Interessante Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (25).

Eine mächtige in die Erde eingelassene Marmorplatte, die die Inschrift Meiner innigst geliebten Gattin Sophie Hansen, geborene Förster, geboren 24. November 1830, gestorben 20. Juli 1851 trägt, kennzeichnet das Grab einer unglücklichen jungen Frau. Der trauernde Witwer ließ noch einen sinnigen Zweizeiler auf der Platte unterbringen.

VON ERDENKUMMER FREI SCHWINGT ENGELGLEICH IHR SELIGER GEIST SICH AUF IN GOTTES REICH.

Die hier Beerdigte war die Tochter des erfolgreichen Architekten Ludwig Christian Friedrich Förster und die Ehefrau von Theophil Hansen gewesen. Der ältere Förster war mit dem jungen Hansen 1846 eine Arbeitsgemeinschaft eingegangen, in der sie gemeinsam bedeutende Projekte planten. Zwischen den beiden Männern hatte es immer wieder Differenzen gegeben, und die arme Sophie war zwischen den zwei starken Persönlichkeiten - hier der Vater, dort der Geliebte - gestanden und von ihnen offenbar in ihrem Lebenswillen erdückt worden. Kurz nach der Hochzeit kam es zum endgültigen Bruch zwischen den beiden Architekten. Sophie starb, und Förster zog sich vom gemeinsam geplanten Bau des Heeresgeschichtlichen Museums im Wiener Arsenal zurück.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof, dem ein großer Orientierungsplan beigefügt ist, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.