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Montag, 14 April 2014 13:52

Museumsverein Fresach

Der "Verein zur Pflege evangelischer Glaubensüberlieferung in Kärnten" wurde von Altbischof Oskar Sakrausky in Fresach gegründet. Der Verein verfolgt den Zweck die Sammlung, Erhaltung, Erforschung und Bearbeitung sowie Veröffentlichung der Zeugnisse und Denkmäler der evangelischen Vergangenheit in Kärnten und auch die Stärkung des evangelischen Glaubens. 

Die Museumssammlung (Bibeln, Postillen, Gesang- und Betbücher; Handschriften und Dokumente; liturgische Geräte etc.) wuchs von Anfang an durch Schenkungen aus Privatbesitz und aus den evangelischen Pfarrgemeinden Kärntens, ferner durch Ankäufe und einige Leihgaben. Die Bibliothek umfasst gut 1.500 Bände, die derzeit elektronisch erfasst werden.

Aus der Gesamtheit der Objekte kristallisieren sich drei Themenschwerpunkte heraus: Reformation und Geheimprotestantismus, Toleranzzeit, slowenische Protestantica. Die ältesten Druckwerke datieren ab den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts, beginnend mit einem Sammelband lutherischer Schriften von 1520, die in einer Keusche in Tragenwinkel, Gemeinde Fresach, entdeckt wurden;  die früheste Luther-Bibel des Museums stammt aus dem Jahr 1534 und wurde bei Heinrich Steyner in Augsburg gedruckt. Etliche Exponate sind absolute Raritäten, darunter ein slowenischer Katechismus von 1580, welcher in der heurigen Sonderausstellung „PRIMOŽ TRUBAR“ präsentiert wird.

Eine Besonderheit der Fresacher Büchersammlung sind die handschriftlichen Eintragungen, die über ihre ehemaligen Benutzer Auskunft geben: in erster Linie der Name des oder der Besitzer mit Jahreszahl, außerdem persönliche Gebete und frommen Sprüche, Geburts- und Sterbedaten von Angehörigen, Heilrezepten usw. Die abgegriffenen und verschmutzten Blätter wiederum zeigen, wie sehr mit dem Buch gelebt, auch welche Textstellen bevorzugt gelesen wurden.

1985 hatte Oskar Sakrausky, der bis zu seinem Tod im Jahr 2006 das Diözesanmuseum im Toleranzbethaus geleitet und betreut hatte, die Zielsetzung des Museums so formuliert:
„... nicht nur durch das Alter oder die Seltenheit der aufgelegten Drucke und Bücher (solle der Beschauer) zum Erstaunen gebracht werden ....., sondern er soll von der Kraft der Vertiefung ergriffen werden, von der Hingabe zu dem Wort des Herrn, von der Treue zum Glauben der Väter, welche die Besitzer jener Drucke und Schriften besaßen .....“.

In der Landesausstellung 2011 war der Museumsverein mit einer Vielzahl bedeutender Exponate vertreten, die jetzt im Wesentlichen auch in der Dauerausstellung des Neuen Museums gezeigt werden. Die alten Druckwerke und Handschriften werden nunmehr im „Schaudepot“ des Neuen Museums aufbewahrt. Die Sammlung soll in Zukunft für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden und bietet ein höchst lebhaftes Themenspektrum auch für diverse Sonderausstellungen.

weiterlesen :  www.evangelischeskulturzentrum.at/traeger_de/C32/

Freigegeben in Autoren Kärnten

Früherer Fischmarktbrunnen restauriert

 

Der „Wilde Mann Brunnen“ ist einer der ältesten Brunnen der Stadt Salzburg. Im Zuge der Neugestaltung der Straßen und Plätze vor den Festspielhäusern und der Alten Universität erhielt auch dieser Brunnen im vergangenen Jahr seine längst überfällige Restaurierung.

 

„Bewegte“ Vergangenheit
Der ehemalige Fischmarktbrunnen gegenüber dem Haus für Mozart blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Anfang des 17. Jahrhunderts war er als Marktbrunnen für den Salzburger Fischmarkt geschaffen worden, der sich damals am Hagenauerplatz, nahe dem späteren Geburtshaus Mozarts befand.

Gemeinsam mit dem Fischmarkt wurde im Laufe der Jahrhunderte auch der Brunnen mehrmals verlegt. Als der Markt 1641 auf den heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz übersiedelte, versetzte man auch der Brunnen mit seinen Fischbehältern. 1872 kehrte er mit dem Fischmarkt erneut auf den Hagenauerplatz zurück, später wanderte er zur alten Hofreitschule vor dem heutigen Toscaninihof.

Erst als 1925 der Fischmarkt erneut verlegt wurde, trennten sich die Wege von Markt und Brunnen: Der Wilde-Mann-Brunnen blieb beim neuen Festspielhaus, das seit 1925 aus einem Teil der Hofstallkaserne entstand. 1937 wurde er dann an seinen heutigen Standort am Rand des Furtwänglerparks versetzt, wobei die marmornen Kalter, Stufen und Bassins – die man nach dem Verlust seiner Rolle als Fischmarktbrunnen nicht mehr benötigte – entfernt wurden.

„Wilder Mann“
Der Brunnen besteht heute aus einem hohen, viereckigen Steinbecken, das von einem Schmiedeeisengitter abgeschlossen wird. Auf einer Säule in der Mitte des Brunnens erhebt sich die Kupferplastik des Wilden Mannes, der Namen gebend für den Brunnen ist. Diese Plastik stellt einen fast zur Gänze von blätterförmigen Zotteln und Blattwerk bedeckten und mit einem mächtigen Ast bewehrten Mann dar. Körper und Kopf der rd. 2,5m hohen Figur wurden aus Kupferblechen getrieben, die Einzelteile verschraubt, einzelne Teile auch eingenietet. Die zahlreichen kleinen Details – wie Blätterkleid, Wimpern oder Ohren - wurden mit Weichlot angelötet. Getragen wird die Kupferhülle von einer Stützkonstruktion aus Schmiedeisen im Inneren der Skulptur.


Untersuchungen von Farbresten durch Metallrestauratorin Mag. Elisabeth Krebs zeigten, dass die Figur ursprünglich polychrom gefasst war: Das Inkarnat in unterschiedlichen Rosatönen, verschiedene Grünschattierungen für das Blätterkleid und ein brauner Ast haben ihr gemeinsam mit dem mehrfärbigen Stadtwappen ein auffälliges Äußeres verliehen, ehe der Abbau der Farbe und die Alterung des Kupfers ihr die heutige einheitliche Patina gaben.

Der Kupferschmied, der die Statue schuf, ist nicht bekannt, die ursprüngliche Fassung stammt vermutlich vom Maler Johann Reitter (1621).

Die Skulptur ist ein Beispiel für zahlreiche Darstellungen „Wilder Männer“, wie sie seit dem Mittelalter als mythologische Symbole männlicher Kraft und Naturverbundenheit in Mitteleuropa weit verbreitet waren. Der Schild mit dem Salzburger Stadtwappen in seiner Linken verweist auf die Salzburger Bürgerschaft als Auftraggeber von Brunnen und Statue.

Konservierung und Erhaltung der Patina
Die Restaurierung erfolgte auf Basis einer genauen Schadensanalyse und -kartierung. Nicht nur Abwitterung und Korrosion der Oberflächen, auch zahlreiche Risse sowie Verluste und Verformungen der aufgelöteten Blätter und anderer Details wurden festgestellt.

Die Restaurierung der Kupferskulptur hatte in erster Linie die Konservierung des Bestandes zum Ziel. Restaurierungsmaßnahmen oder Ergänzungen wurden nur gesetzt, wo sie konservatorisch oder aus optischen Gründen notwendig waren. Auch bei der Behandlung der Oberflächen beließ man es – abgesehen vom Stadtwappen - bei einer vorsichtigen mechanischen Reinigung. Die überkommene Kupferpatina blieb als Oberfläche erhalten und bestimmt nach wie vor das Erscheinungsbild des „Wilden Mannes“.

Blickfang im Festspielbezirk
Durch die Umbauten im Salzburger Festspielbezirk stand der Wilde-Mann-Brunnen in den vergangenen Jahren etwas im Abseits, war er doch häufig von Baugerüsten, parkenden Lieferwagen und Fahrradständern verstellt.


Die von der Stadt Salzburg beauftragte und vom Bundesdenkmalamt begleitete und unterstützte Restaurierung der Skulptur, des Brunnenbeckens und des Abschlussgitters haben den Brunnen wieder zu einem Blickfang vor dem Hintergrund von Furtwänglergarten und Kollegienkirche gemacht; und mit dem Abschluss der Platz- und Straßengestaltung vor den Festspielhäusern im heurigen Sommer wird der Wilde-Mann-Brunnen wieder ein würdiges Ambiente erhalten.

 

Freigegeben in Autoren Salzburg

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