe und andere Wildtiere zum Gaudium der Zuschauer gehetzt.
Nachdem Defraine 1768 gestorben war, wurde das Etablissement zunächst von Giuseppe d'Afflisio geführt, schließlich aber von der Kaiserlichen Theatral-Direktion wegen der hohen zu erwartenden Einnahmen gekauft und verpachtet.
Die Einnahmen aus der Pacht wurden der Armenkassa zugeführt. Nachdem die Anlage am 1. September 1786 in Brand geriet, wobei fast alle Tiere zu Tode kamen, verbot Kaiser Franz II. sowohl weitere Tierhetzen als auch den Wiederaufbau der Anlage. Als 1847 das damals neue Hauptzollamtsgebäude errichtet wurde, verschwanden die Überreste des Theaters. Übrigens findet man in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek - MA 9 im Rathaus - die größte Sammlung von so genannten Hetzzetteln, wie im 18. Jahrhundert die Programme des Theaters genannt wurden; einige Exemplare besitzt die Österreichische Nationalbibliothek.
Unser Bild oben zeigt einen solchen Hetzzettel.

Siehe auch auf unserer Museumsseite den Artikel

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Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (21).

Katharina Waldmueller Portrait

 

Den Grabstein der erfolgreichen Hofopernsängerin Katharina Waldmüller, geborene Weidner, schmückt eine Lyra als Berufssymbol.
Der im 19. Jahrhundert erfolgreiche Maler Josef Weidner, der ihr Porträt schuf, war ihr Bruder. Als sie 1814 in Agram sang, lernte sie den um elf Jahre jüngeren Ferdinand Georg Waldmüller kennen, der dort als Zeichenlehrer tätig war.
Das Paar heiratete und lebte nun abwechselnd in den Städten, wo Katharina engagiert war.
Während dieser Jahre arbeitete der junge Ehemann zeitweise als Kulissenmaler. Als Katharina 1817 ans Kärntnertortheater verpflichtet wurde, kehrten sie wieder nach Wien zurück.
Die Ehe der beiden wesensverschiedenen Künstler verlief derart unharmonisch, dass sie sich 1834 trennten. Die gefeierte Sängerin blieb bis 1846 am Kärntnertortheater engagiert. Ferdinand Georg Waldmüller tröstete sich bald mit der Modistin Anna Bayer, die er aber erst 1851 nach dem Tod seiner Ehefrau heiraten konnte.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof, dem ein Orientierungsplan beigefügt ist, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

 

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