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Thursday, 10 April 2014 00:00

DIE HILFREICHE KUMMERNUMMER DES ORF

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Josef Steyskal

Es war im Jahr 1985, als ich völlig verzweifelt die damalige Kummernummer des ORF anrief, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste.
Seit dem November 1979 leitete ich unser Bezirksmuseum und war völlig frustriert. Die Mitarbeiter der ersten Zeit Franz Göttlicher, Paul Sekora und Wilhelm Muzicek, damals alle schon hochbetagt, waren kurz hintereinander gestorben.
Meine Bitten an die Leser unserer damals noch sehr bescheidenen
Museumshefte um Mitarbeit waren vergebens. Ich hatte keine Ahnung, über welche Materialien das Museum verfügt, die in großen Kartons kunterbunt gelagert waren. Noch immer hatte ich damals den Ausspruch des Franz Göttlicher im Ohr: „Mia hab‘n Sach‘n, sag‘ i Ihnen, Sach‘n!“ Aber, wo sich diese „Sach‘n“ befanden, wusste ich nicht.
Es war mir klar, dass nur eine völlige Neugestaltung und Sichtung unseres Archivs Klarheit bringen konnte.
Als Reaktion auf meinen Anruf beim ORF erschien nach einigen Tagen ein Herr, der sich als Dipl. Ing. Josef Steyskal vorstellte. Eingangs sagte er mir, indem er auf seinen leeren linken Ärmel wies:
„Ich habe Ihren Aufruf im Radio gehört. Sie sehen, dass ich Kriegsinvalide bin. Also, zum Einschlagen von Nägeln und Tragen von Lasten bin ich nicht geeignet.“
Darauf klagte ich ihm meine Not, und siehe da, Dipl. Ing. Steyskal wusste, wie diesem Übel beizukommen wäre.
Er konstruierte ein einfaches Dateisystem, in das er alle unsere „Schätze“ aufnahm. In unserem Museumsheft 1985/2 schrieb ich unter anderem: „Herr Dipl. Ing. Josef Steyskal arbeitet wie ein Besessener an der Archivierung unserer Bücher, Zeitungen, Objekte usw.“
Sehr bald war es kein Problem mehr, im Museum etwas zu fi nden, worüber wir beide sehr glücklich waren.
Die Jahre vergingen, und aus dem Herrn Diplomingenieur wurde für mich mein Freund Josef so wie ich aus dem Herrn Direktor für ihn zum Karl wurde.
Es war eine wunderbare Zeit der produktiven Zusammenarbeit. Josef schrieb bald ebenso wie ich Beiträge für unsere Museumshefte und gestaltete wie ich eigene Ausstellungen. Wir beide waren ein Gespann, das ohne Eifersüchteleien und Hacklschmeißereien funktionierte.

Hoher Besuch
Dieses Foto wurde im Frühsommer 1999 anlässlich eines Besuches des damaligen Kulturstadtrates Peter Marboe im Museum aufgenommen. Im Begleitbrief schrieb er:

Sehr geehrter Herr Steyskal!
Es freut mich besonders, dass Sie sich für das Bezirksmuseum Landstraße so engagiert und unermüdlich einsetzen. Ohne ein derartiges Engagement könnte das erfolgreiche Bestehen des Bezirksmuseums nicht gewährleistet werden. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.
Als Andenken an diesen Nachmittag im Bezirksmuseum Landstraße darf ich Ihnen ein Foto übersenden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Peter Marboe
Ich werde mich an meinen Freund Zeit meines Lebens gerne erinnern.
Servus, Josef!

Read 1696 times Last modified on Thursday, 08 May 2014 16:37
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