Der OperettenkomponistNur wenige Jahre wohnte der Operettenkomponist in der Nähe des Arenbergparks, aber Spaziergänger werden vergebens nach einer Gedenktafel suchen.
Der Lebenslauf des Mannes, der bis 1908 auf die Vornamen Rudolph Josef Frantisek hörte, ist imponierend: Berufsoffizier (mit 23 Jahren wurde Leutnant Benatzky krankheitshalber in den Ruhestand versetzt), Germanistik-, Philosophiestudium in Prag, Doktor der Philosophie (zur selben Zeit studierte er bei Antonin Dvorák Musik), Schlagerkomponist seit 1908, Theater- direktor und seit 1910 Operettenkomponist.
Die Liste seiner Werke ist so lang, dass dafür hier der Platz fehlt; ich möchte nur einige, die auch heute noch bekannt sind, nennen:

"Axel an der Himmelstür", "Bezauberndes Fräulein", "Meine Schwester und ich" und natürlich "Im weißen Rössl"

Böse Zungen meinten in den Vorkriegsjahren, als Ralph Benatzky den Höhepunkt seines Erfolges und seiner Popularität erreicht hatte, dass er seinen Namen in "Benutzky" ändern müsse, weil er in seinen Operetten immer wieder Musiknummern verwendete, die von anderen Komponisten stammten, wie beispielsweise "Zuaschau'n kann i net" (Bruno Granichstaedten), "Was kann der Sigismund dafür ..." (Robert Gilbert) sowie " Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" und "Die ganze Welt ist himmelblau" (Robert Stolz) in der Erfolgsoperette "Im weißen Rössl".
Benatzky emigrierte 1940 endgültig in die USA, nachdem er bereits 1938 versucht hatte, in Hollywood Fuß zu fassen. 1948 kehrte er nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod in Zürich.
Während seines Aufenthalts in den USA war er sowohl musikalisch tätig aber auch als Übersetzer tätig (Text des Musicals "Porgy and Bess" und William Somerset Maughams Memoiren "Rückblick auf mein Leben" - Originaltitel: The Summing Up). Auf eigenen Wunsch wurde er in Sankt Wolfgang, am Spielort seiner Operette "Im weißen Rössl", beerdigt.