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Bezirksmuseum Wien 3

Das Bezirksmuseum Landstraße

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von Marianne Senftleben

Kloeppelspitzen
EINE SINNVOLLE FREIZEITBESCHÄFTIGUNG
Geklöppeltes, wie Spitzen und Deckchen, faszinierten mich schon immer.
Obwohl ich als Werklehrerin mit den verschiedensten Handarbeitstechniken vertraut war, schien mir die Kunst zu klöppeln als sehr kompliziert. Zudem ist Klöppeln im Werkunterricht nicht vorgesehen.
Seit wann es die Klöppelspitze gibt, und wo sie entstand, ist nicht sicher belegt. Nachweisbar ist sie seit dem 16. Jahrhundert in Italien und hier vor allem in Genua. Nach und nach ist die Klöppelspitze auch in Spanien, in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland zu fi nden, ehe sie auch in den slawischen Ländern bekannt wurde. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts kam die Kunst des Klöppelns ins Erzgebirge, wo es bis heute noch sehr gepfl egt wird, und wo es auch eigene Klöppelschulen gibt.
Und ein Besuch im Erzgebirge war schlussendlich der Anlass, dass ich mit dem Klöppeln angefangen habe.

Kloeppel_Weihnacht
Bei einem Schauklöppeln konnte ich sehen, welch schöne und dekorative Stücke entstehen, wenn man wusste, wie die einzelnen Klöppel zu handhaben sind. Ab nun stand für mich fest: „Ich lerne Klöppeln!“
Meine ersten Klöppelschritte absolvierte ich in einem Kurs in der Volkshochschule.
Fachausdrücke, die die Arbeitsweise näher beschreiben, wie „drehen“, „kreuzen“,  sowie „Schläge“ – zum Beispiel „Leinenschlag“, „Halbschlag“ und so weiter – sind anfangs kompliziert, und ich musste lernen, diese in die Praxis umzusetzen. Ebenso ist das Lesen der Klöppelbriefe nicht ganz einfach und eine große Umstellung zu anderen Handarbeitstechniken.
Kurse beim Österreichischen Klöppelverein folgten. Weiterbildung habe ich außerdem in der Fachliteratur und durch den Erfahrungsaustausch bei Besuchen von Klöppelrunden gefunden.
Kloeppel_Maedchen.jpg
„Kein Preis ohne Fleiß“, und so musste ich viel üben, damit sich erste Erfolgserlebnisse einstellten.
Für das Klöppeln sind verschiedene Utensilien notwendig:
• Der KLÖPPELPOLSTER, der fest gestopft sein muss, damit beim Klöppeln die zu steckenden Nadeln
guten Halt haben.
• Der KLÖPPELSTÄNDER, auf dem der Klöppelpolster liegt.
• Die KLÖPPEL, auf denen das Garn aufgewickelt wird.
• GARNE, die aus verschiedenen Materialien sein können
(Leinen, Baumwolle, Seide, …).
• Rostfreie STECKNADELN zum Befestigen der Arbeit.
• Der KLÖPPELBRIEF, auf dem das Muster gezeichnet
ist.
• Eine transparente Folie zum Verstärken des Klöppelbriefes sowie
• eine Schere und eine Häkelnadel.
Ich klöpple gerne kleine Werkstücke, die für die Dekoration der Wohnung dienen und auch der Jahreszeit entsprechen: Für Ostern sind es die kleinen Häschen, Küken, Ostereier usw. in den verschiedensten Varianten und Farben. Als Weihnachtsmotive, worunter es viele Möglichkeiten gibt, mache ich gerne Sterne und Glocken als Christbaumschmuck, Engel, Krippendarstellungen, Madonnen und anderes. Motive aus dem Tier- und Pflanzenreich, zum Beispiel Schmetterlinge, Katzen, Bäume Blumen usw. sind ebenso traumhaft wie unerschöpfl ich.
Ich selbst verwende für meine Klöppelarbeiten je nach Motivvorgabe Baumwollgarn oder auch Leinengarn, Seide und synthetische Eff ektgarne. Mehrere Klöppelrollen habe ich mit verschiedenen Klöppelmotiven aufgesteckt und arbeite, da ich
in Pension bin, je nach körperlicher Verfassung tagsüber oder abends.

In der Ausstellung zeige ich einen kleinen Überblick über die vielen Gestaltungsmöglichkeiten des Klöppelns, das oftmals nur mit Spitzen und Deckchen in Verbindung gebracht wird, wie es auch meine Ansicht früher gewesen war.

b2ap3_thumbnail_Klppel_Blume.jpgOhne zu klöppeln würde mir etwas fehlen, und ich bin froh, dass ich den Schritt, die Klöppelkunst zu erlernen,
gemacht habe, denn „ich klöpple für mein Leben gern“.
Während der Öff nungszeiten werde ich im Bezirksmuseum klöppeln, wobei mir Interessenten zusehen können.

Ein Auszug aus dem Museumsheft 2012/4 zu beziehen im Shop Genaustria

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Harfenist-Baumann-in-der-Steingasse_1905_Engelhart
Im 17. Jahrhundert spielten Dudelsackpfeifer in Gasthäusern zur Unterhaltung auf. Sowohl die Sage um den „Lieben Augustin“ als auch die historisch belegte Person des Dudelsackpfeifers Marx Augustin (1643–1685), der auf der Landstraße daheim gewesen war, sind in unserer Erinnerung.
Im 18. Jahrhundert übernahmen die Harfenisten, die zu ihren gezupften Melodien sangen, die Unterhaltung der Wirtshausgäste. Einige von ihnen sind uns dem Namen nach noch bekannt wie Leopold Bürger (1771–1833), der als „blinder Poldl“ in ganz Wien bekannt war, oder der ebenfalls blinde Karl Perfetta (1810?-1870), der von dem aus England stammenden und auf dem St. Marxer Friedhof beerdigten Elias Parish Alvars (1808-1849) ausgebildet worden war und vornehmlich auf dem Wasserglacis – heutiger Stadtpark – die Gäste unterhielt.

 

 

Blinde-Hofmusikanten_1932_Engelhart
Diese Musiker zogen meist als gering geschätzte Alleinunterhalter durch die Gasthäuser und bestritten ihren Lebens-unterhalt durch „Absammeln“ von milden Gaben.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen die Volkssänger auf dem Plan; die ersten traten im Narrenkostüm gemeinsam mit Harfenisten auf und fristeten
ihr Leben ebenso mühsam wie diese. Einige von ihnen waren, weil sie in keinem Lokal beschäftigt wurden, darauf angewiesen ihr Dasein als Hofsänger zu fristen.




Erst Johann Baptist Moser, sein bürgerlicher Name war Müller (1799-1863), der übrigens in der
Landstraßer Hauptstraße wohnte, machte das Volkssängertum salonfähig. Er komponierte Couplets
und gründete eine Gesellschaft von Sängern und Komikern, die im Frack auftraten und nun zu Klaviermusik sangen; um seine fix terminisierten Vorstellungen besuchen zu können, mussten die Besucher einen Eintrittspreis bezahlen, womit das Absammeln mit dem Hut ein Ende hatte.
Seinem Vorbild folgten bald auch andere Volkssängergesellschaften, unter denen man die Namen Edmund Guschelbauer (1839-1912), der das heute noch beliebte Wienerlied vom „oidn Drahrer“ bekannt machte, Fanny Hornischer (1845-1911), Emilie Turecek, verehelichte Demel, die in ganz Wien als „Fiakermilli“ (1848-1889) bekannt war, Antonie Mansfeld (1835-1875) und den Fasanviertler Carl Lorens (1851-1909) findet.

Alle diese Künstler wurden für ihre Auftritte von Gastwirten, die entweder in ihrem Lokal über einen Saal mit Bühne oder für sommerliche Auftritte einen entsprechend großen Garten verfügten, engagiert
Diese Gewohnheit versuchte Johann Fürst (1825-1882) zu ändern, der sein eigenes Fürst-Theater im Prater gründete.
Damit begann die Wiener Tradition des Unterhaltungstheaters, die mit noch heute bekannten Namen wie Hermann Leopoldi (1888-1959), Karl Farkas (1893-1971), Fritz Grünbaum (1880-1941 Dachau), Fritz Löhner-Beda (1883-1942 Auschwitz), Ernst Arnold (1892-1962), Fritz Imhof (1891-1961) und vielen anderen hier nicht Genannten verbunden ist.
Aber kehren wir zu den Unterhaltungsstätten im dritten Bezirk zurück, wo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Volkssänger die Menschen unterhielten.
Es war die Zeit, als der Gast solcher Lokale seine Alltagssorgen vergessen wollte und ein Gefühl der Geborgenheit vor allem Unangenehmen, das die Welt dort draußen bot, suchte. Ein Vierzeiler sagt alles dazu aus:

Bei mir z‘haus
bin i nia z‘haus.
Aber im Wirtshaus
bin i wia z‘haus.

Beginnen wir mit unserer Wanderung durch die ehemaligen Landstraßer Wirtshäuser am ehemaligen Glacis. Etwa an der heutigen Anschrift Marokkanergasse 3 befand sich das beliebte Lokal „Zu den zwei Täuberln“, das der in der Nähe wohnende Peter Fendi in einem reizenden Stich verewigte. Hier waren schon in früherer Zeit die Harfenisten daheim gewesen. 1826 trat hier der junge Johann Strauss (Vater) mit einer kleinen Musikergruppe auf und brachte als Einstand sein Opus 1, den Täuberl-Walzer, zu Gehör.
Im „Neulingschen Brauhaus“ (Ungargasse / Ecke Neulinggasse) und dem angeschlossenen Garten traten sowohl Johann Baptist Moser als auch Edmund Guschelbauer auf.
Im Garten der „Goldspinne“ (Ecke Ungargasse / Linke Bahngasse) konzertierten die Kapelle Kirchmayer
und das Terzett D‘Gumpendorfer.
An der Ecke der Beatrixgasse zur Landstraßer Hauptstraße befand sich das Volkssängerlokal
„Zum schwarzen Bock“. Hier trat die Gesellschaft des unweit von hier wohnenden Johann Baptist Moser einige Zeit allwöchentlich auf; 1843 hatte hier das Mitglied der Moser-Gesellschaft Johann Kwapil (1822-1907) sein Debut.
Wenige Schritte weiter – Landstraßer Hauptstraße 31 – gab es die „Goldene Birn“ des Ehepaares Johann Evangelist und Anna Stipperger. Das Lokal galt jahrzehntelang als vornehmes Tanzetablissement, wo Vater und Sohn Johann Strauss ebenso wie Josef Lanner und viele andere damals beliebte Tanzorchester aufspielten. Im Gasthaus ließ es sich Ludwig van Beethoven schmecken, und im angeschlossenen Gasthof wohnten Alexander Ypsilanti und Honoré de Balzac.
Schräg gegenüber finden wir das Lokal „Zum roten Hahn“, wo nicht nur die närrische Gesellschaft um Franz Schubert ihre Zusammenkünfte hatte, sondern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch der berühmte Stammtisch der bildenden Künstler Robert Russ, Hans Canon, Carl Moll und Emil Jakob Schindler tagte.
Im Garten des Gasthauses „Zum guten Hirten“ (Gasthaus Metzger, Landstraßer Hauptstraße 55) ist das Auftreten Guschelbauers und Fanny Hornischers verbürgt.
Schräg gegenüber vom Metzger gab es an der Ecke zur Rochusgasse über Jahrzehnte das Gasthaus „Zum eisernen Hut“, das von Studenten bevorzugt wurde und wo es häufi g hoch her ging; der 1848er-Revolutionär Hans Kudlich (1823-1917) – er wohnte übrigens zu dieser Zeit im Gasthof „Zur goldenen Birn“ – erinnerte sich daran in seinem Buch „Rückblicke und Erinnerungen“.
Ein Stück stadtauswärts gab es das Gasthaus „Zum schwarzen Tor“ (Landstraße Hauptstraße 73), wo schon zu Ende des 18. Jahrhunderts zum Tanz aufgespielt wurde. 1791 wurde den Lesern der Wiener Zeitung berichtet, „ ... dasz Sonntag den 25. September wie gewöhnlich Musik beim „Schwarzen Tor“ ist ... Herr Stratzer hat zu Ehren des schönen Geschlechtes zwölf neue Menuetts und zwölf Langaus
verfasset, womit er sich hören lassen wird“.
Der Landstraßer Stipperger-Sohn Bernhard mit Vornamen unterhielt sein erstes Lokal „Zur schönen
Sklavin“ in der Erdbergstraße (heute Nr. 10), von wo er in die Innenstadt wechselte, wo er das Schild „Zum goldenen Ochsen“ bald durch die imponierende Aufschrift „Zur Stadt Frankfurt“ ersetzte. Hier war Franz Grillparzer einer seiner Stammgäste, und es ist bekannt, dass Stipperger einer der ersten war, die nach dem Tod des Dichters einen bedeutenden Betrag für die Errichtung eines Denkmals  zeichneten.
Der zweite Stipperger-Sohn namens Johann betrieb in der Weißgerber-Vorstadt das Lokal „Zum guten Hirten“ in der dortigen Hauptstraße (heute Obere Weißgerberstraße 18), das er in der Tradition seiner Eltern sowohl als Gasthaus als auch als Tanzetablissement führte. Das Lokal erfreute sich offenbar eines guten Rufes, was man einem Gedicht entnimmt:

Doch mehr zufrieden ist man bei der Schenke
Zum guten Hirten, denn der Wirt
versorgt mit guten Speisen und Getränken
die Schafe wie ein guter Hirt.

In Erdberg sind der „Schwarze Adler“ in der Petrusgasse (heute Nr. 2), die „Ungarische Krone“ in der
Schimmelgasse (heute Nr. 2) und der „Weinstock“ in der Schlachthausgasse (heute Nummer 14) als
Volkssängerlokale zu nennen, wo sich die Gäste ohne jeden Standesunterschied – vom Handwerker
bis zum Herrn Lehrer und vom Fiaker bis zum G‘studierten – unterhalten ließen.
Bei-den-Volkssaengern-in-Simmering_Engelhart
Am äußeren Rennweg (Ecke Grasbergergasse) befand sich das beliebte Gasthaus „Zum ewigen
Leben“, das bis 1874, als der St. Marxer Friedhof geschlossen wurde, gerne von Trauergästen zum
Leichenschmaus besucht wurde. Schon zu dieser Zeit, aber auch noch bis in die ersten Jahre
des 20. Jahrhunderts gab es allwöchentlich am Samstag große Vorstellung. Hier trat häufi g die
Gesellschaft Emmerich Zillner, Komponist des bekannten Liedes „Es steht ein alter Nussbaum
drausst in Heiligenstadt“, auf und Paul Meneghini konnte in seiner Posse „Der Herr Vetter aus
Krems“ bewundert werden.
Heute werden solche Veranstaltungen nur noch von wenigen „Feinschmeckern“ besucht, wodurch
die Pflege des Wienerliedes aber auch der Geselligkeit leiden.

 Auszug aus dem Museumsheft 2012/1 zu beziehen im Shop.genaustria.at

 

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Landstraßer / innen, über die man auch heute noch (manchmal) spricht.

Der TenorDer gebürtige Slowene debutierte 1934 im siebenbürgischen Cluj (Klausenburg). 1936 holte ihn der Dirigent Otto Walter an die Wiener Staatsoper, der er mit Ausnahme von Gastspielen in England (London), Frankreich (Paris), Italien (Rom und Neapel), Argentinien (Buenos Aires), Konzertreisen durch Australien, die Tschechoslowakei und Ungarn sowie Auftritten bei den Salzburger Festspielen sein ganzes Leben lang treu blieb.

Er war über Jahrzehnte in Wien einer der beliebtesten Darsteller des Florestan in Beethoven Fidelio und der Inbegriff des lyrischen Tenors in Mozartopern an der Seite von Irmgard Seefried, Elisabeth Schwarzkopf, Sena 

          

          Jrinac und Ljuba Welitsch.Don Giovanni

Ich durfte Anton Dermota an vielen Abenden auf der Bühne des Theaters an der Wien - Ausweichquartier der Wiener Staatsoper von 1945 bis 1955 - in der Partie des Zinngießermeister Balthasar Zorn erleben.

Zu seinem siebzigsten Geburtstag sang er noch einmal in der Staatsoper den Tamino in Mozarts Zauberflöte. In der Presse hieß es damals, dass seine Stimme so wie gewohnt unverändert und frisch klang.

An seinem Wohnhaus in der Landstraßer Hauptstraße gibt es (noch) keine Gedenktafel für den großen Sänger.

Tagged in: Bühne
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Der OperettenkomponistNur wenige Jahre wohnte der Operettenkomponist in der Nähe des Arenbergparks, aber Spaziergänger werden vergebens nach einer Gedenktafel suchen.
Der Lebenslauf des Mannes, der bis 1908 auf die Vornamen Rudolph Josef Frantisek hörte, ist imponierend: Berufsoffizier (mit 23 Jahren wurde Leutnant Benatzky krankheitshalber in den Ruhestand versetzt), Germanistik-, Philosophiestudium in Prag, Doktor der Philosophie (zur selben Zeit studierte er bei Antonin Dvorák Musik), Schlagerkomponist seit 1908, Theater- direktor und seit 1910 Operettenkomponist.
Die Liste seiner Werke ist so lang, dass dafür hier der Platz fehlt; ich möchte nur einige, die auch heute noch bekannt sind, nennen:

"Axel an der Himmelstür", "Bezauberndes Fräulein", "Meine Schwester und ich" und natürlich "Im weißen Rössl"

Böse Zungen meinten in den Vorkriegsjahren, als Ralph Benatzky den Höhepunkt seines Erfolges und seiner Popularität erreicht hatte, dass er seinen Namen in "Benutzky" ändern müsse, weil er in seinen Operetten immer wieder Musiknummern verwendete, die von anderen Komponisten stammten, wie beispielsweise "Zuaschau'n kann i net" (Bruno Granichstaedten), "Was kann der Sigismund dafür ..." (Robert Gilbert) sowie " Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" und "Die ganze Welt ist himmelblau" (Robert Stolz) in der Erfolgsoperette "Im weißen Rössl".
Benatzky emigrierte 1940 endgültig in die USA, nachdem er bereits 1938 versucht hatte, in Hollywood Fuß zu fassen. 1948 kehrte er nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod in Zürich.
Während seines Aufenthalts in den USA war er sowohl musikalisch tätig aber auch als Übersetzer tätig (Text des Musicals "Porgy and Bess" und William Somerset Maughams Memoiren "Rückblick auf mein Leben" - Originaltitel: The Summing Up). Auf eigenen Wunsch wurde er in Sankt Wolfgang, am Spielort seiner Operette "Im weißen Rössl", beerdigt.

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Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht

Dieser Beitrag liegt mir besonders am Herzen, weil er in dieser Reihe erstmalig  einer Frau gedenkt und weil es sich bei dieser um eine waschechte Landstraßerin handelt.

Regina Leopoldine Blau - später änderte sie ihren Vornamen auf Tina - kam als Tochter des jüdischen Militärarztes Simon Blau in der ehemaligen Heumarktkaserne zur Welt. Wie aufgeschlossen ihr Vater offenbar war, zeigt sich an der Tatsache, dass er ihr schon im Alter von 13 Jahren ein Kunststudium ermöglichte. Sie studierte in Wien in den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts bei August Schaeffer. 1867 stellte sie im Wiener Kunstverein zum erstenmal ihre Landschaftsbilder aus, und ein Jahr später war sie mit einem ihrer Bilder bei der Eröffnung des Wiener Künstlerhauses vertreten.

Mit dem Erlös zweier verkaufter Bilder konnte sie es sich leisten ins damalige "Malermekka" München zu übersiedeln, wo sie bei Wilhelm Lindenschmit

studierte, aber auch ihren späteren Ehemann, den Pferde- und Schlachtenmaler Heinrich Lang kennen lernte. 1869 wurde sie bei einer Ausstellung im Münchner Glapalast mit der damals "neuen" französischen Malerei, dem Impressionismus, konfrontiert. Bis zu ihrem Tod blieb sie dieser Kunstrichtung treu und war damit die erste österreichische Imprssionistin.

Als sie 1875 nach Wien zurückkehrte, ging sie mit Emil Jakob Schindler eine Künstlergemeinschaft ein, die bis zu dessen Heirat 1878 hielt. Er hatte die bereits im dritten Monat schwangere Sängerin Anna Sofie Bergen geheiratet. Ihre Tochter ist uns auch noch heute als Alma Mahler-Werfel bekannt.

Die gekränkte Tina Blau ging wieder nach München, wo sie einerseits zur Evangelischen Kirche konvertierte und bald darauf Heinrich Lang heiratete. Beide waren künstlerisch überaus produktiv - Tina Blau-Lang unterrichtete an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins und zeigte während einer Ausstellung im Münchner Kunstverein mehr als 60 Landschaftsbilder.

Nachdem Heinrich Lang 1891 starb, begab sie sich zuerst auf Reisen, kehrte aber bald darauf nach Wien zurück, weil ihre Mutter schwer erkrankt war. Sie siedelte sich im Weißgerberviertel an, von wo sie ihren geliebten Prater in wenigen Minuten zu Fuß erreichen konnte. Ihre Wohnadressen waren Rasumofskygasse 2 und später Erdberger Lände 16; ein Atelier betrieb sie im Haus Kegelgasse 24.

1897 gründete sie gemeinsam mit Olga Prager, Rosa Mayreder und Karl Federn die Wiener Kunstschule für Frauen und Mädchen, an der sie bis zu ihrem Tod unterrichtete.

Im 3. Bezirk erinnert leider keine Gedenktafel an diese bedeutende Künstlerin; 1930 wurde im 14. Bezirk ein Weg nach ihr benannt, der allerdings wegen ihrer jüdischen Abstammung zwischen 1938 und 1947 einen anderen Namen trug.

Im Jahr 2006 zeigten wir im Bezirksmuseum Landstraße die Ausstellung Tina Blau-Lang, wohnhaft Wien III. Lesen Sie weiter auf unserer Museumsseite

Tagged in: Maler
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F A Q zum Blog

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Wie kann ich hier Blogger werden
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BloggerUm selber Blogger zu werden, müssen Sie registriert sein. Als Forscher oder als Museumsleiter. Oder als Mitarbeiter, oder auch als Freund eines Museums. Sie haben sicher gemerkt, dass es Maler, Autoren hier z.B. gibt. Sie werden dann vom Administrator freigeschalten.

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Kann ich in mehreren Kategorien schreiben
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Ja, bitte dazu eine Meldung an den Webmaster (webmaster@forschmit.at) schreiben mit der Wunschkategorie

Q
Wie schreibe ich einen Blog?
A

Worum geht es: einem Blogger sollte daran gelegen sein, dass seine Artikel nicht einfach nur gelesen, sondern auch gern gelesen werden. Es kann also nicht schaden, ein paar Grundsätze für gutes und verständliches Schreiben zu beachten. Ich persönlich verwende dafür die Bücher Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben von Rene J. Cappon und Journalistisches Schreiben von Roy Peter Clark, die ich beide nur empfehlen kann (siehe Bilder rechts). Ein paar Grundregeln:

  • Finde eine passende Überschrift: die Überschrift ist das Aushängeschild deines Artikels. Ein Besucher entscheidet meist anhand der Überschrift und der ersten Zeilen, ob er den Artikel lesen wird oder nicht. Ein Tipp, der bei mir funktioniert: ich schreibe erst den Artikel, und danach überlege ich mir die Überschrift. Wenn der Artikel schon fertig ist, fällt es meist viel leichter, eine passende Überschrift zu finden.
  • Strukturiere deinen Text: ein guter Artikel sollte ein klar umrissenes Thema besitzen, das aus der Überschrift deutlich hervorgeht. Längere Texte sollten in thematische Abschnitte mit Teilüberschriften gegliedert werden.
  • Sei transparent: viele Leser möchten gern wissen, wessen Artikel sie da gerade lesen. Dieses Wissen hilft, das Gelesene besser in das persönliche Weltbild einzuordnen. Also: mache in deinem Blog und ggf. in deinem Artikel deutlich, wer da gerade schreibt.
  • Lege Wert auf den Anfang und das Ende des Artikels: bei einem Artikel verhält es sich wie bei einem Vortrag – sofern der Anfang und das Ende begeistern, werden die meisten Leute den Vortrag positiv in Erinnerung behalten. Bei einem Blogartikel bietet es sich zudem an, seine Leser zur aktiven Teilnahme aufzufordern, z.B. indem sie ihre Meinung zu dem gelesenen Thema in die Kommentare schreiben. Merke: wer einen Artikel kommentiert, kommt wieder!

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Egal um welches Thema sich der Blog dreht, es wird eine Weile dauern bis man eine größere Zahl von Lesern erreicht und dadurch etwas Leben und Feedback entsteht. Wichtig ist, dass man nicht schreiben sollte um von möglichst vielen Menschen gelesen zu werden, sondern weil man Spaß daran hat, die richtige Motivation besitzt und z.B. gern etwas mit anderen teilen möchte. Sofern man seinem Blog treu bleibt und regelmäßig gute, hilfreiche oder interessante Artikel schreibt, werden die Leserzahlen von ganz allein steigen.

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