Am Montag, dem 21. Februar 2011 wurde von den Wiener Stadtgärtnern die Tafel im Bock-Park aufgestellt. Sie erinnert an eine dreiköpfige jüdische Arbeiterfamilie, die bis Mai 1938 in der städtischen Wohnhausanlage Hagenmüllergasse 32 daheim war. Sie wohnten auf Stiege 3, 2. Stock, Türnummer 6. Der Vater Albert war als Schlossergeselle ebenso wie die nichtjüdischen Arbeiter in den Dreißigerjahren immer wieder ohne Beschäftigung. Die Mutter Sofie musste als Hausfrau in dieser Zeit für vermögendere Familien die Wäsche waschen, um den Haushalt aufrechterhalten zu können. Ihre Tochter Josefine-Katharina sollte es einmal besser haben, weshalb ihr die Eltern eine Buchhändlerlehre ermöglichten. Als klassenbewusste Arbeiter waren sie Mitglied der SDAP, unterstützten aber nach 1934 die Gruppe der Revolutionären Sozialisten. Mit dem "Anschluss" im März 1938 zerbrach ihr Leben. Sie wurden wie alle anderen jüdischen Mieter in Gemeindebauten mit dem Kündigungsgrund "Nichtarier" aus der Wohnung geworfen und mussten in eine Sammelwohung für jüdische Familien ins Haus 2, Krafftgasse 4, Türnummer 6 übersiedeln. Am 6. Mai 1942 wurden sie nach Maly Trostinec deportiert, wo alle drei am 11. Mai 1942 ermordet wurden.

Warum bei der Herstellung der Tafel auf Albert Bock vergessen wurde, weiß ich nicht; ich bin aber schon dafür dankbar, dass das Wiener Stadtgartenamt meine Anregung aufgenommen hat.