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Die Revolution 1848
und der erste Wiener Arbeiterverein in der Beatrixgasse

Die in den Märztagen des Jahres 1848 begonnenen Ereignisse werden heute oft als "bürgerliche Revolution" bezeichnet, was aber nur teilweise richtig ist. Verschwiegen wird nämlich, dass diese Erhebung nicht nur von Studenten und unzufriedenen Bürgern, sondern auch von der unter der Ausbeutung und der Arbeitslosigkeit leidenden Arbeiterschaft getragen wurde. So gab es bereits im März mehr als 50 Tote unter den an den Geschehnissen beteiligten Arbeitern und 500 von ihnen wurden verhaftet und zu langjährigen Kerkerstrafen verurteilt.
Als Vertreter des Bürgertums ihre Forderungen erfüllt sahen, zogen sie sich zum größten Teil zufrieden zurück, und nur wenige von ihnen - einer davon war Wenzel Messenhauser - hielten treu zu den Schwächsten der Bewegung.
Im Frühsommer schien es, dass sich die Regierung auch der schweren Probleme der Arbeiter annehmen würden; es wurde beispielsweise die Zusicherung gegeben, dass arbeitslose Arbeiter bei "öffentlichen Arbeiten" zu einem angemessenen Lohn beschäftigt werden würden.
Um selbst etwas zur Konsolidierung beizutragen, gründeten die Arbeiter am 24. Juni 1848 im Saal des Gasthauses "Zum Fürstenhof", heute Beatrixgasse 19, auf Anraten des Schuhmachergesellen Fanz Sander den "Ersten Allgemeinen Arbeiterverein", der das "Wiener Allgemeine Arbeiter-Blatt" herausgab, in dem einerseits über die Probleme der Arbeiterschaft und anderseits zu regelmäßig durchgeführten Veranstaltungen eingeladen bzw. berichtet wurde.
Am 21. August wurde der Lohn für die bei den "öffentlichen Arbeiten" beschäftigten Frauen von 20  auf 15 Kreuzer herabgesetzt, was zu Protestdemonstrationen führte, an denen sich auch Männer beteiligten. Am 23. August demonstrierten mehr als eintausend Menschen im Prater gegen diese Lohnkürzungen, weshalb Polizei und Nationalgarde die friedlichen Demonstranten angriffen, auf die Flüchtenden schossen und mit blanken Säbeln einschlugen. Bei dieser "Praterschlacht", wie dieses Ereignis in der Geschichte bezeichnet wird, gab es fünf Tote und 67 Verletzte; 154 Arbeiter wurden verhaftet und anschließend abgeurteilt.

Realistische Darstellung der Praterschlacht

Der junge Karl Marx hielt sich im Sommer 1848 in Wien auf und hielt am 30. August vor ungefähr eintausend Mitgliedern des Arbeitervereins einen vielbeachteten Vortrag, in dem er über die Situation der Arbeiterschaft in Deutschland, England, Frankreich und Belgien berichtete und erklärte, dass sich die Klassenkämpfe immer mehr verstärken würden, und nur eine organisierte Arbeiterschaft imstande sein werde, eines Tages demokratische Rechte durchzusetzen.
Die weiteren Ereignisse sind bekannt: Die Geschehnisse des 23. August waren erst der Beginn der Tragödie. Schrittweise wurden die im März zugesicherten demokratischen Errungenschaften zurückgenommen.

Die Erstürmung der St. Marxer Linie

Als im Oktober 1848 Wien von den kaiserlichen Truppen unter dem Kommando des Fürsten Windischgrätz eingekreist und beschossen wurde, waren es fast ausschließlich Arbeiter, die auf den Barrikaden die letzten aussichtslosen Kämpfe für ihre Freiheit führten.
Die Rache der siegreichen Reaktion war grausam: Zahlreiche Arbeiter wurden von den aufgehetzten Soldaten brutal ermordet, Stand- und Kriegsgerichte verurteilten führende Revolutionäre wie Wenzel Messenhauser zum Tod und viele andere zu langjährigen Kerkerstrafen.

Die Erschießung Messenhausers

Die bestehenden Arbeitervereine wurden als "verbrecherisch und verderblich" bezeichnet und aufgelöst, ihre Mitglieder als "politisch Bedenkliche" verfolgt.