INTERESSANTE PERSÖNLICHKEITEN, DIE IM ST. MARXER FRIEDHOF BEERDIGT WURDEN (1)

WA Mozart PortraitDie wohl interessanteste und vor allem bekannteste Persönlichkeit, deretwegen Menschen den Friedhof besuchen, ist zweifellos Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Ich will hier nicht die Lebensgeschichte des großen Komponisten erzählen, sondern nur an einige seiner Bezüge zu unserem Bezirk erinnern. In seiner Kindheit musste er schon 1762 gemeinsam mit seinem Vater Leopold, der in ihm ein musikalisches Wunderkind sah, seine erste Konzertreise unternehmen, die ihn nach München und Wien führte, wo der Knirps vor Maria Theresia spielen durfte.
Während seiner dritten Reise kam er wieder nach Wien, wo 1769 im Garten des Mesmerschen Palais in der heutigen Rasumofskygasse sein Singspiel Bastien und Bastienne (kV 50) uraufgeführt wurde.
Im Dezember desselben Jahres dirigierte er bei der Einweihung der Waisenhauskirche am Rennweg - Maria Geburt - in Anwesenheit Maria Theresias und Joseph II. die selbstkomponierte Chormusik - "Waisenhausmesse" (kV 139) - für das Hochamt.
Der nächste Bezug Mozarts zur Landstraße fällt in das Jahr 1787, als er mit seiner Familie zwischen Georgi (24. April) und Michaeli (29. September) im Haus Landstraße Nr. 126 - später Landstraßer Hauptstraße 75 - wohnte, wo er an seinem "Don Giovanni" arbeitete und die "Kleine Nachtmusik" (kV 525) komponierte. Während dieser fünf Monate hatte der Komponist engen Bezug zur Familie Nikolaus Jacquin und deren Kinder Gottlieb, Franziska und Franz sowie zur Familie Franz Wilhelm Natorp, den Besitzer der Militär- Medikamenten-Regie am Rennweg.
Mozarts letzter und traurigster Bezug ist seine Beerdigung im St. Marxer Friedhof.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigelegten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.