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Wien

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Seit 1990 beschäftige ich mich damit, die jüdischen Landstraßer, die im März 1938 infolge der Okkupation unserer Heimat durch Nazideutschland plötzlich zu ausgegrenzten und rechtlosen Unpersonen wurden, in einer Datei zusammenzufassen.

In mühevoller Kleinarbeit suchten wir die Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Berufe und Schicksale dieser Menschen.

Dann gab es im Mai 1995 die Ausstellung Unsere vergessenen Nachbarn. Ich wählte diesen Titel damals mit voller Absicht, weil diese Menschen in unserer Gesellschaft bis dahin tatsächlich vergessen waren. Niemand von den älteren Menschen sprach von ihnen, und Auskünfte erhielt ich immer nur nach beharrlichem Fragen.

Erst einige Jahre danach gab es dann die offiziellen Gedenkveranstaltungen wie beispielsweise A letter to the stars. In unserem Bezirksmuseum erinnert ein Gedenkraum seit 1995 an diese ehemaligen Mitbürger, wo auch ein Erinnerungsbuch aufliegt.

Immer wieder versuche ich seither, das Gedenken auch in der Öffentlichkeit durch Anbringung von Gedenktafeln wach zu halten; bei dieser Tätigkeit unterstützt mich dankenswerterweise der Landstraßer Verein Steine des Gedenkens, der sich bemüht, jedes Jahr zu Beginn des Monats November anlässlich der so genannten Kristallnacht neue Erinnerungstafeln für Personen oder Institutionen im Gehsteig anbringen zu lassen. Der Vorstellung des Buches war anlässlich unserer Ausstellungseröffnung am 11. November 2011.

Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer alten Homepage

Detaillierte Daten auf der Internetseite Juden in Wien 3 Das Buch ist im Museum und auch online zu erwerben

und http://www.steinedesgedenkens.at

Tagged in: Publikationen
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Posted by on in Bezirksmuseum Wien 3

Der Erfinder des Hatschi Bratschi und des über die Tapete reisenden Florian.

Ginzkey

K. u. k. Offizier, Kartograph, Dichter und Schriftsteller: das alles war dieser Mann, den ich   noch heute verehre, obwohl er sich mit den Machthabern des Dritten Reiches arrangierte,  indem er 1942 Mitglied der NSDAP wurde. Aber, wer weiß, wodurch er vielleicht dazu gezwungen war. Schon als jungen Menschen zogen mich seine Verse eigentümlich an, und ich erinnere mich mit Freude an die Lektüre seiner Novellen wie zum Beispiel Magie des Schicksals. Er wohnte während einiger Jahre in einem Haus der Mohsgasse, wo es aber natürlich keine Gedenktafel gibt: Schließlich und endlich, wer erinnert sich heute schon noch an den Ginzkey? Seine Ballade Der schlafende Wagen, in der er den greisen, schlummernden Prinzen Eugen mitsamt seinen alten, schlafenden Dienern in seiner Kutsche vor dem Tor des Belvedere schildert, bringt mich immer wieder beim Lesen zum Schmunzeln.

Sieh, da naht sich leise, leise auf den Zehn das Volk im Kreise, sorgend, dass kein Lärm bestehle seines Lieblings Heldenschlaf. Stumm umstand das Volk der Wiener Prinz Eugen und seine Diener. Bis ein Schusterbube lachend auf zwei Fingern schrillend pfiff. Er bekam zwar eine Schelle, doch sie tönte also helle, dass der alte Held erwachend jäh nach seinem Degen griff. ............. Mit Gequietsche und Gerutsche schob sich schnell die alte Kutsche durchs Portal. Ein freundlich Winken, und der Prinz verschwunden war.

Ich kaufte meinen beiden Buben - Geburtsjahr 1965 und 1967 - Ginzkeys Kinderbücher und sehe es noch vor mir, wie der Jüngere mit vier Jahren, als sein älterer Bruder den Hatschi Bratschi und den Florian bereits selbst lesen konnte, beim Ansehen des Buches wichtig dreinschauend die Verse laut deklamierte und die Seiten an der richtigen Stelle umblätterte.

War das eine schöne Zeit! Karl Hauer

Tagged in: Autoren
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Posted by on in Bezirksmuseum Wien 3

Im vergangenen Sommer habe ich, wie schon in den letzten fünf Jahren, während meines Urlaubs in Kärnten ein Buch "verbrochen". Es trägt den nichtssagenden Titel SO WAR DAS, und damit die möglichen Leser ein wenig neugieriger werden, habe ich mich für den Untertitel DER ENKEL EINES WIENER DIENSTMANNS ERINNERT SICH entschieden.

Die Entstehungsgeschichte ist ähnlich wie die der fünf Sachbücher. Immer hat irgendwann irgendjemand zu mir gesagt: "Sagen Sie" bzw. "Sag einmal" - "wo kann man das nachlesen?" Und dann musste ich immer antworten: "Tut mir Leid, das wurde nirgends aufgeschrieben; alles das sitzt in meinem Kopf".

Und so war das auch, wenn ich aus meinem Leben erzählte und in meinen Erinnerungen kramte: Erster Gehversuch im Kleinkindalter mit neun Monaten verbunden mit einer Blutvergiftung an der linken Hand, die beinahe zur Amputation des Unterarms geführt hätte. An meine Freundschaft im Kleinkindalter mit unserem Nachbarn, dem Schuhmachermeister Josef Hrad, der mich Liedchen gelehrt hatte, die ich noch heute kenne, erinnere ich mich gerne; allerdings hatte er auch ein Sprücherl verfasst, das mich schon damals begeisterte; für das Aufsagen desselben vor meinen Eltern gab es Ohrfeigen von meinem Vater.

Schuster, scheißt er und hust' er,

scheißt er nicht, dann hust' er,

hust' er nicht, dann scheißt er.

Scheißt er nicht und hust' er nicht,

dann ist er auch auch kein Schuster nicht.

Mein mütterlicher Großvater Leopold Brunner, der Dienstmann und Nachtwächter am Tandelmarkt in der Rossau war, seine von mir geliebte Lebensgefährtin Henriette "Jettinko" Tabak, der Nazifreund meines Vaters - auch "der Vati" war illegales Mitglied der NSDAP schon seit meinem Geburtsjahr 1931 - Joschi Milaberski, der in den Putsch des Jahres 1934 verwickelt war, die jüdischen Freunde meiner Mutter in der Leopoldstadt - sie pflegte diese Freundschaften trotz der ständigen Proteste meines antisemitisch gesinnten Vaters - und in der Brigittenau, meine Garser väterliche Großmutter, die Schuldienerin Fanny Hauer und natürlich die ganze Verwandtschaft rundherum schildere ich so färbig wie möglich.

Ich erzähle aber auch meine Erlebnisse in der Nazizeit, als unsere Familie von heute auf morgen als "politisch unzuverlässig" eingestuft, und ich deshalb aus der Oberschule für Knaben geschmissen wurde. Meine inhomogene  Entwicklungsperiode nach 1945 - Mitglied der FÖJ, Schauspieleleve, Schlagzeugspieler (heute heißt das Drummer), Chorsänger im Theater an der Wien, dem Ausweichquartier der Wiener Staatsoper, meine ständigen Liebschaften und die Zeit, als ich dreimal wöchentlich beim "Thumser draußen in Neulerchenfeld" verkehrte - sind ebenso Inhalt des Buches, wie auch mein Beruf als Lehrer, die abenteuerlichen Reisen durch Europa, nach Amerika und Südostasien, die ich mit meiner geliebten vierten Ehefrau Veronika unternehmen durfte und die Tätigkeit in "meinem" Bezirksmuseum. Na ja, in 81 Jahren kommt schon einiges an Erinnerungen zusammen.

Alle, die es interessiert, sind zu meiner Lesung am Dienstag, 23. Oktober 2012 ab 18:00 Uhr im Bezirksmuseum Landstraße eingeladen. Um in etwa zu wissen, mit wie vielen Zuhörern ich rechnen darf, bitte ich mich zuvor unter (01)4000-03127 oder 069910679094 anzurufen.

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Die alte Rotundenbrücke (Sophienbrücke) Ansicht gegen den Prater

Die alte Rotundenbrücke (damals noch Sophienbrücke): 1776 wurde hier eine Brücke aus Eichenholz gebaut, um den Bewohnern der Vorstädte Landstraße und Weißgerber das Erreichen der Vergnügungsstätte "Altes Landgut" (damals zwischen der heutigen Stadtgutgasse und der Ausstellungsstraße) zu erleichtern. Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert ließ Fürst Rasumofsky hier eine neue Holzbrücke erbauen, die jedoch 1809 durch einen Eisstoß zerstört wurde, sodaß er sie 1809/10 durch eine Steinbrücke ersetzte.
Schon 1819 mußte diese abgetragen werden, da sie wieder durch Hochwasser und Eis beschädigt worden war. Weil Rasumofsky inzwischen verarmt war, wurde ein "Aktienverein zum Bau der Ersten Wiener Kettenbrücke" gegründet, mit deren Mitteln 1825 eine für Fußgänger und Reiter vorgesehene 71 Meter lange Brücke errichtet wurde.

       Die Sofienbrücke (heute an Stelle Rotundenbrücke) etwa 1890

Sie wurde nach der Erzherzogin Sophie benannt (unser Bild). Ein interessantes Detail ist, daß ihr Geländer aus alten Flinten angefertigt war. 1872/72 wurde sie durch eine massive Fahrkettenbrücke ersetzt, über deren Landjochen die Gebäude für die Mauteinheber - jeder Benutzer mußte 1 Kreuzer Maut bezahlen - gebaut wurden. Erst nach 40 Jahren wurde die Einhebung der Maut abgeschafft. Im Jahr 1919 wurde der Name auf Rotundenbrücke geändert. Dieser Name erinnert an die 1872/73 für die damalige Weltausstellung im Prater errichtete Rotunde, die am 17. Sep- tember 1937 abbrannte. Da ab 1902 eine Straßenbahnlinie über die Brücke führen sollte, musste sie verstärkt werden. Wegen des starken Verkehrsaufkommens war es notwendig eine neue Brücke zu bauen, die 1936 eröffnet wurde. Dieser Neubau dauerte 16 Monate! Im April 1945 wurde dieser Übergang ebenso wie alle anderen Donaukanalbrücken von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Pioniere der Roten Armee erbauten schon bald eine Notbrücke. 1954/55 erfolgte dann der Neubau der noch heute be- stehenden Rotundenbrücke als Trägerrostkonstruktion mit rahmenartigen Hauptträgern. Sie ist 62 Meter lang, 24,7 Meter breit, von denen 16 Meter für die Fahrbahn zur Verfügung stehen.

Lesen Sie weitere Details in unseren Bezirksnachrichten im Shop und besuchen Sie unsere Bilderdatenbank mit Brücken hier

Tagged in: Denkmale
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Posted by on in Bezirksmuseum Wien 3

Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht.

 

INGE KONRADI (1924-2002), eine unvergessliche Schauspielerin

Heute ist mir nach Theater bzw. Schauspielern zumute. Wenn ich die große Anzahl von Landstraßer Mimen vor meinem geistigen Auge Revue passieren lasse, fällt mir halt immer wieder als erste die unvergessliche Inge Konradi ein. Schon im letzten Jahr ihres Studiums - 1941 - am Max-Reinhardt-Seminar trat sie im Volkstheater auf.
Ab 1942 war sie dann in diesem Haus - Direktion Walter Bruno Iltz - fix engagiert. Ihre Antrittsrolle war die Franziska in Lessings "Minna von Barnhelm". In den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sie sich zur unvergleichlichen Darstellerin in Stücken von Ödön von Horvath (beispielsweise "Geschichten aus dem Wiener Wald"), Ferdinand Raimund (z. B. "Die gefesselte Phantasie" und "Der Bauer als Millionär") und insbesondere Johann Nestroy (z. B. "Kampl", "Zu ebener Erde und erster Stock", "Der Talisman" und unvergesslich als Christopherl  in "Einen Jux will er sich machen" zusammen mit Josef Meinrad). Ab 1947 wirkte Inge Konradi immer wieder in Spielfilmen mit.

OmamaDie Liste ist lang; zuletzt war sie in der köstlichen Rolle der Omama in den beiden Xaver-Schwarzenberger-Filmen "Single Bells" und "O Palmenbaum" zu sehen.

Ab 1951 war Frau Konradi Mitglied des Burgtheaters, das sie 1992 zum Ehrenmitglied ernannte. Schon seit 1988 unterrichtete sie am Max-Reinhardt-Seminar.
An der Fassade des Hauses, in dem Inge Konradi über viele Jahre daheim war - Landstraßer Hauptstraße 2C - erinnert keine Gedenktafel an sie.

Weitere Bilder von Persönlichkeiten, Portraits, präsentieren wir in der History Online-Datenbank 

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F A Q zum Blog

Q
Wie kann ich hier Blogger werden
A

BloggerUm selber Blogger zu werden, müssen Sie registriert sein. Als Forscher oder als Museumsleiter. Oder als Mitarbeiter, oder auch als Freund eines Museums. Sie haben sicher gemerkt, dass es Maler, Autoren hier z.B. gibt. Sie werden dann vom Administrator freigeschalten.

Q
Kann ich in mehreren Kategorien schreiben
A

Ja, bitte dazu eine Meldung an den Webmaster (webmaster@forschmit.at) schreiben mit der Wunschkategorie

Q
Wie schreibe ich einen Blog?
A

Worum geht es: einem Blogger sollte daran gelegen sein, dass seine Artikel nicht einfach nur gelesen, sondern auch gern gelesen werden. Es kann also nicht schaden, ein paar Grundsätze für gutes und verständliches Schreiben zu beachten. Ich persönlich verwende dafür die Bücher Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben von Rene J. Cappon und Journalistisches Schreiben von Roy Peter Clark, die ich beide nur empfehlen kann (siehe Bilder rechts). Ein paar Grundregeln:

  • Finde eine passende Überschrift: die Überschrift ist das Aushängeschild deines Artikels. Ein Besucher entscheidet meist anhand der Überschrift und der ersten Zeilen, ob er den Artikel lesen wird oder nicht. Ein Tipp, der bei mir funktioniert: ich schreibe erst den Artikel, und danach überlege ich mir die Überschrift. Wenn der Artikel schon fertig ist, fällt es meist viel leichter, eine passende Überschrift zu finden.
  • Strukturiere deinen Text: ein guter Artikel sollte ein klar umrissenes Thema besitzen, das aus der Überschrift deutlich hervorgeht. Längere Texte sollten in thematische Abschnitte mit Teilüberschriften gegliedert werden.
  • Sei transparent: viele Leser möchten gern wissen, wessen Artikel sie da gerade lesen. Dieses Wissen hilft, das Gelesene besser in das persönliche Weltbild einzuordnen. Also: mache in deinem Blog und ggf. in deinem Artikel deutlich, wer da gerade schreibt.
  • Lege Wert auf den Anfang und das Ende des Artikels: bei einem Artikel verhält es sich wie bei einem Vortrag – sofern der Anfang und das Ende begeistern, werden die meisten Leute den Vortrag positiv in Erinnerung behalten. Bei einem Blogartikel bietet es sich zudem an, seine Leser zur aktiven Teilnahme aufzufordern, z.B. indem sie ihre Meinung zu dem gelesenen Thema in die Kommentare schreiben. Merke: wer einen Artikel kommentiert, kommt wieder!

Mein Ratschlag: Spaß und Durchhaltevermögen

Egal um welches Thema sich der Blog dreht, es wird eine Weile dauern bis man eine größere Zahl von Lesern erreicht und dadurch etwas Leben und Feedback entsteht. Wichtig ist, dass man nicht schreiben sollte um von möglichst vielen Menschen gelesen zu werden, sondern weil man Spaß daran hat, die richtige Motivation besitzt und z.B. gern etwas mit anderen teilen möchte. Sofern man seinem Blog treu bleibt und regelmäßig gute, hilfreiche oder interessante Artikel schreibt, werden die Leserzahlen von ganz allein steigen.

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