Diese Bezeichnung für die Straßenzüge zwischen Marokkanergasse und Reisnerstraße nördlich des Rennwegs hat sich während der letzten 130 Jahre bei uns eingebürgert. Der Besitzer dieser Areals Richard Fürst Metternich ließ seinen ehema- ligen Garten, der bis zur Neulinggasse reichte, 1870 parzellieren. Nach und nach erwarben reiche Bauherrn aber auch ausländische Mächte die Baugründe. Der erste in der Reihe war der Großhändler Israel Simon, der an der heu- tigen Anschrift Jaursgasse 4 / Reisnerstraße 47 vom Architekten Alois Wurm ein respektables Stadtplais mit Garten erbauen ließ. Schon bald - 1873 - verkaufte er es an Herzog Adolf von Nassau, von dessen Erben das Kaiserreich Russland die Liegenschaft erwarb, um hier ihre Botschaft einzurichten.


                                Jauresgasse 8, ehem. Palais d. Englischen Botschaft

1873 erwarb das Königreich Großbritannien das Grundstück mit der heutigen Anschrift Jauresgasse 10 / Metternichgasse 6, wo von Victor Rumpelmayer das Gebäude der Königlich Britischen Botschaft errichtet wurde, das seit 1949 als Palais des jeweiligen Botschafters genutzt wird.

1877 kaufte das Deutsche Kaiserreich die Liegenschaft an den heutigen Adressen Jauresgasse 6-8 / Metternichgasse 3 / Reisnerstraße 44, wo ebenfalls Victor Rumpelmayer als Architekt tätig wurde.

In den folgenden Jahren entstanden weitere repräsentative Bauten wie

beispielsweise Palais Redlich (Jauresgasse 3), Palais Sigray St. Marsan (Jauresgasse 9 / Reisnerstraße 49), Palais Bratman (Metternichgasse 4), Palais Seybel (Reisnerstraße 50), die Palais Bourgoing (Metternichgasse 8 und 12) und schließlich die russisch orthodoxe Kathedrale (Jauresgasse 2).

Es lohnt sich, hier einen Spaziergang zu unternehmen.