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Peter Lex

Peter Lex

Friday, 06 June 2014 13:07

Ältester Stadtplan von Wien entdeckt

Der "Schlierbach-Plan" gilt als erste Stadtansicht, die nach Norden ausgerichtet ist. Gefunden wurde er im Stift Schlierbach in Oberösterreich.

 

Im Stift Schlierbach in Oberösterreich wurde nun der älteste moderne Plan der Stadt Wien wiederentdeckt. Das Besondere: Als erste Ansicht Wiens ist er nach Norden ausgerichtet, wie der Historiker Martin Scheutz erklärt. Job Hartmann von Enenkel entwarf den detaillierten Plan 1622 vermutlich, um den Standort adeliger Freihäuser Wiens und damit potenzielle Steuereinnahmequellen zu finden.
Besonders um die beiden Türkenbelagerungen Wien 1529 und 1683 seien zahlreiche Pläne der Stadt entstanden - dazwischen gebe es jedoch kaum Karten, sagt Scheutz. Aber nicht nur das macht den sogenannten "Schlierbach-Plan" besonders: "Vor dem Entwurf Enenkels waren Stadtpläne meist gesüdet - also nach Süden ausgerichtet.

Monday, 10 February 2014 11:47

Freilichtmuseen in Österreich

(entnommen dem Band 48 der Broschüren Reihe Denkmalpflege in Niederösterreich)

Freilichtmuseen gehören außerhalb der städtischen Zentren zu den besucherstärksten Einrichtungen. Ihre Anlage in der freien Landschaft macht sie zudem ausgesprochen familienfreundlich. Freilichtmuseen unterscheiden sich untereinander; weisen aber auch ausgeprägte Gemeinsamkeiten auf. Sie informieren und präsentieren dreidimensional und im originalen Maßstab und erreichen verschiedenste Zielgruppen.

Die Baugruppen im Freilichtmuseum Stübing

          Freilichtmuseum  Kramsach  (© Bild:  geschützt )
                  
Was ist ein Freilichtmuseum?

In der Österreichischen Museumsdatenbank (www.museenoesterreich.at) sind unter dem Stichwort „Freilichtmuseum“ 59 Einrichtungen verzeichnet. Ein Großteil beschäftigt sich mit dem ländlichen Bauen und Wohnen. Aber auch Weinbau, Archäologie, Schifffahrt uvm. sind Schwerpunkte. Jedes Museum bietet verschiedene Zugänge zu Lebensweisen, Traditionen, Wohnkultur und Geschichte einer bestimmten Region. Traditionell sind Freilichtmuseen jedoch als Einrichtungen zu verstehen, die sich schwerpunktmäßig mit der regionalen Baukultur der vergangenen Jahrhunderte beschäftigen. Laut    ICOM-Deklararion von 1982 sind Freilichtmuseen wissenschaftlich geplante und geführte oder unter wissenschaftlicher Aufsicht stehende Sammlungen ganzheitlich dargestellter Siedlungs-, Bau-, Wohn- und Wirtschafts- formen unter freiem Himmel und in einem zum Museumsgelände erklärten Teil der Landschaft.    
         
Unterschiedliche Präsentationsmodelle
         
a)    Freilichtmuseen    
Im Österreichischen Freilichtmuseum in Stübing sind bäuerliche Bauten aus ganz Österreich ausgestellt, im Museum Tiroler Bauernhöfe, im Salzburger Freilichtmuseum Großgmain und Im Kärntner Freilichtmuseum Maria Saal werden die unterschiedlichen Hauslandschaften des jeweiligen Bundeslandes gezeigt. Das Freilichtmuseum Haag präsentiert 20 typische vorindustrielle Bauten aus dem Mostviertel, ist also regional etwas mehr eingeschränkt. Es ergibt sich kein Dorfcharakter, auch die Darstellungszeiten der einzelnen Höfe sind unterschiedlich. Ein Rauchhaus, das in seinem Zustand des 17. Jahrhunderts dargestellt ist, zeigt eine völlig andere Baukultur und Einrichtung wie der Bergbauernhof der 1950er Jahre.
         
b)    Museumsdörfer
Im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz, im Museumsdorf Krumbach und im Dorfmuseum Mönchhof wurde die Präsentationsform eines Museumsdorfes gewählt. Ein vom Gründer idealtypisch empfundenes Dorf wird gezeigt. Mit Kirche, Dorfplatz, Schule, Bürgermeisterhaus etc. hat man noch viel mehr den Eindruck, als würde die Vergangenheit unmittelbar gegenwärtig. In den 1980er Jahren entwickelte sich eine heftige Diskussion um die subjektive, verklärte Darstellung historischer Realität in Freilichtmuseen und Museumsdörfern, In Niedersulz ist es beispielsweise mit dem neuen Eingangsportal gelungen die Nostalgie zu durchbrechen. Es entstehen neue Konzepte, die den Anforderungen an eine moderne, sich der Objektivität annähernden Vermittlung und Dokumentation der Vergangenheit gerecht werden. Ein Museumsdorf wird meist einheitlich in einer gewissen Zeitspanne gezeigt, in Niedersulz um 1900, im Dorfmuseum Mönchhof zwischen 1890—1960.

c)    Denkmalhöfe
Hier handelt es sich um musealisierte Gebäude in situ, die meist zahlreiche übrig gebliebene materiille Zeugen einer vergangenen Welt des jeweiligen Ortes oder der Region beherbergen. In Oberösterreich gibt es beispielsweise eine große Anzahl an Denkmalhöfen, die auf www.freilichtmuseen.at zusammengefasst sind.
         
Die österreichischen Freilichtmuseen im Umbruch
         
In den vergangenen Jahren ist eine Entwicklung zu erkennen, die der Individualgeschichte der Bauten verstärkt Gewicht zumisst und damit den typologischen Aspekt (Hauslandschaften) zurückdrängt.
         Eine Typenbildung in Form von Hauslandschaften ist in der heutigen Zeit auch abgesehen von den knappen Personalressourcen schwierig: Mit dem 19. Jahrhundert hat eine Entwicklung eingesetzt, die mittlerweile regionale Ausprägungen stark nivelliert hat.
           Dies wird auf längere Sicht auch Auswirkungen auf die Gesamtkonzeptionen der Freilichtmuseen haben. Bei den Besuchern ist eher ein sozialgeschichtliches Interesse vorhanden, die Anknüpfung an eigene Erinnerungen ist sehr beliebt ("das hatten wir auch noch zu Hause...")
Die unterschiedlichen Hausformen erreichen wohl nur mehr Fachpublikum.
         In deutschen Freilichtmuseen und auch in Ansätzen im Salzburger Freilichtmuseum öffnet man sieh bereits den 1950er bis 1970er Jahren, was auf großes Besucherinteresse aufgrund der ldentifkation stößt, Jahrzehntelang ging man davon aus, die Häuser möglichst authentisch einzurichten, ohne das Bild durch Beschriftungen der einzelnen Gegenstände zu stören. Auch hier ist ein Überdenken notwendig geworden — da der Großtel der Bevölkerung heute mit der vorindustriellen, ländlichen Arbeitswelt nichts mehr anfangen kann. Die Anforderungen an die Vermittlung haben sich in den letzten 20 Jahren mas siv verändert.
         Heute sieht man die Kritik seitens der Universitäten zur ganzheitlichen Konstruktion der historischen Realität in Freilichtmuseen In den l980er Jahre als notwendige Sensibilisierung und ist dazu übergegangen, die   Prasentationsmöglichkeit im Kontext und mit Erlebnischarakter als Chance zu sehen — die Funktion einer Flachsbrechel ist schließlich im Umfeld eines Brechelbades leichter zu vermitteln als in einer Vitrine.       
         Die Gratwanderung zwischen Erlebnis, Idylle und möglichst objektiver Vermittlung ist für alle Freilichtmuseen eine Herausforderung und erfordert viel Kreativität. Aktionen und Veranstaltungen sollen in das Konzept des Museums integriert werden und mit dessen Leitbild vereinbar sein. Dem Salzburger Freilichtmuseum hat beispielsweise der Bau der Museumsbahn eine Besuchersteigerung von 25 % gebracht. Die Bahn dient dem 50ha großen Museum als Transportmittel mit Spaßfaktor, sie ordnet sich aber dem Inhalt unter.
                  
 Ein breites Aufgabenspektrum

Freilichtmuseen sind verortet zwischen Hausund Bauforschung, Volkskunde, Landes- und  Agrargeschichte, haben aber auch ihren festen Platz auf dem Freizeitmarkt, in den Bereichen Tourismus und Naherholung, im allgemeinen Bildungsangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, was sich in überdurchschnittlich hohen Besucherzahlen widerspiegelt. Im internationalen Vergleich mangelt es jedoch fast allen österreichischen Freilichtmuseen massiv an qualifizierten Mitarbeitern, um zumindest grundlegende Museumsstandards einzuhalten. Mit Veranstaltungen, bei denen das Museum nut als Kulisse dient, versuchen sehr oft Ehrenamtliche mit aller Kraft, zumindest das Geld für die Erhaltung aufzubringen, wie derzeit im Kärntner Freilichtmuseum Maria Saal.        
         Die österreichischen Freilichtmuseen dokumentieren und vermitteln ländliche Kulturgeschichte und damit die persönliche Geschichte des Großteils der österreichischen Bevölkerung. Sie sind unverzichtbare Elemente der österreichi
schen Kulturlandschaft, die man allen anderen Museen in ihren Ressourcen gleichstellen sollte.
Die Freilichtmuseen in Österreich befinden sich in einer Umbruchsphase, die von fachlich ausgebildeten Museumsleitern mit viel Kreativität und Geschick im Spannungsfeld zwischen Ausflugsziel und Kulturauftrag geleitet werden muss, um den Dokumentationswert für zukünftige Generationen zu erhalten.

© Die Texte entnommen dem Band 48 : Denkmalpflege in Niederösterreich. Text: Autor Fr. Mag. Monika Brunner-Gaureck, Großgmain, Salzburger Freilichtmuseum. Bild:

Alle Veröffentlichungen dieser Denkmalpflege - Reihe sind kostenlos erhältlich auf der Webseite http://www.noel.gv.at/Kultur-Freizeit/Kunst-Kultur/Kulturerbe/a_m_denkmalpflege.html

Dieser Verein veröffentlicht laufend Publikationen, die ich Ihnen hier empfehlen möchte. Diese Ausgabe befasst sich auch m. der hebräischen Chronik Schweinburg.

© Verein für Landeskunde von Niederösterreich

Martha Keil, Barbara Staudinger und Abraham David Aus der „heiligen Gemeinde Schweinburg" - Eine hebräische Chronik aus dem frühneuzeitlichen Niederösterreich

Thomas Ballhausen Filmzensur in Österreich von den Anfängen der Kinematographie bis 1938 - Historische Entwicklungslinien - Dokumentenlage - Forschungsansätze

Forum

Thomas Pulle  850 Jahre Stadt St. Pölten

Wolfgang Huber  Das St. Pöltner Stadtrechtsjubiläum und das Diözesanarchiv

Ralph Andraschek-Holzer  Hauptausstellung der NÖ Landesbibliothek 2009: Die Statutarstadt St. Pölten in alten Ansichten

Richtigstellung nach dem Urheberrecht + Rezensionen + Vereinsnachrichten

Im Landesarchiv in St. Pölten finden Sie eine umfangreiche Bibliothek der gebundenen Jahrgangs-Werke des Vereins. Besonders interessant sind für mich persönlich und meine spezifischen Forschungen die Bände aus der Mitte des 19. Jhdts. Hier finden wir Detailinformationen, die sonst nirgends mehr erschienen sind.

Diese und alle weiteren Veröffenlichtungen finden Sie im WEB hier

Tuesday, 18 March 2014 00:00

Denkmalpflege in Niederösterreich

Denkmalschutz und Denkmalpflege

 

Das Buch DenkmalpflegeDazu erschien der Band 36 mit dem Titel Menschen und Denkmale vom Amt der NÖ-Landesregierung, Abteilung Kultur und Wissenschaft

Dieser aussergewöhnliche Band gibt in 42 Beispielen reichhaltiges Zeugnis von Denkmalpflege im Lande. Peter König beschreibt die Hintergründe der liebevollen Arbeiten zum Erhalt von Denkmälern. Wir können diesen Band jedem empfehlen, der sich ein Bild des Wirkens des BDA machen möchte. Dazu ein Textauszug: " Denkmale, die Zeugnisse der historischen Leistungen der Menschen geben, sind vielfältig. Sie umfassen prähistorische Funde und römische Aus- grabungen, die in den Aufgabenbereich der Bodendenkmalpflege fallen. An Bauwerken wie Wohnhäusern, Handelsgewölben, Kommunalbauten, Befestigungsanlagen, Burgen und Schlössern, Kirchen und Klöstern, aber auch an Industriebauten der jüngeren Vergangenheit lässt sich ein wichtiger Teil der Geschichte von Dörfern und Städten ablesen.

Wichtige Zeugen von Kultur- und Kunstgeschichte sind auch Werke der Malerei, Plastik und des Kunsthandwerkes......

Thursday, 20 October 2011 17:24

Lesen, schreiben wie die Großeltern

Das Programm Lernort : Denkmal ist ja nicht nur ein Denkmal-Erinnerungsprogramm an Schulen. Wir sprechen dabei mit Schülern und Schülerinnen über viele Kulturthemen. Wir spazieren in der Geschichte ein wenig zurück. In manchen Programmen hunderte bis 1.000 Jahre weit. Da lesen wir auch in alten Skripten. Warum sollen sich die Jugendlichen Texte vorlesen lassen, weil sie nicht mehr die Handschirft ihrer Großeltern lesen können, ich meine die der etwas älteren Generation. Ich suchte und fand ein ganz gutes Hilfsmittel zum Lesen in den "Perchtoldsdorfer Archivalien" von Johannes Seidl. Es nennt sich "Schriftbeispiele des 17. bis 20. Jahrhunderts zur Erlernung der Kurrentschrift". Dieses kleine, aber wertvolle Werk haben wir den Lehrern in deren Internet-Arbeitsplattform zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Alle, die ihr Schrift-Wissen wieder auffrischen wollen, können es bei der Marktgemeinde Perchtoldsdorf anfordern. Dieses kleine Werk ist doch ausführlich mit 56 Seiten geschaffen.Und Perchtoldsdorf hat ein interessantes Stadtarchiv, dort finden Sie ungeahnte Schätze. In der Nähe befindet sich die Gasse mit den berühmten Heurigen-Lokalen.

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