Bereits im Dezember 1935 begannen Vorarbeiten, die darauf hinzielten, im dritten Bezirk ein Heimatmuseum einzurichten. Ein Personenkomitee, dem einige Lehrer aber auch der akademische Maler und Bildhauer Josef Engelhart angehörten, gründete den Verein "Bezirks- kunde Landstraße", dem als Grundstock einer Objektsammlung etwa 200 Aquarelle des Malers Adolf Albin Blamauer, die noch heute in unserem Besitz sind, zur Verfügung stand. Im Herbst 1937 wurden diese Aquarelle Blamauers  in einer ersten Ausstellung des Landstraßer Heimatmuseums in den Räumen der ehemaligen Haupt- schule Hainburger Straße 40 ausgestellt. Im Dezember 1938 - inzwischen hatte Österreich seine Unabhängigkeit ver- loren und war zur Ostmark des Großdeutschen Reiches degradiert worden - wurde der 1935 gegründete Verein vom Reichskommissar für die Wiederver- einigung Österreichs mit dem Deutschen Reich aufgelöst. Nach Kriegsende konstituierte sich im Februar 1949 der "Verein zur Erhaltung und Förderung des Landstraßer Heimatmuseums", dem abermals mehrere Lehrer angehörten, die bereits 1935 "mit von der Partie" gewesen waren. Am 19. Juni 1949 wurde im neuen Landstraßer Heimatmuseum, dessen Leitung Hans Pemmer, der Retter des St. Marxer Friedhofes, übernommen hatte, in der damaligen Mädchen-Hauptschule Rochusgasse 16 die erste Sonder- ausstellung mit alten und neuen Ansichten des Bezirks eröffnet.

Seit 1. Dezember 1956 befindet sich das Bezirksmuseum Landstraße an seinem nunmehrigen Standort Sechskrügelgasse 11.

Im Erdgeschoß stehen dem Museum neun Räume zur Verfügung, von denen vier für wechselnde Ausstellungen, die wir viermal pro Jahr ändern, verwendet werden. Dazu erscheint jeweils eine Nummer unserer Zeitschrift Bezirksmuseum Landstraße-Nachrichten,diean unsere Museumsvereins- mitglieder - der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 10,- € - kostenlos als Einladung verschickt wird (Restexemplare können im Museum erworben werden). Als Rest unserer 1995 durchgeführten Ausstellung Unsere vergessenen Nachbarn, die Landstraßer Juden besteht ein Gedenkraum, in dem auch ein Gedenkbuch aufliegt (s. Beitrag UNSERE VERGESSENEN NACHBARN). Seit 2009 haben wir in einer Koje einen Gedenkraum für den im Haus Seidlgasse 27 geborenen Komponisten Bruno Granichstaedten eingerichtet, dessen Operetten in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts richtige "Renner" waren. Sein "Orlow" brachte es im Theater an der Wien auf 800 En-suite-Aufführungen; Zeitgenossen erzählten, dass sich die Menschen täglich in einer dreireihigen Schlange, die vom Theater bis zur Ecke Getreidemarkt reichte, um Karten anstellten. Die Österreichische Mediathek stellte uns Originalaufnahmen von Melodien des Komponisten, die auf einer CD gespeichert sind, zum Abspielen während der Öffnungszeiten kostenlos zur Verfügung (s. Beitrag BRUNO GRANICHSTAEDTEN GEDENKRAUM). Ein Raum des Museums ist dem Thema Sport bzw. Landstraßer Sportgrößen gewidmet (s. Beitrag LANDSTRASSER SPORTGRÖSSEN DER VERGANGENHEIT). Seit September 2010 besitzen wir drei digitale Bilderrahmen, die wir wechselnd mit verschiedenen bezirksbezogenen Bildern "füttern". Einer von diesen zeigt mehr als 800 Fotos von Aquarellen, Ölgemälden, Stichen und anderen Kunstwerken, die bildende Künstler der Landstraße unserem Bezirksmuseum in der Vergangenheit zur Verfügung stellten. Unsere Öffnungszeiten sind an jedem Mittwoch von 16:00 bis 18:00, sowie an Sonntagen von 10:00 bis 12:00 Uhr. Nach telefonischer Rücksprache stehen wir Ihnen auch zu anderen Zeiten zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.