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Beiträge unserer Autoren in Salzburg

Montag, 14 April 2014 17:05

Heimatmuseum - Vogtturm

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Heimatmuseum im Vogtturm

In dem bereits vor mehr als 1000 Jahren genannten "Vogt- oder Kastnerturm" - im Stadtzentrum von Zell am See gelegen - ist in vier Stockwerken das Heimatmuseum Zell am See untergebracht.

Der Eingang erfolgt von Norden, von der Kreuzgasse her. Der Turm wird erstmals im Jahre 926 urkundlich genannt und als Fluchtturm erwähnt; neben der Kirche ist der Turm das älteste Gebäude der Stadt und dürfte als militärischer Stützpunkt für das im Jahr 748 gegründete kleine Kloster (Cella in Bisontio) von besonderer Bedeutung gewesen sein.

Der Turm war über 100 Jahre im Besitz der Familie Kastner, daher auch die Bezeichnung Kastnerturm. Anno 1900 fuhr ein Kugelblitz bei einem schweren Gewitter durch den Kamin herab in die Küche; im damaligen Bericht stand zu lesen: "Die Köchin wurde zur Seite geschleudert und war ganz geschwärzt, gottlob waren Herd und Köchin nicht beschädigt!"

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten konnte im Jahr 1984 das Museum vom Rathaus Schloß Rosenberg in den Vogtturm übersiedeln und den Betrieb wieder aufnehmen. Im Mittelpunkt der umfangreichen Sammlung steht die lokale und regionale Geschichte sowie Kultur.

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Freitag, 04 April 2014 10:36

Ein Literaturhaus mit Geschichte

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Hennersdorfer Pfrrkirche

Das „Freumbichlerhaus“ in Henndorf am Wallersee wurde seiner neuen Bestimmung übergeben

 

Lange Jahre bot das kleine denkmalgeschützte Bauernhaus im Ortszentrum der Salzburger Wallerseegemeinde ein sanierungsbedürftiges Bild. Künftig soll in dem im Vorjahr liebevoll restaurierten Geburtshaus von Johannes Freumbichler die große literarische Vergangenheit Henndorfs wiederaufleben.

Das bereits um 1709 urkundlich erwähnte Häusel an der Jägerleiten Nr. 82, heute Freumbichlerhaus genannt, wurde 1985 in vorausschauender Weise von der Gemeinde Henndorf aus privater Hand erworben, obwohl es damals noch keine Nutzungspläne gab. Glücklicherweise durch ein dichtes Dach gesichert, bot das Objekt dennoch für längere Zeit ein renovierungsbedürftiges Erscheinungsbild. Doch erst als der Verein „Literaturhaus Henndorf“ Interesse am historischen Gebäude mit einem vernünftigen Nutzungskonzept anmeldete, fiel der Startschuss zur Instandsetzung des Denkmals, die von vielen engagierten Henndorfern mitgetragen wurde.

Der schlichte, verputzte Holzblockbau mit verbrettertem Giebel und angebauter Tenne mit Stall zeigt im Inneren noch seine originale Grundstruktur. Bis auf das kleine Gewölbe im hinteren Hausteil gibt es in allen Bereichen flache Decken, teilweise mit Unterzügen. Verschiedene erhalten gebliebene Baudetails wie Türen, Fenster, Böden und auch Wandmalereien zeugen von der Qualität ländlicher Handwerkstradition. Den Charme dieses liebenswerten Objekts mit seinen geschichtlichen Spuren galt es in seiner Gesamtheit zu erhalten.

Die viele Facetten umfassende Restaurierung erfolgte nach den Vorgaben des Denkmalamtes. Vorrangig galt es die durch die Hanglage entstandenen Feuchtigkeitsprobleme zu beheben und das Objekt gemäß den statischen Erfordernissen zu sanieren. Stilgerecht und mit viel Liebe zum Detail ist es gelungen, das historische Erscheinungsbild wiederherzustellen. Östlich wurde eine moderne Holzterrasse angefügt, die für Veranstaltungen genützt werden soll. Restauratoren und Handwerker stellten sich mit viel Engagement und Fachkenntnis u. a. den Themen Putze, Fassungen und Holz im Altbau.

Fenster, Türen, Böden und der historische Dachstuhl blieben erhalten und wurden wo immer erforderlich repariert. Erst das Herauslösen der historischen Stiege ermöglichte deren zeitgemäße gelungene Instandsetzung. Weiters wurden die historischen Putze stabilisiert und vor allem im Sockelbereich des Erdgeschoßes ergänzt. Erst durch die lasierende Tünche der Wände mit Sumpfkalk erhielt die Raumschale ihr ursprüngliches Erscheinungsbild wieder zurück. Bunte Blattranken aus der Zeit um 1900 blieben als Dokument in mehreren Räumen als Referenzflächen stehen.

Nach Abschluss der baulichen Instandsetzung im Dezember 2012 wurde das Denkmal seiner neuen Bestimmung übergeben.

Im Geburtshaus Johannes Freumbichlers, des Großvaters von Thomas Bernhard, soll in Hinkunft die große literarische Vergangenheit der kleinen Flachgauer Landgemeinde wieder aufleben. Denn in der Zeit vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs galt der Ort als Zentrum der deutschen Literatur- und Theaterszene. Hier lebten und arbeiteten unter anderem Ödön von Horvath, die Brüder Richard und Carl Mayr sowie Carl Zuckmayer.

„Ein Ort der Begegnungen, an dem das Interesse für Literatur und Geschichte wieder geweckt wird, Jung und Alt mit dem Erbe der Dichter vom Wallersee in Berührung kommen“, das wünscht sich Obmann Wichard von Schöning.

Letztendlich steht das Literaturhaus Henndorf beispielhaft für die mustergültige Restaurierung eines ländlichen Baudenkmals, die in dankenswerter Weise nur durch das Zusammenwirken von Gemeinde, Verein, Bund, Land, Architekt und von vielen Professionisten und Freiwilligen zustande gekommen ist.

Früherer Fischmarktbrunnen restauriert

 

Der „Wilde Mann Brunnen“ ist einer der ältesten Brunnen der Stadt Salzburg. Im Zuge der Neugestaltung der Straßen und Plätze vor den Festspielhäusern und der Alten Universität erhielt auch dieser Brunnen im vergangenen Jahr seine längst überfällige Restaurierung.

 

„Bewegte“ Vergangenheit
Der ehemalige Fischmarktbrunnen gegenüber dem Haus für Mozart blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Anfang des 17. Jahrhunderts war er als Marktbrunnen für den Salzburger Fischmarkt geschaffen worden, der sich damals am Hagenauerplatz, nahe dem späteren Geburtshaus Mozarts befand.

Gemeinsam mit dem Fischmarkt wurde im Laufe der Jahrhunderte auch der Brunnen mehrmals verlegt. Als der Markt 1641 auf den heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz übersiedelte, versetzte man auch der Brunnen mit seinen Fischbehältern. 1872 kehrte er mit dem Fischmarkt erneut auf den Hagenauerplatz zurück, später wanderte er zur alten Hofreitschule vor dem heutigen Toscaninihof.

Erst als 1925 der Fischmarkt erneut verlegt wurde, trennten sich die Wege von Markt und Brunnen: Der Wilde-Mann-Brunnen blieb beim neuen Festspielhaus, das seit 1925 aus einem Teil der Hofstallkaserne entstand. 1937 wurde er dann an seinen heutigen Standort am Rand des Furtwänglerparks versetzt, wobei die marmornen Kalter, Stufen und Bassins – die man nach dem Verlust seiner Rolle als Fischmarktbrunnen nicht mehr benötigte – entfernt wurden.

„Wilder Mann“
Der Brunnen besteht heute aus einem hohen, viereckigen Steinbecken, das von einem Schmiedeeisengitter abgeschlossen wird. Auf einer Säule in der Mitte des Brunnens erhebt sich die Kupferplastik des Wilden Mannes, der Namen gebend für den Brunnen ist. Diese Plastik stellt einen fast zur Gänze von blätterförmigen Zotteln und Blattwerk bedeckten und mit einem mächtigen Ast bewehrten Mann dar. Körper und Kopf der rd. 2,5m hohen Figur wurden aus Kupferblechen getrieben, die Einzelteile verschraubt, einzelne Teile auch eingenietet. Die zahlreichen kleinen Details – wie Blätterkleid, Wimpern oder Ohren - wurden mit Weichlot angelötet. Getragen wird die Kupferhülle von einer Stützkonstruktion aus Schmiedeisen im Inneren der Skulptur.


Untersuchungen von Farbresten durch Metallrestauratorin Mag. Elisabeth Krebs zeigten, dass die Figur ursprünglich polychrom gefasst war: Das Inkarnat in unterschiedlichen Rosatönen, verschiedene Grünschattierungen für das Blätterkleid und ein brauner Ast haben ihr gemeinsam mit dem mehrfärbigen Stadtwappen ein auffälliges Äußeres verliehen, ehe der Abbau der Farbe und die Alterung des Kupfers ihr die heutige einheitliche Patina gaben.

Der Kupferschmied, der die Statue schuf, ist nicht bekannt, die ursprüngliche Fassung stammt vermutlich vom Maler Johann Reitter (1621).

Die Skulptur ist ein Beispiel für zahlreiche Darstellungen „Wilder Männer“, wie sie seit dem Mittelalter als mythologische Symbole männlicher Kraft und Naturverbundenheit in Mitteleuropa weit verbreitet waren. Der Schild mit dem Salzburger Stadtwappen in seiner Linken verweist auf die Salzburger Bürgerschaft als Auftraggeber von Brunnen und Statue.

Konservierung und Erhaltung der Patina
Die Restaurierung erfolgte auf Basis einer genauen Schadensanalyse und -kartierung. Nicht nur Abwitterung und Korrosion der Oberflächen, auch zahlreiche Risse sowie Verluste und Verformungen der aufgelöteten Blätter und anderer Details wurden festgestellt.

Die Restaurierung der Kupferskulptur hatte in erster Linie die Konservierung des Bestandes zum Ziel. Restaurierungsmaßnahmen oder Ergänzungen wurden nur gesetzt, wo sie konservatorisch oder aus optischen Gründen notwendig waren. Auch bei der Behandlung der Oberflächen beließ man es – abgesehen vom Stadtwappen - bei einer vorsichtigen mechanischen Reinigung. Die überkommene Kupferpatina blieb als Oberfläche erhalten und bestimmt nach wie vor das Erscheinungsbild des „Wilden Mannes“.

Blickfang im Festspielbezirk
Durch die Umbauten im Salzburger Festspielbezirk stand der Wilde-Mann-Brunnen in den vergangenen Jahren etwas im Abseits, war er doch häufig von Baugerüsten, parkenden Lieferwagen und Fahrradständern verstellt.


Die von der Stadt Salzburg beauftragte und vom Bundesdenkmalamt begleitete und unterstützte Restaurierung der Skulptur, des Brunnenbeckens und des Abschlussgitters haben den Brunnen wieder zu einem Blickfang vor dem Hintergrund von Furtwänglergarten und Kollegienkirche gemacht; und mit dem Abschluss der Platz- und Straßengestaltung vor den Festspielhäusern im heurigen Sommer wird der Wilde-Mann-Brunnen wieder ein würdiges Ambiente erhalten.

 

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