DIE TURMBEKRÖNUNG DER ST. OTHMARKIRCHE AUF DEM KOLONITZPLATZ IM WEISSGERBERVIERTEL

Leider halten sich falsche Deutungen sehr lange hartnäckig in den Köpfen unserer Mitmenschen. Und so ist es halt auch mit dieser Turmbekrönung, die aus einem Halbmond und einem Stern besteht.
Im Weißgerberviertel hört man immer wieder, dass dieser Schmuck 1869 zur Erinnerung an die beiden Türkenbelagerungen Wiens 1529 und 1683 gewählt wurde. Warum hätte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts irgendjemand auf diesen Gedanken kommen sollen? Meine seinerzeitige Recherche im Diözesanmuseum ergab, dass es sich sowohl beim Halbmond als auch beim Stern um ein Mariensymbol handelt. Der Halbmond war in vorchristlicher Zeit das Symbol der Fruchtbarkeits- göttin Astarte, die mit diesem als Kopfschmuck dargestellt wurde; Maria wurde auf dem Halbmond stehend dargestellt, um zum Ausdruck zu bringen, sie sei "stärker" als Astarte. Der Stern erinnert an die Darstellung der Immaculata im Sternenkranz. Hoffentlich lesen recht viele Weißgerber diesen Beitrag.