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Innerer Rennweg (vom Schwarzenbergplatz bis zur Kreuzung Fasangasse / Ungargasse)

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Aus dem Buch “Landstrasser Spaziergänge” des Bezirksmuseums bringen wir hier Anregungen für Ihren Erkundungsweg im Bezirk.

Einer der markantesten Grenzpunkte des dritten Wiener Gemeindebezirkes ist der Schwarzenbergplatz. Hier treffen die Lothringerstraße, der Verkehrsweg Am Heumarkt, die Prinz-Eugen-Straße, die bis 1911 Heugasse hieß und der Rennweg aufeinander.

 

Der Straßenzug Am Heumarkt mündet zwischen den Häusern mit der ONr 4 und 5 in den Platz. Bis 1910 stand hier die Heumarktkaserne, die bis zur Marokkanergasse reichte, an deren Stelle heute die Häuser mit den ONr 27 bis 37 stehen. Zur Geschichte der Kaserne und deren Umgebung lesen Sie, bitte, das Kapitel 8. Der Straßenname „Rennweg“ wird immer wieder fälschlich mit den im Mittelalter hier alljährlich zweimal durchgeführten „Scharlachrennen“ in Verbindung gebracht.

Die Story hört sich ja sehr schön an, nur leider stimmt sie nicht. Der Name des Verkehrsweges scheint zum erstenmal in einer Urkunde vom 14. Mai 1307 auf, in der die Rede von einem Acker bei dem Rennweg ist, und 1314 heißt es in der Übersetzung einer lateinisch abgefassten Schrift des Schottenstiftes Auf der Stetten auf der Höhe der Wache und indem man ungefähr bei den Rusten am Rennweg anfängt und gegen die Landstraße hindurchgeht, …; die Scharlachrennen wurden aber erst von 1382 bis 1534 veranstaltet, und zwar jeweils am Tage Christi Himmelfahrt und am St. Kathreinstag (25. November) als Begleitveranstaltung der beiden großen Märkte, die damals in Wien abgehalten wurden. Am Renntag erfolgte am Morgen der Auszug aus der Stadt über den Wienfluss hinaus nach St. Marx, wo der Start- und Zielplatz war. Der Bürgermeister gab das Zeichen zum Beginn des Rennens. Das war ein Gaudium für die Zuschauer, wenn zuerst die Reiter – meist zwischen acht und fünfzehn – von St.Marx den Rennweg in Richtung der Stadt und dann den Heumarkt entlang bis zur heutigen Beatrixgasse, Ungargasse und wieder auf dem Rennweg gegen St.Marx galoppierten. Nach dem Eintreffen der letzten Reiter im Ziel hielt der Bürgermeister eine kurze Rede und überreichte die Preise. Der Sieger erhielt ein Stück scharlachrotes Tuch aus englischer Wolle („Scharlachrennen“), der zweite Preis war eine Armbrust, der dritte Platz wurde mit einem lebenden Spanferkel belohnt; immerhin hatte er doch noch „a Sau g’habt“. Nach dem Wettreiten fand dann noch ein immer wieder bejubeltes Wettlaufen der Burschen und Mädchen statt; als Preis gab es ein Stück Barchent (=Mischwebe aus Baumwolle und Lein). Nach dem Ende der Konkurrenzen zogen alle Personen wieder zurück in die Stadt, wo sie der Bürgermeister im Rathaus zu einem Festmahl einlud. Der Name Rennweg stammt wahrscheinlich von der Bezeichnung „Rainweg“, was zumindest in anderen Städten als Wurzel der dortigen Straßenzüge mit demselben Namen nachgewiesen ist. An dieser Stelle gab es mit Sicherheit schon in prähistorischer Zeit einen einfachen Verkehrsweg, was die archäologischen Funde in diesem Gebiet beweisen. Um die Zeitenwende verlief hier die Munizipalstraße zwischen dem römischen Standlager und der Zivilstadt, die sich grob gesagt auf dem Gebiet rund um den ehemaligen Aspangbahnhof befand.

Weitere Texte

ONR 1, 3, 5 sind Otto-Wagner-Bauten aus den Jahren 1889/90, wobei die ONR 3, in dem sich die serbische Botschaft befindet, vom Architekten bis 1903 als sein Stadtpalais genutzt wurde. Dann verkaufte er das Gebäude an die verwitwete Marie Gräfin Hoyos, die mit dem Mädchennamen Nemetschka geheißen und in erster Ehe den Familiennamen von Amerling trug. Es scheint, dass der reich geschmückte Bau bis nach dem Zweiten Weltkrieg im Besitz der Familie Hoyos gewesen war, die diesen dann an den seinerzeitigen Staat Jugoslawien verkaufte. Die beiden anderen Bauten wurden als Wohnhäuser geplant, wobei interessant ist, dass der spätere Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger im Haus mit der ONR 1 einige Jahre eine Anwaltskanzlei betrieb.

 

Prominente Mieter des Hauses ONR 5 – auch Auenbruggergasse 1 – waren der Komponist und Direktor der Wiener Oper Gustav Mahler (an der Fassade neben dem Eingangsbereich erinnert eine Gedenktafel an ihn) und seine Ehefrau Alma geborene Schindler. In den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts wohnten hier der Staatsoperndirektor Dr. Karl Böhm mit seiner Ehefrau, der Sängerin Thea Linhard und dem gemeinsamen Sohn Karlheinz Böhm. Zur selben Zeit finden wir hier auch den Schauspieler, Schriftsteller und Direktor des Volkstheaters Paul Barnay. Der Vorgängerbau dieser drei Häuser, dessen Garten sich bis in den heutigen Schwarzenbergplatz erstreckte, wird im Jahre 1731 als Haus des Stadtmaurermeisters Jakob Oekkl bezeichnet. 1737 wurde hier nach dem Verkauf der Liegenschaft das „Spital zu Ehren der Dreifaltigkeit“ errichtet, dessen ...

ONR 4, 6: Das Schloss Belvedere, der ehemalige Sommersitz des Prinzen Eugen von Savoyen ist eine Schöpfung des Barockbaumeisters Lukas von Hildebrandt. Die uns heute geläufige Bezeichnung – „schöne Aussicht“ – bürgerte sich erst nach dem Tode des Bauherrn ein. Er hatte die dafür notwendigen Grundstücke, es handelte sich hauptsächlich um Weingärten „auf dem Gaisruck“, im Jahre 1693 gekauft. Pläne aus dieser Zeit tragen noch diesen Flurnamen. An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert erfolgten die Terrassierung des Geländes und die architektonische Gestaltung des Gartens, für die Eugen 1717 den Gartenarchitekten Dominique Girard, einen Schüler des Gestalters des Versailler Schlossgartens, nach Wien holte. In nur zwei Jahren – 1714 bis 1716 – wurden das Untere Belvedere wie schon erwähnt als Sommerschloss mit

 ONR 8-10: Das ist die Anschrift der Kirche und des Klosters der Salesianerinnen. Die nach Joseph I. verwitwete Kaiserin Amalie Wilhelmine berief im Jahre 1716 Nonnen des von Franz von Sales gegründeten Ordens von der Heimsuchung Mariens aus Brüssel nach Wien, um ihnen einerseits hier eine neue Heimstätte zu geben und andererseits in diesem, auf dem vom Freiherrn von Quarient gekauften Grundstück, das sich neben dem eben erst fertig gestellten Unteren Belvedere befand, geplanten Kloster einen Alterssitz zu haben. Der Grundstein wurde von Amalie Wilhelmine im Beisein ihrer Töchter Maria Josepha und Maria Amalia sowie des Bischofs Sigismund Graf Kollonitsch am 13. Mai 1717 – dem Tag der Geburt der späteren Erzherzogin Maria Theresia – gelegt. Der Rohbau der Anlage, der unter der Aufsicht von Donato Felice d’Allio stand, wurde bereits 1719 den Ordensfrauen übergeben, die Kirche wurde zwischen 1717 und 1730 gebaut. An deren Innenausstattung arbeiteten bedeutende Barockkünstler wie beispielsweise Giovanni Antonio Pellegrini (Kuppelfresko) und Antonio...

Den kompletten Weg können Sie im Buch nachlesen, besuchen Sie das Museum in der Sechskrügelgasse 11 und besorgen Sie sich diese umfangreiche Publikation für sich selbst oder als Geschenk, oder bestellen Sie es Online hier. * ONR (Ordnungs- bzw. Hausnummer)

 

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Guest
Guest Wednesday, 18 September 2019

F A Q zum Blog

Q
Wie kann ich hier Blogger werden
A

BloggerUm selber Blogger zu werden, müssen Sie registriert sein. Als Forscher oder als Museumsleiter. Oder als Mitarbeiter, oder auch als Freund eines Museums. Sie haben sicher gemerkt, dass es Maler, Autoren hier z.B. gibt. Sie werden dann vom Administrator freigeschalten.

Q
Kann ich in mehreren Kategorien schreiben
A

Ja, bitte dazu eine Meldung an den Webmaster (webmaster@forschmit.at) schreiben mit der Wunschkategorie

Q
Wie schreibe ich einen Blog?
A

Worum geht es: einem Blogger sollte daran gelegen sein, dass seine Artikel nicht einfach nur gelesen, sondern auch gern gelesen werden. Es kann also nicht schaden, ein paar Grundsätze für gutes und verständliches Schreiben zu beachten. Ich persönlich verwende dafür die Bücher Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben von Rene J. Cappon und Journalistisches Schreiben von Roy Peter Clark, die ich beide nur empfehlen kann (siehe Bilder rechts). Ein paar Grundregeln:

  • Finde eine passende Überschrift: die Überschrift ist das Aushängeschild deines Artikels. Ein Besucher entscheidet meist anhand der Überschrift und der ersten Zeilen, ob er den Artikel lesen wird oder nicht. Ein Tipp, der bei mir funktioniert: ich schreibe erst den Artikel, und danach überlege ich mir die Überschrift. Wenn der Artikel schon fertig ist, fällt es meist viel leichter, eine passende Überschrift zu finden.
  • Strukturiere deinen Text: ein guter Artikel sollte ein klar umrissenes Thema besitzen, das aus der Überschrift deutlich hervorgeht. Längere Texte sollten in thematische Abschnitte mit Teilüberschriften gegliedert werden.
  • Sei transparent: viele Leser möchten gern wissen, wessen Artikel sie da gerade lesen. Dieses Wissen hilft, das Gelesene besser in das persönliche Weltbild einzuordnen. Also: mache in deinem Blog und ggf. in deinem Artikel deutlich, wer da gerade schreibt.
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