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DER BIEDERMEIERSTAR THERESE KRONES 1801 - 1830 Empfehlung

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Therese Krones Lithographie Therese Krones Lithographie Bezirksmuseum Wien 3

Therese Krones Lithographie

„Die Krones“ wurde 1801 als Tochter des ehemaligen Kürschnermeisters Franz Josef und seiner Frau Anna Theresia Krones in Bruntál (deutsch Freudenthal) im Nordosten der heutigen Tschechischen Republik – damals Österreichisch-Schlesien – geboren. Ihr Vater hatte sein Handwerk aufgegeben und eine Wanderschauspieltruppe gegründet. Es ist anzunehmen, dass zur Zeit Thereses Geburt das Ehepaar in Freudenthal ein Engagement hatte.
Therese und ihr Bruder Josef waren richtige Theaterkinder, weshalb sie schon sehr früh gemeinsam mit ihren Eltern auf der Bühne standen.
Schon 1811 wurde das Mädchen für Kinderrollen nach Brno (Brünn) engagiert und kam dann mit ihren Eltern über Temesvár nach Wien, wo sie am 22. Jänner 1812 im Leopoldstädter Theater gemeinsam mit ihrem Vater gastierte.
Im Oktober desselben Jahres spielte die ganze Familie im Josefstädter Theater.
Nach der Trennung von ihren Eltern hatte Therese Engagements in Bratislava (Pressburg), Zagreb (Agram), Ljubljana (Laibach), Graz und Sopron (Ödenburg). Hier wurde sie 1821 von Ferdinand Raimund entdeckt, der sie ans Leopoldstädter Theater holte. Sie debütierte in Joachim Perinets „Evakathel und Prinz Schnudi“. In den nächsten Jahren spielte sie gemeinsam mit Raimund, Korntheuer und Schuster in damals beliebten Volkstheaterstücken.
Der Durchbruch gelang Therese Krones 1824 als Zilly in der Zauberoper von Adolf Bäuerle „Aline“ und als Rosamunde in dessen Feenoper „Lindane“.
Sie bezauberte durch Anmut, Charme und Liebenswürdigkeit und verstand es, das Publikum durch ihr überschäumendes Temperament und ihre treff sichere Komik mitzureißen. Sie beherrschte mühelos sämtliche Nuancen der Schauspielkunst und wurde bald zum Vorbild aller Soubretten.

Therese Krones als JugendIm selben Jahr schrieb Raimund für sie die Rolle des Mariandl in „Der Diamant des Geisterkönigs“, und 1826 stand sie dann in der Hosenrolle der Jugend im Märchenspiel von Ferdinand Raimund „Das Mädchen aus der Feenwelt oder Der Bauer als Millionär“ auf der Bühne des Leopoldstädter Theaters. Das von ihr in dieser Rolle vorgetragene Lied „Brüderlein fein“ schlug wie eine Bombe ein.
Die Künstlerkarte von Moritz von Schwind, die sie in ihrem Kostüm zeigte, musste immer wieder nachgedruckt werden, um die große Nachfrage zu befriedigen.
Ganz Wien lag ihr zu Füßen, und sie konnte sich nun das verschwenderische Leben leisten, von dem sie schon seit langer Zeit träumte.

Das Daheimhäuschen der Therese KronesSie konnte sich sogar ein eigenes Haus auf der Hohen Warte in Döbling kaufen, dem sie den Namen „Daheimhäuschen“ gab (ehemals Hohe Warte 37, Abbruch wegen Bombenschadens im Zweiten Weltkrieg).
Therese Krones trat in der Folge nicht nur in Stücken von Adolf Bäuerle und Ferdinand Raimund auf, sondern auch in solchen, die ihr Bruder Josef für sie schrieb.
1826 lernte sie in Baden bei Wien Severin von Jaroszynski kennen und verliebte sich in den vermeintlichen reichen polnischen Grafen. In Wahrheit war dieser ein Hochstapler und Betrüger, der durch sein verschwenderisches Leben in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Am 13. Februar 1827 ermordete er seinen alten Lehrer Abbé Johann Conrad Blank, um ihn berauben zu können.

Severin Jaroszynski in der ArmesünderzelleSchon drei Tage später wurde Jaroszynski in seiner feudalen Wohnung im Trattnerhof am Graben während eines Gelages, an dem auch seine Freundin Therese Krones teilnahm, verhaftet.
Am 11. Juli wurde er zum Tod verurteilt und am 30. August bei der Spinnerin am Kreuz öffentlich gehenkt.
Diese Affäre trug das Publikum der geliebten Künstlerin nicht nach. Sie trat weiterhin in den  Vorstadttheatern der Leopoldstadt sowie der Josefstadt auf und erntete immer wieder frenetischen Beifall.
Am 23. Jänner 1830 spielte sie zum letzten Mal in „Julerl, die Putzmacherin“ im Josefstädter Theater. Im  selben Monat beendete sie das Engagement in diesem Theater, um von nun an im Theater an der Wien aufzutreten. Das bereits angekündigte Gastspiel musste sie jedoch krankheitshalber absagen.
Am 28. Dezember 1830 starb die große Schauspielerin im Gasthof „Zur Weintraube“, 2, Praterstraße 33 und wurde im St. Marxer Friedhof beerdigt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden ihre sterblichen Überreste exhumiert und in einem Ehrengrab der Stadt Wien im Zentralfriedhof (Gruppe 42A,  Nummer 45A) beigesetzt.

Kenotaph für Therese Krones
Im St. Marxer Friedhof gibt es diesen Erinnerungsstein für die große Künstlerin.

Die Erzählung finden Sie im Museumsheft 2013/4
zu beziehen im Shop Genaustria


 

Kenotaph für Therese Krones
im St. Marxer Friedhof

Gelesen 379 mal Letzte Änderung am Montag, 24 August 2015 15:28
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