Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (23).

Theodor von Karajan

Eine Erinnerungstafel an der Stelle des Grabes des wissenschaftlich und politisch bedeutenden Mannes befindet sich im griechisch-serbischen Teil des St. Marxer Friedhofs unweit des Grabsteins für Vuk Stefanovic Karadzic.

Nach der Schließung des Friedhofs 1874 wurden seine sterblichen Überreste in den Friedhof von Mauer im heutigen 23. Bezirk überführt.
Die Familie der Karajans stammte aus Nordgriechenland und kam bereits im 18. Jahrhundert als Baumwollhändler nach Chemnitz, wo sie in den Reichsadelsstand erhoben wurde. Als sie nach Österreich kamen, wurde ihr Adelsstand 1832 anerkannt. Theodor studierte an der Wiener Universität, trat dann in den Staatsdienst ein und war im Hofkriegsrat bzw. in der Hofbibliothek tätig.
Seine historischen Forschungen auf dem Gebiet der Vergleichenden Sprachwissenschaften und des Mittelalters - seine diesbezüglichen Forschungen umfassten eine breite Palette von Abraham a Sancta Clara bis Michael Behaims Buch von den Wienern - brachten es mit sich, dass er in den 1840er Jahren Mitglied akademischer Vereinigungen in ganz Europa wurde.
Während der Epoche der 48er Revolution war er als Wissenschafter unverdächtig und wurde als Abgeordneter in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Diese Internationalität brachte es mit sich, dass er sowohl Mitglied der Preußischen als auch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurde. 1869 wurde Theodor Georg von Karajan durch die Ernennung zum Ritter des Leopold-Ordens in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben.
Karajans letzte Anschrift war Landstraßer Hauptstraße 112; leider gibt es dort keine Gedenktafel für den beudetenden Mann. Zuletzt sei noch erwähnt, dass Theodor Georg von Karajan der Urgroßvater des uns noch wohlbekannten Dirigenten Herbert von Karajan war.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof, der mit einem beigefügten Orientierungsplan versehen ist, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.