LinienamtAuf Anraten des Prinzen Eugen von Savoyen wurde 1704 während der Regierungszeit Leopold I. der Bau einer im Zickzack errichteten Befestigungsanlage, die später den Namen LINIENWALL erhielt, rund um die Wiener Vorstädte beschlossen und noch im selben Jahr durchgeführt.
Sie sollte die Stadt vor eventuellen Angriffen der Türken und Kuruzzen schützen. In unserem Bezirk gibt es übrigens an der äußernen Baumgasse und im Schnellbahnschacht am Landstraßer Gürtel noch zwei Reste desselben.
Da diese Anlage die Vorstädte von den draußen liegenden Vororten, von wo Lebensmittel und Getränke laufend nach Wien gebracht wurden, trennte, wurden an den Einfallstraßen - im Fall des 3. Bezirks am Ende der Erdbergstraße, des heutigen Rennwegs und der heutigen Prinz Eugen Straße - sowohl Tore, die nachts geschlossen wurden, als auch so genannte LINIENÄMTER errichtet.

In diesen Gebäuden machten ab 1829 Linienmaut-Beamte Dienst, die für die eingeführten Waren die VERZEHRSTEUER einhoben. Wegen ihrer grünen Uniformen wurden sie verächtlich als SPINATWACHTER bezeichnet. Das Linienamt am Rennweg befand sich etwa an der Stelle der heutigen Dr. Bohr Gasse und der Hausnummer 95A. Wiener Neustädter Kanal St. Marxer LinieDer damals unweit des Rennwegs parallel vorbeiführende WIENER NEUSTÄDTER KANAL konnte an dieser Stelle ebenfalls durch ein Tor abgeschlossen werden, wie man im beigefügten Bild sieht.