Das Museen Net

Es gibt immer etwas zu entdecken

Bezirksmuseum Wien3 Blog

Hier berichten wir über das Geschehen aus dem Bezirksmuseum Landstraße, gemeinsam mit Freunden unseres Museums

Meine wunderschöne Jugendzeit

  • Schriftgröße: Größer Kleiner
  • Updates abonnieren
  • Drucken
  • Diesen Beitrag melden

Die Zeit der Not vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges habe ich in einem Artikel beschrieben, der im Archiv unseres Museums liegt. Hier möchte ich von den Jahren 1946 bis 1952 erzählen. Ich besuchte von 1945 bis 1950 die LBA in der Kundmanngasse, obwohl ich nicht wirklich Lehrer werden wollte. Das war der Wunsch meiner Eltern, die immer wieder davon sprachen, dass ich ein "Brotstudium" machen soll. meine Studentenband
Während dieser Zeit betätigte ich mich - um es chronologisch aufzuzählen - als Mitglied von Schauspieltruppen (mein erster Auftritt fand 1946 im Calasanzsaal als Bettler in Max Mells Wiener Kripperl 1919 statt, mein letzter im Kleinen Theater in der Josefsgasse als Dr. Jura in Hermann Bahrs Komödie Das Konzert. Dazwischen spielte ich in Schwänken von Johann Nestroy, in Märchenstücken von Ferdinand Raimund und in Komödien, die damals gern gesehen wurden. Da ich eine leidlich angenehme Singstimme hatte, sang ich einige Jahre beim Lehrer-a-capella-Chor, der zu dieser Zeit als Verstärkung der Festwiesenszene in Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg verwendet wurde. So hopste ich gemeinsam mit meinem Deutschprofessor, der mich zum Chor geholt hatte, in jeder Vorstellung als Bäckermeister kostümiert auf die Bühne des Theater an der Wien. Schon 1946 erlernte ich bei Pepi Kaderka die Bedienung eines Schlagzeugs. Mit verschiedenen "Bands" verdiente ich mir so mein Taschengeld mit Auftritten bei Kränzchen, Maskenbällen und anderen Tanzbelustigungen. Na ja, und dieses leicht verdiente Geld juckte natürlich in der Tasche, was dazu führte, dass ich an jedem Wochenende zum "Schwung" zum Thumser in die Neulerchenfelderstraße pilgerte. Und wenn schon, denn schon saß ich stundenlang mit Freunden beim Sittl, in einem anderen Beisel oder einem Kaffeehaus - mein Stammlokal war das Strozzigrund - wo über Musik, Theater, neue Literatur und Politik "dischkuriert" wurde. Alle diese Aktivitäten waren mir als Halbwüchsigem - heute bezeichnet man Burschen in diesem Alter als "Teens" - weitaus wichtiger als mein Studium und der Besuch der LBA. So kam es, dass ich im 4. Jahrgang in einem Trimesterzeugnis immerhin die stolze Zahl von 347 nichtentschuldigten Unterrichtsstunden aufweisen konnte. Wenn ich heute ältere Erwachsene über die "schrecklichen" Jugendlichen klagen und meckern höre, fällt mir meine Jugendzeit ein. Ich war nie ein Spaßverderber oder "Trauminet", schätzte amouröse Abenteuer und jede Art von Unterhaltung, weshalb ich mit Sicherheit keinem anderen meiner Altersgenossen als Vorbild hätte dienen können. Vielleicht will der eine oder andere Besucher meines Blog nichts mehr mit mir zu tun haben, nachdem der diese Zeilen gelesen hat. Na ja, auch das werde ich ertragen! Karl Hauer

Markiert in: Mein Leben
in Bezirksmuseum Wien 3 Aufrufe: 342 0 Kommentare
Bewerte diesen Beitrag:
0

Kommentare

  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!

Kommentar hinterlassen

Gast
Gast Dienstag, 23 Mai 2017

F A Q zum Blog

Q
Wie kann ich hier Blogger werden
A

BloggerUm selber Blogger zu werden, müssen Sie registriert sein. Als Forscher oder als Museumsleiter. Oder als Mitarbeiter, oder auch als Freund eines Museums. Sie haben sicher gemerkt, dass es Maler, Autoren hier z.B. gibt. Sie werden dann vom Administrator freigeschalten.

Q
Kann ich in mehreren Kategorien schreiben
A

Ja, bitte dazu eine Meldung an den Webmaster (webmaster@forschmit.at) schreiben mit der Wunschkategorie

Suche

Aktivste Blogger

Karl Hauer
205 post(s)
Theresia Schaffer
45 post(s)
Karl Boehm
11 post(s)

Unser Partner BDA

Kultur Förderer

Unsere Förderer
Kultur Kontakt - des BMfKK
Der Wiener Stadtschulrat
Die Kulturabteilung der Gemeinde Wien

Unser Shop

Eine reiche Auswahl an Büchern, Zeitschriften, DVD, Druckwerke - besuchen Sie: http://shop.genaustria.at/Buch/Daheim-in-Sitzendorf::474.html