Nun sind die Neubauten, die von der SEESTE Bau AG errichtet wurden, in der Verlängerung der Pfarrhofgasse stadteinwärts fertiggestellt und zum Teil auch schon bezogen. Der zwischen den Häusern frei gebliebene Platz wurde gärtnerisch gestaltet und nach dem im ehemaligen Haus - es wurde 1944 von Bomben zerstört - Seidlgasse 21 geborenen Pianisten und Komponisten Friedrich Gulda (1930-2000) benannt. Durch die 1.000 m² große "Oase zum Ausruhen" führt ein mit weißen und schwarzen Steinen belegter Weg, der der Klaviatur eines Konzertflügels nach- empfunden ist. Damit wird nicht nur die Beziehung zu Friedrich Gulda her- gestellt, sondern auch daran erinnert, dass in unmittelbarer Nähe der Örtlichkeit im frühen 19. Jahrhundert die Klavierfabrik Streicher die "Wiener Mechanik" perfektionierte. Im Auftrag des Bauherrn und Eigentümers der Firma SEESTE Michael Seeber schuf der Südtiroler Bildhauer Lois Anvidalfarei die Skulptur Eine Hommage an Friedrich Gulda, an seine Musik.

Übrigens gibt es am Nachfolgebau seines Geburts- hauses - an der Front in der Marxergasse - für den Künstler seit einigen Jahren eine Gedenktafel, die vom Bezirksmuseum gestiftet wurde.

Sowohl die gesamte Sechskrügel- als auch die parallel verlaufende Rochusgasse befinden sich auf den Gartengründen des ehemaligen Klosters der Beschuhten Augustiner. Die uns vertraute Rochuskirche ist der Folgebau der ehemaligen Klosterkirche. Heute erinnert an diese historische Gegebenheit nur noch der korrekte Name des Marktes: Sein Name lautet Augustinermarkt, wenn er auch von uns allen Rochusmarkt genannt wird.

Die Sechskrügelgasse - ehemals Krügelgasse und zuvor Krieglgasse - wurde zu Ende des 17. Jahrhunderts nach Parzellierung der Gartengründe beginnend von der Landstraßer Hauptstraße angelegt. Nach und nach wurden Häuser errichtet, wie zum Beispiel das fehlende mit der heutigen Nummer 4. Es wurde 1688 für den Bierversilberer Gottfried Griesser erbaut.

GesamtansichtBis etwa 1910 war die Sechskrügelgasse an ihrer rechten Seite durchwegs verbaut. Erst anlässlich der Errichtung des heutigen Hauses Sechskrügelgasse 2 / Landstraßer Hauptstraße 50 wurde auch das erwähnte Haus mit der Nummer 4 abgebrochen, um offenbar hier im Sinn des Regulierungsplanes von 1910 über den schon zuvor bestandenen freien Platz an der Rückseite der Häuser Landstraßer Hauptstraße 42 bis 48 eine Verlängerung der Baumannstraße in Richtung zur Pfarrhofgasse schaffen zu können.

Eine Straße wird es hier wohl niemals geben; inzwischen ist nur noch von einem Fußweg die Rede, der hoffentlich bald verwirklicht werden kann, um dann zu Fuß von der Beatrixgasse direkt bis zum Arenbergpark und weiter bis zum Rennweg gelangen zu können.