[Bild unter Hauptmenü]
Home  >  Künstler, Wissenschafter, Politiker und andere Prominente auf der Landstraße (von Adelpoller bis Zwerenz: in Arbeit)  >  Ziehrer, der letzte Hofball-Musikdirektor

 C. M. Ziehrer auf der Landstraße

Der Sohn eines vermögenden Hutmachers erhielt neben seiner Lehre des väterlichen Gewerbes Klavierunterricht und studierte Kompositions- sowie Harmonielehre. 1863 - Zieher war nun 20 Jahre jung - trat er zum erstenmal mit einem 40 Mann Orchester, das sein Vater finanziert hatte, im Dianasaal mit seinen ersten Kompositionen vor die Öffentlichkeit und erhielt sehr gute Kritiken.
Ab 1870 leitete Carl Michael Ziehrer (1843-1922) immer wieder verschiedene Militärkapellen und unternahm zahlreiche Auslandstourneen.  Den legendärsten Ruhm errang er mit den Musikern des Infanterie-Regiments Nr. 4 Hoch- und Deutschmeister, mit denen er 1893 bei der Weltausstellung in Chicago auftrat.

Carl Michae Ziehrer (1843-1922)

Als Komponist war Ziehrer überaus produktiv. Er schrieb mehr als 500 Einzelkompositionen, von denen heute noch manchmal sein Walzer "Hereinspaziert", die "Fächerpolonaise" und der "Schönfeld-Marsch" zu hören sind. Zwischen 1866 und 1916 verfasste er die Musik zu 28 Operetten.
Ab 1908 war er nach dem Ausscheiden von Johann Strauß jun.letzter Hofball-Musikdirektor. Diese Auszeichnung bedeutete während der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie für Komponisten und Kapellmeister die höchste Auszeichnung.

Ziehrer in der Galauniform als Hofball-Musikdirektor

1888 heiratete er die populäre Sängerin Marianne Edelmann - bgl. Name Maria Laura Münk - mit der er zuerst im Haus Gärtnergasse 17, dann Landstraßer Hauptstraße 15 und ab 1899 im von Bomben zerstörten Haus Erdbergstraße 1 wohnte. An der Fassade des Nachfolgebaues befindet sich eine Gedenktafel.

Der prominente Komponist verlor im Ersten Weltkrieg sein gesamtes Vermögen und lebte als schwer kranker Mann bis zu seinem Tod am 14. November 1922 in bitterer Armut.
In unserem Archiv befindet sich die Gedenktafel, die sich an der Fassade des vom Bomben zerstörten Wohnhauses befand.
Anlässlich unserer beiden Ausstellungen zur Person Carl Michael Ziehrers gibt es ausführliche Beiträge in den Museumsheften 1993/1 und 2002/4.

modul/images/spacer.gifContentmanager Produkthomepage Zum Wartungsmodus