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Andrea Angela

Andrea Angela

Monday, 14 April 2014 14:42

Franz Lehár - 144. Geburtstag

Franz Lehár (∗ 30. April 1870 in Komárom, † 24. Oktober 1948 in Bad Ischl) war ein österreichischer Komponist ungarischer Herkunft.

Franz LehárFranz Lehár

Lehár studierte - unter anderem von Antonín Dvorák zur Komposition ermuntert - am Prager Konservatorium. Seine musikalische Laufbahn begann er jedoch als Militär-Kapellmeister, bevor er sich in seiner Wahlheimat Wien ganz der Operette verschrieb.

Dem Welterfolg der seinerzeit auch von Gustav Mahler geschätzten Lustigen Witwe (1905) schlossen sich Der Graf von Luxemburg, Das Land des Lächelns und Paganini oder Der Zarewitsch an. Einen großen Teil seiner Tenor-Arien schrieb er für Richard Tauber.

Die Villa von Franz Lehár am Ufer der Traun
Die Villa von Franz Lehár am Ufer der Traun

Im Lauf der Jahre zu beträchtlichem Reichtum gekommen, erwarb Lehár das Schikaneder-Schlösschen in Wien, umgab sich mit großer Dienerschaft und bestimmte in seinem Testament, dass große Teile seines Vermögens und sein Haus in Bad Ischl nach seinem Tod der Gemeinde und notleidenden Künstlern zur Verfügung gestellt werden sollten.

Lehár gilt zusammen mit Emmerich Kálmán als Begründer der sogenannten 'silbernen' Wiener Operettenära in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

Werke

Franz Lehár am Klavier
Franz Lehár am Klavier
  • Wiener Frauen, Operette, 21. November 1902, Theater an der Wien, Wien
  • Der Rastelbinder, Operette,20. Dezember 1902, Carl-Theater Wien
  • Der Göttergatte, Operette, 20. Jänner 1904, Carl-Theater Wien
  • Die Juxheirat, Operette, 21. Dezember 1904, Theater an der Wien, Wien
  • Die lustige Witwe, Operette, 30. Dezember 1905, Theater an der Wien, Wien
  • Das Fürstenkind, Operette, 7. Oktober 1909, Johann Strauß-Theater, Wien
  • Der Graf von Luxemburg, Operette, 12. November 1909, Theater an der Wien, Wien
  • Zigeunerliebe, Operette, 8. Jänner 1910, Carl-Theater Wien
  • Eva, Operette, 24. November 1911, Theater an der Wien, Wien
  • Endlich allein, Operette, 30. Jänner 1914, Theater an der Wien, Wien
  • Wo die Lerche singt, Operette, 1. Februar 1918, Königliche Oper Budapest
  • Die blaue Mazur, Operette, 28. Mai 1920, Theater an der Wien, Wien
  • Frasquita, Operette, 12. Mai 1922, Theater an der Wien, Wien
  • Paganini, Operette, 30. Oktober 1925, Johann Strauß-Theater Wien ,siehe auch Paganini (Operette).
  • Der Zarewitsch, Operette, 26. Februar 1926, Metropol-Theater Berlin
  • Friederike, Operette, 4. Oktober 1928, Metropol Theater Berlin
  • Das Land des Lächelns, Operette, 10. Oktober 1929, Metropol-Theater Berlin
  • Schön ist die Welt, Operette, 3. Dezember 1930, Metropol-Theater Berlin
  • Giuditta, Operette, 20. Jänner 1934, Wiener Staatsoper

    © Text und Bilder : Ischler Heimatverein
Monday, 14 April 2014 13:52

Museumsverein Fresach

Der "Verein zur Pflege evangelischer Glaubensüberlieferung in Kärnten" wurde von Altbischof Oskar Sakrausky in Fresach gegründet. Der Verein verfolgt den Zweck die Sammlung, Erhaltung, Erforschung und Bearbeitung sowie Veröffentlichung der Zeugnisse und Denkmäler der evangelischen Vergangenheit in Kärnten und auch die Stärkung des evangelischen Glaubens. 

Die Museumssammlung (Bibeln, Postillen, Gesang- und Betbücher; Handschriften und Dokumente; liturgische Geräte etc.) wuchs von Anfang an durch Schenkungen aus Privatbesitz und aus den evangelischen Pfarrgemeinden Kärntens, ferner durch Ankäufe und einige Leihgaben. Die Bibliothek umfasst gut 1.500 Bände, die derzeit elektronisch erfasst werden.

Aus der Gesamtheit der Objekte kristallisieren sich drei Themenschwerpunkte heraus: Reformation und Geheimprotestantismus, Toleranzzeit, slowenische Protestantica. Die ältesten Druckwerke datieren ab den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts, beginnend mit einem Sammelband lutherischer Schriften von 1520, die in einer Keusche in Tragenwinkel, Gemeinde Fresach, entdeckt wurden;  die früheste Luther-Bibel des Museums stammt aus dem Jahr 1534 und wurde bei Heinrich Steyner in Augsburg gedruckt. Etliche Exponate sind absolute Raritäten, darunter ein slowenischer Katechismus von 1580, welcher in der heurigen Sonderausstellung „PRIMOŽ TRUBAR“ präsentiert wird.

Eine Besonderheit der Fresacher Büchersammlung sind die handschriftlichen Eintragungen, die über ihre ehemaligen Benutzer Auskunft geben: in erster Linie der Name des oder der Besitzer mit Jahreszahl, außerdem persönliche Gebete und frommen Sprüche, Geburts- und Sterbedaten von Angehörigen, Heilrezepten usw. Die abgegriffenen und verschmutzten Blätter wiederum zeigen, wie sehr mit dem Buch gelebt, auch welche Textstellen bevorzugt gelesen wurden.

1985 hatte Oskar Sakrausky, der bis zu seinem Tod im Jahr 2006 das Diözesanmuseum im Toleranzbethaus geleitet und betreut hatte, die Zielsetzung des Museums so formuliert:
„... nicht nur durch das Alter oder die Seltenheit der aufgelegten Drucke und Bücher (solle der Beschauer) zum Erstaunen gebracht werden ....., sondern er soll von der Kraft der Vertiefung ergriffen werden, von der Hingabe zu dem Wort des Herrn, von der Treue zum Glauben der Väter, welche die Besitzer jener Drucke und Schriften besaßen .....“.

In der Landesausstellung 2011 war der Museumsverein mit einer Vielzahl bedeutender Exponate vertreten, die jetzt im Wesentlichen auch in der Dauerausstellung des Neuen Museums gezeigt werden. Die alten Druckwerke und Handschriften werden nunmehr im „Schaudepot“ des Neuen Museums aufbewahrt. Die Sammlung soll in Zukunft für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden und bietet ein höchst lebhaftes Themenspektrum auch für diverse Sonderausstellungen.

weiterlesen :  www.evangelischeskulturzentrum.at/traeger_de/C32/

Monday, 14 April 2014 13:44

Toleranzbethaus

In der evangelischen Pfarre Fresach ist ein historisches Gebäudeensemble aus der Zeit kurz nach Erlass des Toleranzpatentes von 1781 erhalten geblieben, das sich in seinem Bestand seit damals kaum verändert hat. Bethaus, Pastorenhaus und Karner liegen noch heute eingerahmt von historischen Steinmauern und altem Baumbestand südlich des Ortskerns.

Fresach war eine jener von insgesamt 13 Orten in Kärnten, in denen sich nach dem Toleranzpatent vom Oktober 1781 eine evangelische Gemeinde konstituierte. Schon bald nach der Gründung errichtete die Kirchengemeinde Fresach ein hölzernes Bethaus. Dabei musste man die Bestimmungen des Toleranzpatentes beachten. Verboten waren Glocken, Türme und ein repräsentatives Portal. Die evangelischen Bethäuser sollten wie normale Wohnhäuser aussehen. 1784 brannte das erste Bethaus von Fresach ab. Die Ursache wurde nie geklärt. 1785 wurde ein neues Bethaus aus Stein gebaut. Dieses ist ein wertvolles Baudenkmal der Toleranzzeit, weil es nahezu unverändert erhalten geblieben ist. Der Außenbau ist streng gegliedert. An der Apsis gibt es zwei Rundbogenfenster, die Langhausseiten weisen zwei Reihen von Rechteckfenstern auf, nord- und westseitig befinden sich schlichte Portale. Zwei Bibelsprüche sind der einzige Schmuck der Außenwand. Auch die originale Innenausstattung aus den 1780er Jahren ist noch vorhanden. Dies betrifft insbesondere den Kanzelaltar und die Holzbänke.

Monday, 14 April 2014 10:50

Das Museum der Stadt Bad Ischl

Bd Ischler Traunpltz

 

Am 11. März 1989 konnte für die vorhandenen Sammlungen ein geradezu dafür vorbestimmtes Haus bezogen werden, nämlich das Erbhaus der Salzfertigerfamilie Seeauer (ab 1880 "Hotel Austria") an der ehemaligen Schifflände der Salzplätten an der Traun - heute Esplanade.

Hier nahmen ab 1834 Erzherzog Franz Karl und seine Gattin Erzherzogin Sophie Quartier, hier fand am 19.Augfust 1853 die Verlobung des jungen Kaisers Franz Joseph mit Prinzessin Elisabeth statt ("Verlobungszimmer").

Hier nun in Übersicht die Ausstellungsthemen:

Erdgeschoß: Geografie, Salzgewinnung und Salztransport

1. Obergeschoß: Ischl als Kurort und kaiserliche Sommerresidenz

2. Obergeschoß: Volkskultur und Geschichte des Ischllandes; Ostasiensammlung des Weltreisenden Hans Sarsteiner (1839-1918)

3. Obergeschoß: Kurort Ischl zur Jahrhundertwende (1900)

weiterlesen: www.stadtmuseum.at/

Monday, 14 April 2014 10:36

Schloss Helfenberg

Das Renaissanceschloss liegt oberhalb des Ortes Helfenberg. Ursprünglich als Burg errichtet, erfolgte 1607 der Neubau des Schlosses Helfenberg.

Um 1224 wird in einer Urkunde des Klosters Hohenfurt, erstmals ein „Wirint de Helfenberch“ genannt. Die alte Wehranlage oberhalb der Pfarrkirche an der Stelle des heutigen Kriegerdenkmals dürfte um 1250 als Vorgängerbau des heutigen Schlosses errichtet und 1270 erweitert worden sein. 1285 gehörte die alte Burg den Herren Piber zu Piberstein, die für den Ausbau der bis dahin bescheidenen Anlage sorgten. Erst 1430 wird die Burg zu Helfenberg erneut erwähnt, als die Burg in den Besitz der Familie Neundlinger kam. Im Erbweg ging die Burg 1500 an die Brüder Peter und Christoph den Greisseneggern. 1574 fiel die Burg nach einem langjährigen Erbschaftsstreit Christoph Kienast zu, der 1587 die Burg an Christoph Artstetter von Wartberg verkaufte.

 

Von 1595 bis 1630 befand sich die Herrschaft im Besitz der Herren Oedt zu Götzendorf. Hans Christoph von Oedt ließ 1607 das nunmehrige Schloss 300 m oberhalb der bisherigen Anlage von Grund auf neu erbauen und eine umfangreiche Bibliothek einrichten. Ab 1630 lebte die Familie Schifer auf dem Schloss bis Siegmund Schifer, der mit Barbara Regina von Oedt verheiratet war, im Jahr 1655 Helfenberg an Johann Friedrich Märk von Gneisenau verkaufte. Unter dessen Nachkommen wurde die Schlosskapelle errichtet. 1686 wurde das Schloss von Johann Friedrich von Seeau erworben und blieb rund 200 Jahre im Familienbesitz. 1750 gehörten 210 Untertanen zur Herrschaft Helfenberg.

 

Die Tochter des letzten Grafen von Seeau verkaufte dann Helfenberg 1893 an die Gräfin Olympia Revertera-Salandra. Die unter den Seeaus geschlossene Schlosskapelle wurde von der Familie Revertera wieder hergestellt und mit einem neuen Altar versehen. Um die Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts fanden einige Umbauten am Schloss statt (Erneuerung des Torturms).

 

Die Familie Revertera ist heute noch Besitzer des Schlosses und der dazugehörigen Gründe.
Gräflich Revertarsches Herrschafts- und Familienarchiv Helfenberg

 

weiterlesen:

 

Monday, 14 April 2014 10:23

Schloss Porcia

Schloss Porcia


Gabriel von Salamanca begann im Jahre 1533 mit dem Bau des Schlosses, vollendet wurde der Renaissancebau 1597 nach Plänen italienischer Baumeister. Die dreigeschossigen Arkaden und die reiche Stuck- und Reliefausstattung des Schlosses brachten ihm das Prädikat „Schönster Renaissancebau nördlich der Alpen“ von seiten der Kunsthistoriker ein.

1662 erwarben die Fürsten von Porcia die Grafschaft und verwalteten diese bis 1918. Im 18. Jahrhundert wurden zahlreiche barocke Details hinzugefügt, wie z.B. das Familienwappen der Porcia im Innenhof.

Seit 1951 ist das Schloss im Besitz der Stadtgemeinde Spittal, welche das Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich machte und als kulturellen Mittelpunkt der Stadt etablierte.

Seit 1958 beherbergen die beiden obersten Geschosse das Museum für Volkskultur, seit 1959 finden im Schlosshof jährlich die „Komödienspiele“ statt, seit 1964 der „Internationale Chorwettbewerb“ – kulturelle Veranstaltungen, welche Spittal weit über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt gemacht haben.

weiterlesen : http://www.museum-spittal.com/frameset.html

Modell des Heiligen Grabs in Schrägansicht

Durch rasche Sicherungsmaßnahmen und Verbesserung der Depotbedingungen konnte der Erhalt der zahlreichen Kulissenteile gesichert werden. Begleitend dazu wurde in den Ateliers des Bundesdenkmalamtes, Abteilung für Konservierung und Restaurierung, das Restaurierziel entwickelt, beispielhaft umgesetzt und so die Grundlage für die weitere Projektumsetzung geschaffen.


Für die ehemalige Stiftskirche in Garsten schuf der vorrangig als Freskant bekannte Barockmaler Johann Wenzel Bergl mittels illusionistischer Scheinarchitektur ein monumentales „Heiliges Grab“. Die bis zu ca. 8m hohe und ca. 7m breite Kulissenarchitektur gliedert die Apsis der Losensteinerkapelle in fünf Ebenen und schafft so einen scheinbar realen Raum, dessen figurale Malerei den direkten Bezug zum Heiligen Grab aufnimmt. Ein 1902 entstandenes Foto dokumentiert den lange anhaltenden Gebrauch dieses künstlerisch hochwertigen Ostergrabes in der Karwoche. Die aufwendige Rauminstallation gliedert sich einer dem Kirchenjahr folgenden Umgestaltung des Sakralraumes ein, die im engen Zusammenhang mit der bis heute in Verwendung stehenden Tradition des Wechsels der Advent- und Fastenbehänge in der Stiftskirche steht. Diese ebenso monomentalen, im Jahr 1777 von Martin Johann Schmidt geschaffenen Blaubehänge, verhüllen in der Advent- und Fastenzeit die Altargemälde, den unteren Bereich der Pfeiler zwischen den Seitenkapellen und die Alexander Gobelins im Presbyterium. Gemeinsam mit dem Ostergrab trug diese den ganzen Kirchenraum erfassende Umgestaltung zu einem Wandel bei, der durch die anhaltende Kargheit der Verhüllung, hin zur Eröffnung der prunkvollen Ausstattung, eine beeindruckende Steigerung für die höchsten christlichen Feiertage schuf.

Der akut gefährdete Erhaltungszustand des außer Gebrauch gekommenen Gesamtkunstwerks erforderte eine umfassende Befundung des Bestandes und eine detaillierte Schadensaufnahme. Die eingeschränkte Zugänglichkeit der auf engem Raum gelagerten Kulissenelemente, erforderte zudem eine Verbesserung der Depotsituation. Zum Ziel der Projektentwicklung wurden für den Erhaltungszustand repräsentative Kulissenelemente ausgewählt und in das Bundesdenkmalamt, Abteilung für Konservierung und Restaurierung, übernommen. An einem Element konnte das Restaurierziel entwickelt und beispielhaft umgesetzt werden. Parallel dazu wurden vor Ort die gesamten Kulissenteile gesichert und in ein neu geschaffenes Depot umgelagert. Durch gesicherte Deponierung des Gesamtbestandes konnte die akute Gefährdung abgewandt und der Erhalt dieses überaus qualitätvollen Gesamtkunstwerkes gesichert werden.

Die im Rahmen der Musterarbeit gewonnenen Erkenntnisse bilden eine definierte Grundlage für die Umsetzung eines Langzeitprojekts, das eine schrittweise Restaurierung des Ostergrabes und die Wiederaufnahme des Gebrauchs zum Ziel hat.

Projektpartner: Pfarre Garsten – Bertholdverein, Universität Wien (Institut für Kunstgeschichte)
Restauratorin: Brigitte Futscher (Befundung, Projektentwicklung, Restaureirung)

Friday, 04 April 2014 10:36

Ein Literaturhaus mit Geschichte

Hennersdorfer Pfrrkirche

Das „Freumbichlerhaus“ in Henndorf am Wallersee wurde seiner neuen Bestimmung übergeben

 

Lange Jahre bot das kleine denkmalgeschützte Bauernhaus im Ortszentrum der Salzburger Wallerseegemeinde ein sanierungsbedürftiges Bild. Künftig soll in dem im Vorjahr liebevoll restaurierten Geburtshaus von Johannes Freumbichler die große literarische Vergangenheit Henndorfs wiederaufleben.

Das bereits um 1709 urkundlich erwähnte Häusel an der Jägerleiten Nr. 82, heute Freumbichlerhaus genannt, wurde 1985 in vorausschauender Weise von der Gemeinde Henndorf aus privater Hand erworben, obwohl es damals noch keine Nutzungspläne gab. Glücklicherweise durch ein dichtes Dach gesichert, bot das Objekt dennoch für längere Zeit ein renovierungsbedürftiges Erscheinungsbild. Doch erst als der Verein „Literaturhaus Henndorf“ Interesse am historischen Gebäude mit einem vernünftigen Nutzungskonzept anmeldete, fiel der Startschuss zur Instandsetzung des Denkmals, die von vielen engagierten Henndorfern mitgetragen wurde.

Der schlichte, verputzte Holzblockbau mit verbrettertem Giebel und angebauter Tenne mit Stall zeigt im Inneren noch seine originale Grundstruktur. Bis auf das kleine Gewölbe im hinteren Hausteil gibt es in allen Bereichen flache Decken, teilweise mit Unterzügen. Verschiedene erhalten gebliebene Baudetails wie Türen, Fenster, Böden und auch Wandmalereien zeugen von der Qualität ländlicher Handwerkstradition. Den Charme dieses liebenswerten Objekts mit seinen geschichtlichen Spuren galt es in seiner Gesamtheit zu erhalten.

Die viele Facetten umfassende Restaurierung erfolgte nach den Vorgaben des Denkmalamtes. Vorrangig galt es die durch die Hanglage entstandenen Feuchtigkeitsprobleme zu beheben und das Objekt gemäß den statischen Erfordernissen zu sanieren. Stilgerecht und mit viel Liebe zum Detail ist es gelungen, das historische Erscheinungsbild wiederherzustellen. Östlich wurde eine moderne Holzterrasse angefügt, die für Veranstaltungen genützt werden soll. Restauratoren und Handwerker stellten sich mit viel Engagement und Fachkenntnis u. a. den Themen Putze, Fassungen und Holz im Altbau.

Fenster, Türen, Böden und der historische Dachstuhl blieben erhalten und wurden wo immer erforderlich repariert. Erst das Herauslösen der historischen Stiege ermöglichte deren zeitgemäße gelungene Instandsetzung. Weiters wurden die historischen Putze stabilisiert und vor allem im Sockelbereich des Erdgeschoßes ergänzt. Erst durch die lasierende Tünche der Wände mit Sumpfkalk erhielt die Raumschale ihr ursprüngliches Erscheinungsbild wieder zurück. Bunte Blattranken aus der Zeit um 1900 blieben als Dokument in mehreren Räumen als Referenzflächen stehen.

Nach Abschluss der baulichen Instandsetzung im Dezember 2012 wurde das Denkmal seiner neuen Bestimmung übergeben.

Im Geburtshaus Johannes Freumbichlers, des Großvaters von Thomas Bernhard, soll in Hinkunft die große literarische Vergangenheit der kleinen Flachgauer Landgemeinde wieder aufleben. Denn in der Zeit vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs galt der Ort als Zentrum der deutschen Literatur- und Theaterszene. Hier lebten und arbeiteten unter anderem Ödön von Horvath, die Brüder Richard und Carl Mayr sowie Carl Zuckmayer.

„Ein Ort der Begegnungen, an dem das Interesse für Literatur und Geschichte wieder geweckt wird, Jung und Alt mit dem Erbe der Dichter vom Wallersee in Berührung kommen“, das wünscht sich Obmann Wichard von Schöning.

Letztendlich steht das Literaturhaus Henndorf beispielhaft für die mustergültige Restaurierung eines ländlichen Baudenkmals, die in dankenswerter Weise nur durch das Zusammenwirken von Gemeinde, Verein, Bund, Land, Architekt und von vielen Professionisten und Freiwilligen zustande gekommen ist.

Im April konnten Mitarbeiterinnen der archäologischen Grabungsfirma Talpa (Wörgl), gefördert vom BDA, im Garten des Anwesens Kaspar-Schoch-Straße 3 in Bregenz römische Gebäudereste freilegen.

Im Bregenzer Ölrain liegen die Baureste der römischen Stadt Brigantium teilweise sehr nahe an der Bodenoberfläche. Im Zuge des geplanten nicht unterkellerten Anbau in der Kaspar-Schoch-Straße wurde der Wohntrakt eines größeren städtischen Gebäudes mit überraschend gut erhaltener Fußbodenheizung (Hypokaustum-Heizung) sowie ein angrenzender gepflasterter Innenhof freigelegt und wissenschaftlich untersucht. Obwohl der Stadtteil Ölrein von bisherigen ForscherInnen als römisches „Handwerkerviertel“ bezeichnet worden ist, zeigen die Funde, dass sich schon damals die „Mittelschicht“ einen beschränkten urbanen Luxus in ihren Wohnräumen leistete.
Für den Anbau bildeten die Grabungen kein Hindernis, da die Mauern aus dem 2. Jh. n. Chr. wissenschaftlich dokumentiert wurden und nun wieder zugeschüttet und überbaut werden dürfen. Die anfänglichen Befürchtungen einer Bauverzögerung oder einer Kostenexplosion durch den Grundeigentümer und Vertreter der Medien haben sich letztlich nicht bewahrheitet.
Von den über 1200 (!) bekannten Fundstellen in Vorarlberg ist nur ein sehr geringer Anteil von derartiger Bedeutung, dass sie unter Denkmalschutz gestellt werden und unversehrt unter der Erde verbleiben sollen. In der Regel werden Bauprojekte durch das Auftreten eines archäologischen Bodendenkmals nicht verhindert. Stattdessen wird unser Kulturerbe (im gesetzlich vorgesehenen Rahmen) durch „Rettungsgrabungen“ um wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse bereichert.
Anfang 2012 sind eindeutig definierte archäologische Fundzonen durch die Stadt Bregenz (auf Veranlassung des Bundesdenkmalamtes) eingeführt worden. Diese ändern nichts an der Widmung eines Grundstückes und dienen als Information für die Baubehörde bei konkreten Baugenehmigungsverfahren. Die in den Städten Bregenz und Feldkirch vorbildlich funktionierende Kooperation aller Beteiligten und die frühestmögliche Durchführung von Ausgrabungen in einer archäologischen Verdachtsfläche beugt dem allseits befürchteten „Baustopp“ am besten vor!

Früherer Fischmarktbrunnen restauriert

 

Der „Wilde Mann Brunnen“ ist einer der ältesten Brunnen der Stadt Salzburg. Im Zuge der Neugestaltung der Straßen und Plätze vor den Festspielhäusern und der Alten Universität erhielt auch dieser Brunnen im vergangenen Jahr seine längst überfällige Restaurierung.

 

„Bewegte“ Vergangenheit
Der ehemalige Fischmarktbrunnen gegenüber dem Haus für Mozart blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Anfang des 17. Jahrhunderts war er als Marktbrunnen für den Salzburger Fischmarkt geschaffen worden, der sich damals am Hagenauerplatz, nahe dem späteren Geburtshaus Mozarts befand.

Gemeinsam mit dem Fischmarkt wurde im Laufe der Jahrhunderte auch der Brunnen mehrmals verlegt. Als der Markt 1641 auf den heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz übersiedelte, versetzte man auch der Brunnen mit seinen Fischbehältern. 1872 kehrte er mit dem Fischmarkt erneut auf den Hagenauerplatz zurück, später wanderte er zur alten Hofreitschule vor dem heutigen Toscaninihof.

Erst als 1925 der Fischmarkt erneut verlegt wurde, trennten sich die Wege von Markt und Brunnen: Der Wilde-Mann-Brunnen blieb beim neuen Festspielhaus, das seit 1925 aus einem Teil der Hofstallkaserne entstand. 1937 wurde er dann an seinen heutigen Standort am Rand des Furtwänglerparks versetzt, wobei die marmornen Kalter, Stufen und Bassins – die man nach dem Verlust seiner Rolle als Fischmarktbrunnen nicht mehr benötigte – entfernt wurden.

„Wilder Mann“
Der Brunnen besteht heute aus einem hohen, viereckigen Steinbecken, das von einem Schmiedeeisengitter abgeschlossen wird. Auf einer Säule in der Mitte des Brunnens erhebt sich die Kupferplastik des Wilden Mannes, der Namen gebend für den Brunnen ist. Diese Plastik stellt einen fast zur Gänze von blätterförmigen Zotteln und Blattwerk bedeckten und mit einem mächtigen Ast bewehrten Mann dar. Körper und Kopf der rd. 2,5m hohen Figur wurden aus Kupferblechen getrieben, die Einzelteile verschraubt, einzelne Teile auch eingenietet. Die zahlreichen kleinen Details – wie Blätterkleid, Wimpern oder Ohren - wurden mit Weichlot angelötet. Getragen wird die Kupferhülle von einer Stützkonstruktion aus Schmiedeisen im Inneren der Skulptur.


Untersuchungen von Farbresten durch Metallrestauratorin Mag. Elisabeth Krebs zeigten, dass die Figur ursprünglich polychrom gefasst war: Das Inkarnat in unterschiedlichen Rosatönen, verschiedene Grünschattierungen für das Blätterkleid und ein brauner Ast haben ihr gemeinsam mit dem mehrfärbigen Stadtwappen ein auffälliges Äußeres verliehen, ehe der Abbau der Farbe und die Alterung des Kupfers ihr die heutige einheitliche Patina gaben.

Der Kupferschmied, der die Statue schuf, ist nicht bekannt, die ursprüngliche Fassung stammt vermutlich vom Maler Johann Reitter (1621).

Die Skulptur ist ein Beispiel für zahlreiche Darstellungen „Wilder Männer“, wie sie seit dem Mittelalter als mythologische Symbole männlicher Kraft und Naturverbundenheit in Mitteleuropa weit verbreitet waren. Der Schild mit dem Salzburger Stadtwappen in seiner Linken verweist auf die Salzburger Bürgerschaft als Auftraggeber von Brunnen und Statue.

Konservierung und Erhaltung der Patina
Die Restaurierung erfolgte auf Basis einer genauen Schadensanalyse und -kartierung. Nicht nur Abwitterung und Korrosion der Oberflächen, auch zahlreiche Risse sowie Verluste und Verformungen der aufgelöteten Blätter und anderer Details wurden festgestellt.

Die Restaurierung der Kupferskulptur hatte in erster Linie die Konservierung des Bestandes zum Ziel. Restaurierungsmaßnahmen oder Ergänzungen wurden nur gesetzt, wo sie konservatorisch oder aus optischen Gründen notwendig waren. Auch bei der Behandlung der Oberflächen beließ man es – abgesehen vom Stadtwappen - bei einer vorsichtigen mechanischen Reinigung. Die überkommene Kupferpatina blieb als Oberfläche erhalten und bestimmt nach wie vor das Erscheinungsbild des „Wilden Mannes“.

Blickfang im Festspielbezirk
Durch die Umbauten im Salzburger Festspielbezirk stand der Wilde-Mann-Brunnen in den vergangenen Jahren etwas im Abseits, war er doch häufig von Baugerüsten, parkenden Lieferwagen und Fahrradständern verstellt.


Die von der Stadt Salzburg beauftragte und vom Bundesdenkmalamt begleitete und unterstützte Restaurierung der Skulptur, des Brunnenbeckens und des Abschlussgitters haben den Brunnen wieder zu einem Blickfang vor dem Hintergrund von Furtwänglergarten und Kollegienkirche gemacht; und mit dem Abschluss der Platz- und Straßengestaltung vor den Festspielhäusern im heurigen Sommer wird der Wilde-Mann-Brunnen wieder ein würdiges Ambiente erhalten.

 

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