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Streicher,
eine Klavierfabrikanten-Dynastie

Der alte Streicherhof (Innenhof)

Das Haus Ungargasse 45 war im Bezirk bis zu dessen Demolierung im Jahr 1959 als "Alter  Streicherhof" bekannt. Hier gründete der Komponist und Pianist Andreas Johann Streicher (1761-1833) gemeinsam mit seiner Frau Nanette, geborene Stein (1769-1833) eine Klavierfabrik.

Andreas Johann Streicher

Streicher war ein Jugendfreund von Friedrich Schiller, mit dem er gemeinsam 1781 von Stuttgart nach Mannheim flüchtete. An dieses Erlebnis erinnerte eine Gedenktafel an der Fassade des Hauses. Streicher verfasste dazu eine Broschüre mit dem Titel "Schillers Flucht aus Stuttgart und Aufenthalt in Mannheim 1782 - 1785".

Die von Streicher gebauten Klaviere wiesen eine Erweiterung der Steinschen Mechanik - sogenannte deutsche Mechanik -  auf, indem Streicher eine Ausweitung des Klangvolumens, eine Vergrößerung des Tonumfangs auf sechs Oktaven und den "Hammerschlag von oben" entwickelte, wodurch er zum Erfinder der "Wiener Mechanik" wurde.
In seinem Haus verkehrten bei den sonntäglichen Matineen, zu denen Adelige und Bürger geladen wurden, Haydn, Salieri, Beethoven, Czerny und viele andere Musiker.

Nanette Streicher, geborene Stein

Nanette Streicher kümmerte sich in geduldiger Weise um den mit der Familie befreundeten Ludwig van Beethoven, den sie bei der Wohnungssuche und bei Haushaltsfragen unterstützte. 
Der Sohn des Ehepaares Johann Baptist Streicher (1796-1871) hatte 1823 die Klavierfabrik übernommen und verlegte diese 1837 in den von ihm erbauten "Neuen Streicherhof", Ungargasse 27.

Johann Baptist Streicher

Er heiratete in zweiter Ehe die Pianistin Friederike, geborene Müller (1816-1895). Das Ehepaar setzte die musikalische Streicher-Tradition fort. In ihrem Haus verkehrten Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms, Franz Liszt, Frederic Chopin, Charles Gounod, Jenny Lind undundund. 

Friederike Streicher, geb. Müller

1871 erbte Emil Streicher die Fabrik, ließ diese wohl erweitern, verkaufte das Unternehmen aber 1896 an die Gebrüder Stingl, weil sein Sohn Theodor Streicher keine Neigung zeigte, die Firma weiterhin zu führen, sondern sich ausschließlich als Komponist betätigte.

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