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Alexander Girardi
und die Nervenklinik des Dr. Svetlin
in der Leonhardgasse 

Bühnenbild als Fortunatus Wurzel in Nestroys "Bauer als Millionär"

Der in Graz geborene Schauspieler und Komiker Alexander Girardi (1850-1918) erlernte bei seinem Vater das Schlosserhandwerk. Erst als sein Vater 1868 gestorben war, konnte sich Alexander dem Theater zuwenden. Ohne irgendwelchen Unterricht gehabt zu haben, debütierte er schon ein Jahr später in Nestroys "Tritsch-Tratsch" am Sommertheater Rohitsch-Sauerbrunn.
Von hier ging er nach Krems, Karlsbad, Bad Ischl und Salzburg, um schließlich 1871 ans damals neu eröffnete Wiener Strampfertheater zu wechseln.

Durch seine überzeugende Darstellungsgabe erwarb er sich bald die Gunst des Publikums und der Theaterkritiker und wurde 1874 ans Theater an der Wien verpflichtet, wo er seine größten schauspielerischen Triumphe feierte.
Er war so erfolgreich, dass er sich 1893 eine Villa in Bad Ischl, Steinfeldgasse 12 leisten konnte.
Nun folgten Engagements am Wiener Carltheater, am damaligen Deutschen Volkstheater sowie Gastspiele im Raimund-, ehem. Johann-Strauß- (spätere "Scala" auf der Wieden) und ehem. Stadttheater sowie in Hamburg, Berlin und Dresden.
Girardi war nicht nur ein begnadeter Darsteller sondern auch eine hervorragender Lieder- und Coupletsänger. Unvergessen ist, dass er auf einem Praterfest der Fürstin Pauline Metternich am 24. Mai 1885 bei der damaligen Rotunde erstmals das zu einem Klassiker gewordene "Fiakerlied" von Gustav Pick sang.
Ab 1913 wandte sich der Künstler der jungen Kunstgattung Stummfilm zu. Sein erster Film war "Millionenonkel", dem noch weitere Filme folgten.
Zwei Monate vor seinem Tod debütierte Girardi als Fortunatus Wurzel in "Der Bauer als Millionär" am Wiener Burgtheater.

Die Heilanstalt Svetlin, Privatsanatorium für Nerven- und Gemütskranke in der Leonhardgasse

Alexander Girardis erste Ehefrau, die beliebte und erfolgreiche Schauspielerin  Helene Odilon (1865-1939), erregte in der Öffentlichkeit immer wieder Aufsehen durch private Skandale.
1897 behauptete sie, ihr Gatte Alexander Girardi weise Anzeichen beginnenden Wahnsinns auf und wollte ihn kurzerhand in die Heilanstalt des Dr. Svetlin in der Leonhardgasse bringen lassen.
Im Buch "Alexander Girardi, der Roman seines Lebens" von Anton Maria Girardi, DBG Wien 1950 lese ich, dass "die Odilon" den amtsärztlichen Bescheid - "den Schauspieler Alexander Girardi, wo immer er angetroffen würde, als gemeingefährlich festzunehmen" - erwirkt hatte, Girardi in die Svetlin'sche Anstalt einweisen zu lassen. Dieser konnte aber , bevor er von der Polizei abgeholt werden konnte, mit Hilfe seines Freundes Schreiber im Fiaker zu Katharina Schratt fahren, die ihm durch Intervention des Kaisers auch half.
Girardis Ehe wurde hierauf geschieden. 1898 heiratete er Leonie v. Latinovicz - die Ziehtochter des Klavierfabrikanten Ludwig Bösendorfer - als seine zweite Gattin.

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